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Karten, Pläne, Daten - Online 
Über den FIS-Broker
Die Idee
In der Senatsverwaltung werden seit vielen Jahren Geodaten in großem Umfang erfasst und verarbeitet. Die Nutzung dieser Geodaten wurde in der Vergangenheit vor allem durch Inkompatibilitäten zwischen den GIS-Systemen und Datenformaten, aber auch durch unterschiedliche Raumbezüge, Maßstäbe und Koordinaten, behindert. Ohne aufwändige und oft mit Informationsverlusten einhergehende Datenkonvertierungen konnten „fremde“ Daten nicht für die tägliche Arbeit genutzt oder sogar mit den „eigenen“ Daten zusammengeführt werden. Hinzu kam häufig das Problem, dass die Daten nach der Konvertierung bald veraltet waren.
Um die vorhandenen Datenbestände systemübergreifend einem weiten Nutzerkreis verfügbar zu machen, wurde der FIS-Broker entwickelt. Dabei steht FIS für „Fachübergreifendes InformationsSystem“, d.h. für das Ziel die in einzelnen Fachanwendungen oder lediglich für einzelne Arbeitsbereiche vorliegenden Daten übergreifend nutzbar zu machen. Broker steht für einen Makler, der diese übergreifende Nutzung ermöglicht.
Die Grundidee ist, die Daten beim Anbieter zu belassen und einen einheitlichen formatübergreifenden Zugriff auf diese Daten zu organisieren. Der FIS-Broker ist dabei als Makler lediglich vermittelnd tätig: Während die Daten bei den Anbietern verbleiben und in ihren Systemen gepflegt und fortgeschrieben werden, hält der FIS-Broker selbst ausschließlich beschreibende Daten, sogenannte Metadaten, vor, die für die Vermittlung zwischen dem Nutzer und den Daten benötigt werden.
Um auf die über den FIS-Broker angebotenen Daten zugreifen zu können, muss keine Installationsarbeit verrichtet werden. Auch Wissen über die datenhaltenden Systeme wird nicht mehr benötigt: Voraussetzung sind lediglich Netzanbindung und Browser, sofern man über die FIS-Broker-Oberfläche auf die Daten zugreifen will. Möglich ist darüber hinaus auch, die Dienste des FIS-Broker direkt in eigene Anwendungen einzubinden.
Die Bestandteile
Zentraler Bestandteil des FIS-Broker ist ein Metainformationssystem. Alle Daten werden zunächst in XML beschrieben und als Metadaten in einer zentralen Datenbank, dem Repository, gespeichert. Das FIS-Broker-Repository enthält sowohl technische Informationen (z.B. Servername, Format, Zugriffsrechte) für die Bereitstellung der Daten als auch inhaltliche Informationen (Legende, Impressum, Beschreibungen) zu deren Verständnis.
Über entsprechende Systemadapter wird auf die verschiedenen Geodaten zugegriffen. Momentan sind Adapter für Yade, Sicad, ArcView und den opengis-konformen Zugriff realisiert. Sie sorgen dafür, dass Karten formatunabhängig dargestellt werden können. Weitere Funktionen ermöglichen eine Navigation in der Karte, das Überlagern oder Herstellen anderer Lagebeziehungen zwischen verschiedenen Themen.
Neben Karten werden bei der Senatsverwaltung auch eine Vielzahl von alphanumerischen Informationen (Sachdaten) in verschiedenen Datenbanken (z.B. in Oracle oder Access) geführt. Diese werden ebenfalls über entsprechende Adapter erschlossen. Filter-, Statistik-, Sortier- und Downloadfunktionen ermöglichen das Arbeiten mit den Daten.
Da die meisten Informationen des Hauses einen räumlichen Bezug besitzen, ist ein guter räumlicher Zugang zu den Daten entscheidend. Deshalb sind neben den thematischen Recherchen im FIS-Broker eine Vielzahl räumlicher Recherchen realisiert. So ist eine räumliche Suche über Adressen, eine Übersichtskarte, einen Stadtplan, über sogenannte Raumeinheiten (z.B. Altlastenfläche, Ortsteil, Bebauungsplan) und auch über Koordinaten möglich.
