Natur + Grün  

 

Artenschutz

Das Berliner Florenschutzkonzept


Verbreitungskarte der Sand-Grasnelke (Armeria maritima subsp. elongata)
Verbreitungskarte der Sand-Grasnelke
 
Konzeption zum Florenschutz im Land Berlin (pdf; 1,6 MB)
Im Auftrag des Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin, 2008


Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der Biodiversitätskonvention und der Globalen Strategie zum Schutz der Pflanzenwelt verpflichtet, den anhaltenden Rückgang der Pflanzendiversität bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Gesetzliche Vorgaben wie z.B. die Bundesartenschutzverordnung zielen auf den Schutz ausgewählter Pflanzenarten. Allerdings müssen Konzepte und Maßnahmen auf Länderebene erarbeitet und umgesetzt werden.

Bundesweit werden diese Bemühungen vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützt. Im Auftrag des BfN wurde eine vorläufige Liste derjenigen Arten erarbeitet, für deren Erhaltung Deutschland eine weltweite Verantwortlichkeit besitzt.

Weitere Infos über Wildpflanzen in Deutschland finden sich unter

Einzelne Länder wie beispielsweise Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern haben bereits Konzepte zum Florenschutz veröffentlicht.

Im November 2005 hat sich ein bundesweites Netzwerk zum Botanischen Naturschutz in Deutschland gegründet:

Im Auftrag des Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege wurde im Jahr 2007 eine Konzeption zum Florenschutz für das Land Berlin erarbeitet. Als Zielarten des Florenschutzes wurden hierin 134 Zielarten mit sehr hoher Schutzpriorität und 96 Zielarten mit hoher Schutzpriorität ausgewählt. Bei der Auswahl wurden neben dem Gefährdungsgrad einzelner Arten auch die Verantwortung Deutschlands und Berlins für die weltweite Erhaltung der Arten berücksichtigt (vgl. Abb. 1):

Abb. 1: Verfahren zur Auswahl der Arten mit sehr hoher bzw. hoher Schutzpriorität in Berlin (aus Seitz 2007)
Abb. 1: Verfahren zur Auswahl der Arten mit sehr hoher bzw. hoher Schutzpriorität in Berlin
(aus Seitz 2007)

Die Zielarten des Florenschutzes decken ein breites Spektrum an FFH-Lebensraumtypen und gesetzlich geschützten Biotopen ab. So soll gewährleistet werden, dass durch Schutz- und Pflegemaßnahmen nicht nur die Zielarten, sondern möglichst auch andere gefährdete Arten und Lebensräume gefördert werden (Seitz 2007).
Der Landesbeauftragte kooperiert beim Florenschutz auch mit dem Landesumweltamt Brandenburg, dem Botanischen Garten in Berlin-Dahlem, dem Botanischen Garten in Potsdam und dem Botanischen Verein von Berlin und Brandernburg.

Die Sand-Grasnelke (siehe oben) ist ein Beispiel für eine prioritäre Zielart des Florenschutzes, die in Berlin zwar noch ungefährdet ist, für deren Erhaltung Deutschland und Berlin im Weltmaßstab jedoch eine besonders hohe Verantwortung haben. Die Sand-Grasnelke ist gleichzeitig auch Zielart des Biotopverbundes im Land Berlin. Die schwarzen Punkte auf der Verbreitungskarte zeigen aktuelle Nachweise nach 1990, andere Symbole stehen für frühere Funde (die Rasterkarten sind dem unveröffentlichten Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Berlins entnommen).

Anders als die Grasnelke zählt die Wiesen-Küchenschelle nicht nur in Berlin, sondern auch in Brandenburg als vom Aussterben bedroht. Nur selten kommt sie in basenreichen Sandtrockenrasen vor. Auch für die Erhaltung dieser Art hat Berlin eine besonders hohe Verantwortung. Die Verbreitungskarte verdeutlicht den enormen Rückgang der Pflanze im Berliner Stadtgebiet.

Verbreitungskarte
Verbreitungskarte der Wiesen-Küchenschelle


Kontakt


Büro des Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Am Köllnischen Park 3
10179 Berlin

Bernd Machatzi
Tel.: 030 9025-1030
E-Mail: bernd.machatzi@senstadtum.berlin.de