Natur + Grün  

 

NATURA 2000

Managementplanung


Nach der FFH-Richtlinie sind Managementpläne aufzustellen oder andere geeignete Managementinstrumente einzusetzen, wenn sich Schutzgegenstände eines FFH-Gebietes nicht in einem günstigen Erhaltungszustand befinden. Maßgabe für das Verschlechterungsverbot ist der günstige Erhaltungszustand, nicht ein ggf. schlechter Erhaltungszustand zum Meldezeitpunkt.

Erfassung, Bewertung des Erhaltungszustandes, Zielsetzung und Maßnahmen sind speziell auf die Lebensraumtypen und/oder Arten abgestellt, die die Schutzgegenstände (Anhänge I und II FFH-RL sowie Anhang I VSchRL) des jeweiligen FFH-Gebietes sind. Sinnvollerweise werden auch die Arten der Anhänge IV und V, besondere Arten und andere für dieses Gebiet naturschutzrelevante Biotope und Arten berücksichtigt, um ein differenziertes ökologisches Management des Gesamtgebietes zu ermöglichen. Daher wird die Mehrzahl der Managementpläne die Form klassicher Pflege- und Entwicklungspläne (PEP) aufweisen. Es werden jedoch auch Managementpläne zu konkreten Problemstellungen innerhalb eines NATURA-Gebietes (z.B. Grünland, Grundwasserbewirtschaftung) oder zu speziellen Schutzgegenständen (z.B. Artenhilfsprogramme) erstellt. Berlin versucht außerdem, Managementpläne mit Planwerken auf eigener Rechtsgrundlage zu koordinieren, um bessere Akzeptanz und Durchsetzungsmöglichkeiten zu nutzen.

Managementpläne sollen in Abstimmung mit den betroffenen Flächeneigentümern, Nutzern, zuständigen Behörden und fachkompetenten Gruppen (Naturschutzverbänden) erstellt werden. Aus diesen Abstimmungen erhalten sie Verbindlichkeit und Praxisnähe zur späteren Umsetzung.

Managementplanung für NATURA 2000-Gebiete des Landes Berlin
NATURA 2000 Nr. Name Managementplan Pflege- und Entwicklungsplan (PEP)
3544-301
3544-306
Pfaueninsel
Westlicher Düppeler Forst
Pflege- und Entwicklungsplan mit integrierter FFH-Managementplanung (2007)
3545-301
3545-341
Grunewald   PEP NSG Sandgrube im Jagen 86 (2001)
3445-301
(wie FFH)
Spandauer Forst Management- und Pflegeplan für FFH-LRTs des Offenlandes im FFH-Gebiet Spandauer Forst (2004)
Pflege- und Managementplan für die Wald- und Moor-LRTs des Spandauer Forstes (2009)
 
3346-301
(wie FFH)
Tegeler Fließtal Managementplan Tegeler Fließ Reinickendorfer Teil (2010)
Gewässerentwicklungskonzept nach WRRL (2011)
PEP Kalktuffgelände am Tegeler Fließ (1996/97)
PEP NSG Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ (1996)
3447-301 Falkenberger Rieselfelder (Artenhilfsprogramm Rotbauchunke) PEP NSG Falkenberger Rieselfelder (2000)
3548-302 Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug   PEP NSG Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug (1999)
3548-301

3548-341
Müggelspree-Müggelsee
Müggelspree einschl. "Die Bänke"
(Artenhilfsprogramm Trauerseeschwalbe) PEP NSG Gosener Wiesen und Seddinsee (2003)
PEP Krumme Laake/Pelzlaake (2002)
PEP LSG Müggelheimer Wiesen (1999)
3445-302 Zitadelle Spandau (Monitoring Fledermäuse)  
3445-303 Wasserwerk Tegel (Monitoring Fledermäuse)  
3547-301 Wasserwerk Friedrichshagen (Monitoring Fledermäuse)  
3445-304 Baumberge Pflege- und Managementplan für das FFH-Gebiet Baumberge (in Arbeit)  
3347-303 Schlosspark Buch   Parkpflegewerk Denkmalpflege Schlosspark Buch (2001)
3445-305 Fließwiese Ruhleben PEP und Managementplan (2007)
3444-308 Fort Hahneberg (Monitoring Fledermäuse) Nutzungskonzept Fort Hahneberg (2004/05)
Pflege- und Entwicklungsplan NSG/LSG Fort Hahneberg und Umgebung (in Arbeit)
3547-302 Teufelsseemoor Köpenick    

Erläuterungen:
  1. Ein Managementplan ist aufzustellen, wenn sich ein FFH-Gebiet oder einzelne Schutzgegenstände der Anhänge I und II der FFH-Richtlinie nicht in einem günstigen Erhaltungszustand befinden. D.h. es muss nicht für jedes NATURA 2000-Gebiet ein Managementplan aufgestellt werden. Auch können andere Managementinstrumente eingesetzt werden und zum Ziel führen.
  2. Ein schlechter Erhaltungszustand von LRT lässt sich auch an charakteristischen Arten aufzeigen. Diese Arten sind wiederum ein wichtiger Indikator in der Verträglichkeitsprüfung (z.B. Großmuscheln für den Müggelsee, Torfmoose für "Hochmoore", einzelne Reptilienarten für Radwege- und Straßenbau, etc.), d.h. Kriterien sind zum einen Rote Listen / Verantwortlichkeit, zum anderen praktische Nachweisbarkeit / gute Eignung für Monitoring.
Wiese am Eiskeller
 

Schafe zur Beweidung am Tegeler Fließ, Foto: Florian Möllers
Foto: Florian Möllers

Bojenauslegung vor der Pfaueninsel