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Monitoring Soziale Stadtentwicklung

Bericht Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin 2015


Karte Gesamtindex Soziale Ungleichheit 2015
Karte Gesamtindex Soziale Ungleichheit 2015

Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung (MSS) dient der kleinräumigen Beobachtung von Veränderungen der soziostrukturellen Entwicklung in den Teilgebieten der Stadt Berlin. Im Ergebnis des MSS werden auf räumlicher Ebene der Planungsräume Berlins Gebiete identifiziert, die im gesamtstädtischen Vergleich überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind und die erhöhter stadtentwicklungspolitischer Aufmerksamkeit bedürfen. Dem MSS kommt im Rahmen der Stadtentwicklungspolitik Berlins eine Hinweis- und Frühwarnfunktion zu.

Die hier vorgelegte Fortschreibung des Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2015 (MSS 2015) umfasst den Beobachtungszeitraum der Jahre 2013 und 2014 (Datenstand: 31.12.2012 - 31.12.2014). Im Zuge des vorherigen MSS 2013 wurde die für das MSS verwendete Methode des gestuften Indexverfahrens modifiziert; dieses Verfahren kam auch beim aktuellen Monitoring zur Anwendung. Vier Index-Indikatoren, die jeweils als Status und als Dynamik (Veränderung Status über 2 Jahre) dargestellt werden, bilden die Basis zur Berechnung eines Status- und eines Dynamik-Index:
  • Arbeitslosigkeit,
  • Langzeitarbeitslosigkeit,
  • Transferbezug (SGB II und XII) und
  • Kinderarmut (Transferbezug SGB II der unter 15-Jährigen).

Aus der Überlagerung der gebildeten vier Klassen des Status-Index (hoch, mittel, niedrig, sehr niedrig) und der drei Klassen des Dynamik-Index (positiv, stabil, negativ) wird im Ergebnis des MSS 2015 der Gesamtindex Soziale Ungleichheit in insgesamt 12 Ausprägungen ermittelt, denen die betrachteten 435 Planungsräume *) zugeordnet werden. Diese Zuordnung ermöglicht für jeden der betrachteten Planungsräume eine Aussage über dessen aktuelle soziale Situation sowie dessen Entwicklung in den Jahren 2013 und 2014. Ergänzend werden für jeden betrachteten Planungsraum 17 weitere Kontext-Indikatoren berechnet, die die sozialräumliche Situation vertiefend beschreiben.

MSS 2015: Soziale Benachteiligungen nehmen in 2013 und 2014 weiter ab, räumliche Disparitäten bleiben bestehen


Die Werte für die vier Status-Indikatoren nehmen im Untersuchungszeitraum (31.12.2012 bis 31.12.2014) weiter ab. Damit geht der Anteil von Personen, die von Arbeitslosigkeit oder Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, seit 2006 kontinuierlich zurück. Der Anteil an Bezieherinnen und Beziehern von Transferleistungen bleibt dagegen in etwa konstant. Die bestehenden räumlichen Disparitäten setzen sich in Berlin hingegen weiter fort: Gebiete mit überdurchschnittlich hoher sozialer Benachteiligung (sehr niedriger und niedriger Status-Index) finden sich besonders häufig in Spandau-Mitte, Neukölln-Nord, Wedding/Moabit, Kreuzberg-Nordost sowie Nord-Marzahn und Nord-Hellersdorf. Hinzu kommen mehrere Planungsräume in Reinickendorf.

Aus dem ermittelten Gesamtindex Soziale Ungleichheit ergibt sich, dass 43 der 435 betrachteten Planungsräume (zehn Prozent) einen sehr niedrigen sozialen Status mit unterschiedlicher Dynamik oder einen niedrigen sozialen Status und negative Dynamik aufweisen. Für diese Planungsräume gibt das MSS 2015 Hinweise auf kumulierte soziale Problemlagen. Daher gelten sie als "Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf", die in der stadtentwicklungspolitischen Planung besonders zu berücksichtigen sind.

Gegenüber dem MSS 2013 hat es im MSS 2015 einen Rückgang der Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf von 51 auf 43 Planungsräume gegeben.

Im Vergleich zum MSS 2013 sind neun Planungsräume im MSS 2015 neu als Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf ausgewiesen. Dazu gehören die Planungsräume Jungfernheide und Paul-Hertz-Siedlung (jeweils Charlottenburg-Wilmersdorf), Tiefwerder (Spandau), Gelbes Viertel (Marzahn-Hellersdorf), Falkenberg Ost und Rosenfelder Ring (jeweils Lichtenberg), sowie die Planungsräume Hausotterplatz, Teichstraße und Dannenwalder Weg (jeweils Reinickendorf). Umgekehrt waren 17 Planungsräume im MSS 2013 als Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf klassifiziert und sind es im MSS 2015 nicht mehr. Dies betrifft vor allem Planungsräume in Spandau (sechs Planungsräume) und Mitte (fünf Planungsräume, vor allem in Moabit).

Ergänzung: Übersicht zu den Kontext-Indikatoren des MSS 2015


Im Rahmen des MSS 2015 wurden 17 Kontext-Indikatoren berechnet. Die Kontext-Indikatoren dienen der vertiefenden Beschreibung der sozialräumlichen Situation in den Planungsräumen. In Ergänzung zu den Index-Indikatoren bilden sie in unterschiedlicher Weise spezielle Aspekte der sozialen Lage und der Lebensbedingungen in den Planungsräumen ab (wie etwa Altersarmut und Jugendarbeitslosigkeit).

Die Kontext-Indikatoren werden Handlungsfeldern der integrierten Stadtteilentwicklung zugeordnet. Drei Handlungsfelder wurden dabei als wesentlich identifiziert: "Besondere, von Armut bedrohte Zielgruppen", "Integration“ sowie „Wohnen und Stabilität der Wohnbevölkerung". Die Berechnung der Kontext-Indikatoren erfolgt wie bei der Berechnung der Index-Indikatoren als relativer Anteil und über ein Standardisierungsverfahren. Hierzu wird wiederum die Methode der z-Standardisierung verwendet. Dieses Verfahren ermöglicht vergleichende Aussagen über das Ausmaß der Abweichung vom Mittelwert der betrachteten 435 Planungsräume. Dadurch werden Gebiete mit starken Abweichungen vom Durchschnitt der betrachteten Planungsräume besser identifizierbar.

Die berechneten z-Werte für die Kontext-Indikatoren werden im Rahmen des MSS lediglich in der Kartendarstellung und nicht in Tabellenform veröffentlicht, da die Anwendung dieser Werte durch die Nutzerinnen und Nutzer des MSS mehrheitlich in der Kartenform erfolgt.

Alternativ und testweise wurde daher eine gesonderte Übersicht zur Einordnung der betrachteten Planungsräume in die o.a. Klassen nach Standardabweichung vom Mittelwert für die 17 Kontext-Indikatoren des MSS 2015 erstellt.


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Ergänzung: Übersicht zu den Kontext-­Indikatoren des MSS 2015







*) Aus der Betrachtung werden 12 Planungsräume ausgeschlossen.

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