Wesentlicher Bestandteil des FIS-Broker-Konzeptes ist es, Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Datenbeständen herzustellen und anzuzeigen. So können z.B. Kartenausschnitte aus verschiedenen Karten und unterschiedlichen GIS-Systemen überlagert und gemeinsam mit den dazugehörigen Sachdaten angezeigt werden. Der Raumbezugsdienst ermöglicht darüber hinaus das Herstellen von Lagebeziehungen (Ist für das Grundstück ein Bebauungsplan aufgestellt und was setzt er fest? Liegen Altlasten im Einzugsbereich eines Wasserschutzgebietes?).
Mit Hilfe eines Autorentools - bestehend aus einer webbasierten Administrationskomponente zum dezentralen Einstellen von Metadaten in das FIS-Broker-Repository - wird zur Zeit die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die verschiedenen Datenanbieter selbständig die redaktionelle Pflege ihres FIS-Broker-Angebotes vornehmen können.
Aktueller Einsatz
- Themenübergreifende Präsentation von Geo – und Sachdaten der Senatsverwaltung.
Das FIS-Broker-Internetangebot informiert über eine Auswahl an Themen aus der Senatsverwaltung, die kontinuierlich erweitert werden. Nutzern im Berliner Behördennetz steht ein umfangreicheres Angebot mit derzeit über 100 Themen zur Verfügung.
Das FIS-Broker-Internetangebot umfasst noch nicht alle derzeit möglichen Funktionen. Vor allem die Möglichkeiten, räumliche Beziehungen herzustellen, sollen verbessert werden. Den Nutzern im Berliner Behördennetz stehen schon jetzt umfangreichere Recherche- und Präsentationsmöglichkeiten zur Verfügung.
- Konfiguration des FIS-Broker für eigenen Web-Auftritt
Für den eigenen Web-Auftritt kann der FIS-Broker über Parametereingabe ohne Programmierung und ohne HTML-Kenntnisse individuell gestaltet werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten über eine Konfigurationsdatei umfassen das Oberflächenlayout, den Funktions- und Datenumfang.
So nutzt beispielsweise das Baulückenmanagement einen für seine Zwecke konfigurierten FIS-Broker zur Unterstützung von Investoren bei der Baulandrecherche; der Flächennutzungsplan zur Präsentation seines Planes.
- Nutzung von FIS-Broker-Diensten aus Fachanwendungen heraus
Dienste des FIS-Broker, wie die Adresssuche, die Kartenpräsentation oder die Lageauskunft können aus Fachverfahren heraus genutzt werden.
So bedient sich innerhalb der Berliner Verwaltung das Liegenschaftsfonds-Auskunfts- und Stellungnahmeverfahren (LAUS) der Dienste des FIS-Broker und nutzt die im FIS-Broker beschriebenen Karten - kombiniert mit lokal gespeicherten Geodaten - für die Bewertung von Liegenschaften.
- Eigener Einsatz des FIS-Broker in anderen Dienststellen des Landes Berlin
Alle Einrichtungen des Landes Berlin können den FIS-Broker kostenfrei übernehmen, um eigene Daten anbieten oder die Dienste zum Aufbau eigener Fachverfahren nutzen zu können.
Entsprechende Nutzungen erfolgen zunehmend durch die Berliner Bezirke.
- Nutzung des FIS-Broker außerhalb der Berliner Verwaltung
Außerhalb der Berliner Verwaltung wird der FIS-Broker von der Fa. SRP GmbH vertrieben.
Weiterentwicklungen
Weitere Entwicklungen haben schwerpunktmäßig den Ausbau des Raumbezugsdienstes, die Kommunikation der verschiedenen FIS-Broker-Installationen innerhalb der Berliner Verwaltung und den verstärkten Einsatz der FIS-Broker-Dienste in Fachverfahren zum Ziel.
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