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Demografischer Wandel in Berlin - Good Practice / Beispielhafte Ansätze

Bürgerschaftliches Engagement


Projekt: SeniorKompetenzTeam
Foto: Carola Schaaf-Derichs, Treffpunkt Hilfsbereitschaft

Demografischer Wandel braucht bürgerschaftliches Engagement.

Die aktive Bürgergesellschaft reklamiert zunehmend Anspruch auf Mitgestaltung, Mitwirkung und Mitentscheidung in unserer Gesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement ist im Kommen. Die Zahl der ehrenamtlich engagierten Berlinerinnen und Berliner wuchs zwischen 1999 und 2004 um 5% von 24 auf 29%. Besonders groß sind die Engagementzuwächse in den Bereichen Schule und Kindergarten, im sozialen sowie im kulturellen Bereich.
Ebenfalls für diesen Trend steht das Stiftungswesen in der Stadt. So konnte Berlin im letzten Jahr erneut eine Rekordzahl an Stiftungsgründungen verzeichnen: 37 Stiftungen wurden errichtet. Der Trend hält seit einigen Jahren an und ist besonders deswegen so erfreulich, weil unter den Gründern viele sind, die nicht nur Geld, sondern auch persönliches Engagement für das Gemeinwesen einbringen. Allein die 44 Berliner Stiftungen, die sich am 5. April 2006 auf dem Zweiten Berliner Stiftungstag präsentiert haben, geben jährlich ungefähr 210 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke aus. Die Summe unterstreicht die Bedeutung von Stiftungen für das soziale und kulturelle Leben in der Hauptstadt, vor allem angesichts der Tatsache, dass dieses Geld oft als Zuschuss eingesetzt wird und damit erhebliche zusätzliche Mittel aus anderen Quellen mobilisiert.

Wenn gleich sich das bürgerschaftliche Engagement in der Stadt durch alle Generationen positiv entwickelt, so ist besonders eine Zunahme bei den "jungen Alten" zu erwarten. Diese Altersgruppe hat ihr Engagement von 1999 bis 2004 um 11% auf 26% erhöht und weist damit die größte Steigerungsrate auf. Die Altersgruppe der 50jährigen bis ca. 65jährigen umfasst Bürger und Bürgerinnen, die zwar aus dem Erwerbsleben ausscheiden, aber sowohl körperlich wie geistig noch sehr aktiv sind und sein wollen. Sie verfügen häufig über ein auskömmliches Einkommen, haben umfangreiches Know-how und Lebenserfahrung und sind zumindest in urbanen Räumen nicht mehr ausschließlich auf familiäre Strukturen und Bindungen orientiert. Diese "best ager" oder "Woopies" (well off older peoples) wollen und können sich als Bürgerinnen und Bürger für sich selbst, aber auch für die Gesellschaft engagieren. Es ist eine der großen Herausforderungen, dieses gesellschaftliche Kompetenzpotential zu nutzen und der älteren Generation eine gesellschaftlich anerkannte Perspektive zu eröffnen.

Ein gutes Beispiel ist das Bundesmodellprogramm "Erfahrung für Initiativen (EFI)", das erfolgreich u.a. den Seniortrainer gefördert hat. In Berlin heißt dieses Projekt "SeniorKompetenzteam" und wird unter dem Dach "Treffpunkt Hilfsbereitschaft" organisiert.