Städtebau  

 

Archiv: Hauptstadt Berlin - Dokumentation der Arbeitsphasen

Hauptstadt der Bürgerinnen und Bürger


Reichstagsgebäude; Foto: Adler & Schmidt, Christian Busse
Foto: Adler & Schmidt, Christian Busse

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte bauen die Deutschen eine demokratische Hauptstadt. Wie sind die Berlinerinnen und Berliner an dieser Jahrhundertaufgabe beteiligt?" Diese Frage stellte der damalige Bausenator Wolfgang Nagel 1992 zur Eröffnung der Hauptstadt-Veranstaltungsreihe "Festung, Schloss, demokratischer Regierungssitz". Er sprach über die Stadtverträglichkeit der Hauptstadtplanungen, die Transparenz der Entscheidungsprozesse und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung.

Als Bewohner der zukünftigen Hauptstadt würden die Bürgerinnen und Bürger Berlins besonderen Belastungen ausgesetzt sein. Schließlich sollten und sollen sie die Hauptstadt tragen - und nicht nur ertragen. Das öffentliche Interesse war von Anfang an groß. Nicht nur unmittelbar Betroffene, auch entfernt lebende Bundesbürger beteiligten sich an der Diskussion um die neue Hauptstadt, die eingeleitet wurde von den Architekturgesprächen im Reichstagsgebäude und im Berlin-Pavillon an der Straße des 17. Juni.

Gleich zu Beginn der Entwicklungsmaßnahme spielte die Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle. Im Rahmen einer Sozialstudie wurde die Bereitschaft der Eigentümer und Eigentümerinnen und der von den Baumaßnahmen Betroffenen zur Mitarbeit erkundet. Sozialstudien sind nicht unmittelbarer Bestandteil der Bürgerbeteiligung, geben aber Aufschluss darüber, wer im Planungsbereich lebt und welche sozialen Probleme gegebenenfalls vorliegen. Sie sollen helfen, soziale Leitlinien für die Gebietsentwicklung und konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln. Sozialpläne müssen aufgestellt werden, um Nachteile für die im Entwicklungsbereich Wohnenden und Arbeitenden zu vermeiden oder wenigstens zu verringern. Auch wurden Schwerpunkte des Wohnens ausgewiesen zur Stärkung der Multifunktionalität der Innenstadt.