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Metropolis

Aktuelles 2017


XII. Metropolis-Weltkongress in Montréal 2017


Berlin gründet Internationales Collaboratory‎ für Bürgermeister

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, gründet im Rahmen des Weltkongresses von Metropolis in Montreal ein einzigartiges Collaboratory für Bürgermeister, exzellente Wissenschaftler und Experten von fünf Kontinenten. Gründungsmitglieder sind Bürgermeister, Finanz- und Kulturexperten, Wissenschaftler aus Berlin, Buenos Aires, Madrid, Dakar, Guangzhou, Mexiko und Johannesburg. Der Regierende Bürgermeister findet damit eine Antwort auf die Frage, wie die Neue Urbane Agenda (NUA), die von den großen Städten mitformuliert wurde, in Praxis umgesetzt werden kann.

Berlin hatte zuvor bereits 2015 die "PrepCity"-Taskforce gegründet, die der Vorbereitung der Habitat-III-Konferenz der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr diente, Empfehlungen der Weltmetropolen an die UN zu entwickeln und deren Ergebnisse direkt in die Beratungen zur NUA einflossen.

In einer Zeit von Buzzword, big data und schnellem Meinungswandel setzt der Berliner Bürgermeister auf die gemeinsame Intelligenz von Regierenden, Wissenschaftlern und kritischen Journalisten und anderen Akteuren, die ihre Städte zu Reflexionsflächen für Intelligenz machen wollen, um den Populisten etwas entgegen zu setzen.


Vom 19. bis 22. Juni 2017 findet unter dem Motto "Global Challenges: Major Cities in Action" im kanadischen Montréal der zwölfte Weltkongress des internationalen Städtenetzwerks Metropolis statt. Der Weltkongress bietet Entscheidungsträgern aus den großen Städten der Welt sowie öffentlichen, institutionellen, privaten und akademischen Interessierten die Möglichkeit, in Austausch zu treten und Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. Über 100 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, darunter Denis Coderre aus Montréal, Anne Hidalgo aus Paris und Manuela Carmena aus Madrid haben die Auswahl zwischen 200 verschiedenen Veranstaltungen, die sich an sechs Hauptthemen orientieren. Zu diesen zählen u.a. die Herausforderungen der "Smart Cities" und "Metropolitan Leadership and Governance".

Die Berliner Delegation wird vom Regierenden Bürgermeister, Michael Müller, angeführt, der sich in Montréal zur Wiederwahl als Co-Präsident von Metropolis aufstellt. Die Leiterin des Referates "EU und Internationales" der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Frau Barbara Berninger, wird erneut als Regionalsekretärin des Netzwerks für Europa kandidieren und die neue Berliner Initiative leiten.

Um die Implementierung der New Urban Agenda (NUA) sowie der Sustainable Development Goals zu unterstützen, wird Berlin am 21. Juni die Veranstaltung "Metropolises Meeting the Challenge of the NUA" anbieten. Die Sitzung wurde als eine von 18 Veranstaltungen aus über 180 Bewerbungen ausgewählt. Berlin hatte 2015 die "PrepCity"-Taskforce gegründet, die der Vorbereitung der Habitat-III-Konferenz der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr diente und deren Ergebnisse in die Beratungen zur NUA einflossen. Empfehlungen der Weltmetropolen an die UN wurden hier entwickelt. Die Sitzung in Montréal dient als Veranstaltung zur Bildung eines "Cities Sustainability Collaboratory" (CSC), mit dem ein praktischer Fahrplan für eine nachhaltige Stadtentwicklung in den teilnehmenden Städten formuliert werden soll. Das CSC wurde durch Metropolis unter den ersten drei Pilotprojekten aus 15 Einreichungen platziert. Aus dem Publikum tragen Rahmatouca Sow Dieye (Dakar) und Olivia Labonté (UN Habitat Youth Advisory Board North America) mit Statements zur Veranstaltung bei. Moderiert wird diese durch Prof. Paul James von der University of Western Sydney. Neal Peirce, Chefredakteur von Citiscope, wird einen Überblick zum Stand der bisherigen Umsetzungsanstrengungen zur NUA geben.

Eine Deklaration, die von den Teilnehmern des Kongresses verabschiedet wird und den Führungsanspruch von Städten bei der Lösung regionaler und globaler Herausforderungen, insbesondere im Bereich Klimaschutz unterstreicht, verdeutlicht die Notwendigkeit von internationaler Vernetzung. Die Inhalte dieser Deklaration werden von Berlin bereits seit längerer Zeit praktiziert und durch die Auftaktveranstaltung des CSC in Montreal aufgegriffen.

