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Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion Berlin 2002-2020 mit Schwerpunkt
Bevölkerungsprognose für Berlin

Bevölkerungsprognose für Berlin 2002-2020


Vorbemerkungen


Mit der Berliner Bevölkerungsprognose für den Zeitraum 2002-2020 wird zum dritten Mal seit der Wiedervereinigung der getrennten Stadthälften eine Prognose für die Gesamtstadt und für städtische Teilräume vorgelegt. Die Bevölkerungsprognose wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt erstellt. Die vorliegende Kurzfassung enthält Ergebnisse für die Gesamtstadt, für die Bezirke und für zusammengefasste Teilräume.

Die Prognoserechnung wurde in drei Varianten durchgeführt. Diese orientieren sich an Szenario-Überlegungen zu den künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Berlins des sich in Erarbeitung befindlichen "Stadtentwicklungskonzept - Strategie Berlin 2020". Die Varianten "Basis", "Boom" und "Schrumpfung" unterscheiden sich jeweils durch die Ansätze zur Außenwanderung. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand bildet die Basis-Variante die künftige Entwicklung mit höherer Wahrscheinlichkeit ab als die anderen beiden Varianten. Deshalb wurde die detaillierte Prognose auf Grundlage dieser mittleren Variante errechnet.

Entsprechend einem häufig geäußerten Wunsch der Nutzer in den Senats- und Bezirksverwaltungen stehen diesmal die Ergebnisse der Prognoserechnung nicht nur auf Bezirks-Ebene, sondern in kleinräumlicherer Aufbereitung, auf Ebene der planerischen Mittelbereiche, zur Verfügung. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, demografische Entwicklungen in bestimmten siedlungsstrukturellen Raumtypen (z.B. der "Wilhelminische Großstadtring" oder die Großsiedlungen am östlichen Stadtrand) darzustellen und damit Grundlagen für räumlich differenzierte Handlungsansätze in den neuen Großbezirken zu liefern.

Für die Ausrichtung von Stadtentwicklungspolitik ist Wissen über wahrscheinliche Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung unerlässlich. Prognosen dienen als Orientierungshilfe für Politik und Planung, sind jedoch keine Planung.

Gegenüber den Wachstumserwartungen für Berlin, über die Anfang der 90er Jahre ein breiter Konsens bestand, ist die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung in den letzten Jahren deutlich zurückgeblieben. Nach der vorliegenden Bevölkerungsprognose ist auch künftig nicht mit größeren Einwohnerzuwächsen zu rechnen. Die Prognoserechnung weist in ihrer Basis-Variante für das Jahr 2020 eine leicht geringere Bevölkerungszahl (3,366 Mio. Personen) als zu Beginn des Prognosezeitraumes (31.12.2002: 3,392 Mio.) aus. Ebenso bleibt in den beiden anderen Varianten die Veränderung der Gesamt-Bevölkerungszahl relativ gering.

Die vorgelegte Bevölkerungsprognose für Berlin wurde mit dem Prognoseprogramm SIKURS erarbeitet, das bundesweit in über 40 Städten und anderen Gebietskörperschaften eingesetzt und laufend weiterentwickelt wird. Nach diesem Modell wird ein vorgegebener Ausgangsbestand der Bevölkerung, der nach Altersjahren, Geschlecht und Staatsangehörigkeit gegliedert ist, aufgrund von Zu- und Fortzügen, Geburten und Sterbefällen von Jahr zu Jahr fortgeschrieben. Die Eingabewerte zu diesen jährlichen Veränderungen (Geburtendefizit und Wanderungsbewegungen) beruhen auf:
  • Analysen der Entwicklung in den letzten Jahren und der sich abzeichnenden Trends
  • fachwissenschaftlichen Untersuchungen zu absehbaren künftigen Trendveränderungen
  • Abstimmungen zwischen den für Bevölkerungsprognosen zuständigen Dienststellen in Bund und Ländern.
Ausgangsbevölkerung für die Prognose ist die nach Altersjahren, Geschlecht, Staatsangehörigkeit (Deutsche/Ausländer) und nach Teilräumen gegliederte Bevölkerungszahl am 31.12.2002. Prognosehorizont ist das Jahr 2020.