Städtebau  

 

Archiv: Hauptstadt Berlin - Dokumentation der Arbeitsphasen

Konflikte lösen


Welche Funktion soll eine Straße haben: Ist sie Stadtstraße für den Durchgangsverkehr oder "interne" Erschließungsstraße? Die Diskussionen um die Dorotheenstraße zeigen, dass die Straßenplanungen nicht immer konfliktfrei verliefen. Die Dorotheenstraße führt durch die beiden Neubaublöcke des Jakob-Kaiser-Hauses östlich vom Reichstag. Nach dem Willen des Bundestages kam ihr damit eine reine Anliegerfunktion zu. Für den Durchgangsverkehr wäre sie demnach zu schließen gewesen. Im innerstädtischen Verkehr wurde sie jedoch traditionell als Ost-West-Verbindung genutzt, insbesondere zur Umgehung von Pariser Platz und Brandenburger Tor. Zu dieser Zeit war die Debatte um die Schließung des Brandenburger Tors für den Durchgangsverkehr in vollem Gange. Der Konflikt um die Offenhaltung dieser Verbindung endete schließlich mit einem Kompromiss: Die Fahrbahnbreite wurde auf zwei Fahrspuren für den Autoverkehr begrenzt. Die Büroblöcke sind nun durch zwei die Straße überspannende Brücken und unterirdisch miteinander verbunden.

Die schnelle Erreichbarkeit der Parlaments- und Regierungseinrichtungen im Straßenverkehr erfordert nach Auffassung des Bundes die Vorfahrt für den "regierungsnahen" Verkehr, während die Berliner Seite den Verkehr möglichst gering halten wollte.
2007 - Dorotheenstraße mit Jakob-Kaiser-Haus; Foto: DSK, Arno Pluschke
2007 - Dorotheenstraße mit Jakob-Kaiser-Haus
Foto: DSK, Arno Pluschke