denkmal  

 

Liste, Karte, Datenbank - Denkmaldatenbank

Kaiserliches Patentamt

Obj.-Dok.-Nr.: 09095896
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Luisenstraße
Hausnummer: 32 & 33 & 34
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsbau
Datierung: 1887-1891
Umbau: um 1895
Entwurf: Busse, August Wilhelm Martin Heinrich (Architekt)
Ausführung: Jänicke, A. (Maurer)
Ausführung: Wimmel, P. (Steinmetz)
Ausführung: Puls, E. (Kunstschmied)
Bauherr: Reichsamt des Inneren

Das benachbarte ehemalige Kaiserliche Patentamt, Luisenstraße 32-34, errichtete 1887-91 der Architekt August Busse, damals Geheimer Oberregierungsrat im Reichsamt des Inneren. Neben der physikalisch-technischen Reichsanstalt, dem Reichsgesundheitsamt und dem Reichsversicherungsamt, die beiden letzteren ebenfalls von Busse entworfen, zählt das Patentamt zu den zwischen 1880-90 neu eingerichteten kaiserlichen Behörden, für die neue Amtsgebäude gebaut werden mussten. Die großzügige Ausstattung und die repräsentative Gestaltung verweisen auf die Bedeutung, die den neuen obersten Reichsbehörden zugemessen wurde. (1) Die Vierflügelanlage umfasst einen geräumigen Innenhof, umlaufende Flure erschließen die hofseitigen Patentsäle und Büroräume. Für den bildhauerischen Schmuck und die Figuren fertigte der Bildhauer Otto Lessing die Modelle, und die Ausführung der Kunstschmiedearbeiten nach dem Entwurf des Architekten oblag Eduard Puls. Nicht zuletzt verdankt der Bau seine Wirkung der sorgfältigen Materialwahl - an der Straßenfront fanden Warthauer und Rackwitzer Sandstein, an den Hoffassaden lederfarbene Oberhermsdorfer Ziegel aus Schlesien Verwendung. Im engen Straßenraum der Luisenstraße kommen weniger die Fernwirkung der Fassade als ihre architektonischen Einzelheiten und die Bildhauerarbeiten zur Geltung.

Der Bau diente vor der Wiedervereinigung Berlins als Dienstsitz der DDR-Generalstaatsanwaltschaft. Heute beherbergt das nach 1996 instand gesetzte Gebäude Konferenzräume und Büros für den Deutschen Bundestag.


(1) Vgl. o.V., Das Kaiserliche Patentamt in Berlin, Luisenstrasse 33 u. 34, in: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 6 (1883) 12, S. 56, Tafeln 115, 116.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 76f. (hier Grundriß Erweiterungsbau 1895)
  • N.N./ Entwurf zum Neubau eines Dienstgebäudes für das Kaiserliche Patentamt in Berlin in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 7 (1887) / Seite 101
  • N.N./ Architekten-Verein zu Berlin (Exkursion zum Reichs-Patentamt in der Luisenstrasse) in
    Deutsche Bauzeitung 24 (1890) 77 / Seite 467
  • N.N./ Das Kaiserliche Patentamt in Berlin, Luisenstrasse 33 u. 34 in
    Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 6 (1893) 12 / Seite 56
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 319
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 604-606