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EU Projekte: Verkehr

Bahnverbindungen nach Polen


Im grenzüberschreitenden Bahnverkehr nach Polen erschweren eine Reihe rechtlicher, administrativer und organisatorischer Hemmnisse den Bahnverkehr und schwächen die Wettbewerbsposition der Schiene. Es müssen daher die rechtlichen Voraussetzungen verbessert werden, damit die langen Abfertigungszeiten der Güterzüge an den Grenzbahnhöfen reduziert werden, der Einsatz von Lokomotiven, Triebwagen und Personal in den Grenzabschnitten erleichtert und die Wettbewerbsfähigkeit von Eisenbahnverkehrsunternehmen im grenzüberschreitenden Verkehr gesteigert wird. So ist z.B. der Zugang privater deutscher Eisenbahnverkehrsunternehmen zu den polnischen Grenzbahnhöfen immer noch nicht geregelt, da es kein zeitgemäßes Eisenbahnrahmenabkommen Deutschland - Polen gibt.

Berlin Hauptbahnhof © DB AG / Jazbec Auf Initiative von Berlin hatte die Verkehrsministerkonferenz der Länder bereits im Frühjahr 2005 in diesem Sinne einen Beschluss gefasst und die Bundesregierung aufgefordert, das seit über zehn Jahren in Verhandlung befindliche Abkommen zum Eisenbahnverkehr mit Polen zügig zum Abschluss zu bringen. Daneben wurde die Bundesregierung gebeten darauf hinzuwirken, dass zur Lösung der noch bestehenden Probleme die Zusammenarbeit der nationalen Ministerien, der Aufsichtsbehörden und Infrastrukturunternehmen der Bahn zwischen Deutschland und Polen verbessert und vernetzt wird, um schnellere Abstimmungen bei der Trassen- und Fahrplankoordinierung sowie unkomplizierte Zulassungsprozeduren zu erreichen. Das Land Berlin wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass ein zeitgemäßes deutsch-polnisches Bahnabkommen nun endlich abgeschlossen wird.

Auf der Verbindung Berlin - Stettin konnten, durch das Ende 2004 verbesserte Bahnangebot, bereits Fahrgastzuwächse generiert werden. Dazu haben auch tarifliche Verbesserungen beigetragen. So wird das Länderticket Brandenburg-Berlin nunmehr auch in Stettin verkauft und dessen Gültigkeit auf den Berliner Nahverkehr seit August 2005 ausgedehnt. Zudem kann mit diesem und anderen VBB-Zeitkarten seit Dezember 2005 der Stettiner Nahverkehr benutzt werden. Allerdings haben sich Ende 2005 durch mangelhafte Fahrplanabstimmung im Grenzbahnhof Küstrin die Fahrtzeiten auf der Ostbahn von Berlin nach Gorzów (Hauptstadt der Wojewodschaft Lubuskie) verschlechtert. Zudem sind die Direktanschlüsse des Regionalexpress-Zuges Berlin - Stettin nach Danzig und Kolberg ("Stettiner Haff") weggefallen. Das Land Berlin vertritt in diesem Zusammenhang die Auffassung, dass zur Verkürzung von Reisezeiten zunächst Anschlussoptimierungen vor Streckenausbaumaßnahmen Priorität genießen müssen.

Das Land Berlin nutzt seit 2006 das Projekt "Oderpartnerschaft" sowie die EU-Programme "Rail Baltica" und "Via Regia - ED-C III", um die Situation im deutsch-polnischen Eisenbahnverkehr zu verbessern. Am "Runden Tisch Bahnverkehr" der Oderpartnerschaft, den der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg koordiniert, arbeiten die Länder Berlin und Brandenburg, die benachbarten Wojewodschaften Westpommern, Lubuskie, Wielkopolski, Niederschlesien sowie die Stadtverwaltungen Breslau, Posen und Stettin mit den Eisenbahnunternehmen DB, PKP und NEB zusammen. Sie verfolgen dabei folgende Ziele: Fahrzeitverkürzungen durch Optimierung der Fahrpläne im gesamten Gebiet der Oderpartnerschaft (kurzfristig), Realisierung zusätzlicher Verbindungen, Aufbau verkehrsverbundähnlicher Strukturen mit attraktiven und einfachen Tarifen und einem deutsch-polnischen Fahrplaninformationssystem (mittelfristig), gemeinsames Lobbying für wichtige Schieneninfrastrukturprojekte gegenüber den nationalen Regierungen und der EU (langfristig). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 konnten erste Erfolge erzielt werden. Die Anschlüsse in den Grenzbahnhöfen Kostrzyn, Stettin und Rzepin (nach Zielona Góra) wurden in vielen Fällen erheblich verbessert, mit Fahrzeitverkürzungen zwischen 30-50 Minuten. Aufgrund der verbesserten Kommunikation der deutschen und polnischen Akteure konnte im Sommer 2007 ein Vorschlag Berlins realisiert werden, der eine neue umsteigefreie Spätverbindung von Berlin nach Stettin durch Freigabe eines Schlafwagenzuges in Richtung Kaliningrad vorsieht. Hier können auch die Angebote des VBB Tarifes sowie des Ländertickets genutzt werden.

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Tel.: 030 9025-1725
Fax: 030 9025-1675
E-Mail: juergen.murach@senstadtum.berlin.de



 


 
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