Der Regierende Bürgermeister wird als einer der Redner der Plenarsitzung "Living Together, Right to the City: How Can We Build Inclusive Cities?" auftreten und erläutern, wie gelebte Inklusion in Berlin aussieht und seine Visionen für die Zukunft vorstellen. Die unter Federführung Berlins entwickelte "Policy Transfer Platform", die einen Best-Practice-Austausch zwischen Städten ermöglicht, wird zudem während des gesamten Tagungszeitraums mittels einer Poster-Präsentation in der Ausstellungshalle des Kongresszentrums vorgestellt.

Das 1985 gegründete weltumspannende Netzwerk Metropolis bietet 138 Haupt- und Millionenstädten und großstädtischen Regionen ein internationales Austausch- und Kooperationsforum. Alljährlich beraten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im "Board of Directors" und entscheiden alle drei Jahre auf einem Weltkongress über die strategische Ausrichtung der jeweils dreijährigen Arbeitsphasen zu städtischen Handlungsfeldern. Das Netzwerk pflegt Partnerschaften mit anderen globalen Institutionen und Nichtregierungs-organisationen (z.B. UN-Habitat, Weltbank, Eurocities, GIZ) und ist so das einflussreichste Netzwerk für Metropolen.



Berlin intensiviert Zusammenarbeit mit Guangzhou im Rahmen der Metropolis- und UCLG-Strategietreffen in Barcelona


Regelmäßig treffen sich die Regionalsekretäre des Metropolis Städtenetzwerks, um über strategische Weichenstellungen und Verbesserungen in der internationalen Zusammenarbeit zu beraten. Metropolis ist Teil des globalen Dachverbands der Städtenetzwerke, United Cities and Local Governments, kurz UCLG. Beide Netzwerke mit Sitz in Barcelona veranstalteten ihre Strategietreffen in der Woche vom 20. bis 24. Februar 2017 unter Teilnahme von Berlin.

Auf Einladung des Generalsekretärs von Metropolis, Felip Roca, trafen sich die Regionalsekretäre des Netzwerks, um die Inhalte des Arbeitsplans für die kommenden drei Jahre, die Einführung von neuartigen Pilotprojekten sowie Budgetfragen zu besprechen.

Zum Abschluss des Treffens unterzeichneten die Metropolis Regionalsekretärin für Europa, Barbara Berninger, Berlins und der Regionalsekretär für Asien-Pazifik, Liu Baochun, ein Abkommen zur vertieften Partnerschaft der Städte Berlin und Guangzhou sowie eine engere Kooperation ihrer Metropolis-Aktivitäten mit Bezug auf die von Berlin entwickelte Policy Transfer Platform und dem Guangzhou Innovation Award, ein internationaler Preis für städtische Vorzeigeprojekte.

Am UCLG Strategietreffen nahmen zahlreiche institutionelle Mitglieder der Organisation teil, darunter Vertreter der Präsidentschaft, den Vizepräsidentschaften, UCLG-Sektionen und Komitees. Dabei wurden die Ergebnisse des letzten UCLG Weltkongresses in Bogota, des UN-Habitat III Treffens in Quito und die Herausforderungen und nächsten Schritte zur Implementierung der New Urban Agenda besprochen.

Ein Hauptaugenmerk lag auf den Themen Lernen und Kommunikation und einer besseren Koordination der unterschiedlichen Plattformen und Aktivitäten aller Teilnehmer. Auch hier wurde Berlins Arbeit an der Policy Transfer Platform als wichtiges internationales Lerninstrument vom UCLG-Generalsekretariat hervorgehoben und zu mehr Synergien bei der Zusammenarbeit aufgerufen.
Metropolis Initaitive

Unterzeichnung des Abkommens zur vertieften Partnerschaft der Städte Berlin und Guangzhou; Foto: Jonas Schorr
Liu Baochun, Metropolis-Regionalsekretär Asien-Pazifik und Direktor des Guangzhou Institute for Urban Innovation und Barbara Berninger, Metropolis-Regionalsekretärin Europa und Referatsleiterin EU & Internationales (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen) unterzeichnen am 23. Februar 2017 ein Memorandum of Understanding zur vertieften Zusammenarbeit.
Foto: Jonas Schorr