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Dorfkirche

Obj.-Dok.-Nr.: 09095043
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Tunnelstraße
Hausnummer: 5 & 11
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kirche ev.
Datierung: 1459-1464
Umbau: 1823-1824
Umbau: 1895

An der Tunnelstraße 5-11 liegen Dorfkirche und Friedhof - die einzigen erhaltenen Zeugen des alten Dorfes. Ungewöhnlich ist die Lage der Dorfkirche weit außerhalb des ehemaligen Dorfkerns jenseits des Grabens, der die südöstliche Spitze der Halbinsel von ihrem nordwestlichen Teil abtrennte. Sie wurde 1459-64 errichtet. Der einschiffige Bau mit polygonalem Chor und leicht eingezogenem massivem Turm erhebt sich in gotischen Formen als Ziegelbau über einem Feldsteinsockel. Der Turm wurde 1823-24 von Friedrich Wilhelm Langerhans errichtet, nachdem der alte Turm eingestürzt war; 1895 wurde der Eingang von der Südseite hierher verlegt. 1935 trug man den Turm wegen Baufälligkeit bis zum Gurtgesims ab; bei einer vollständigen Restaurierung der Dorfkirche 1936-38 wurde er in der alten Form wiederaufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch die Vorhalle an seiner Westseite. 1949 wurde der im Krieg teilzerstörte Bau wiederhergestellt. (1)

Unter der bemerkenswerten Innenausstattung befindet sich ein Schnitzaltar vom Anfang des 16. Jahrhunderts aus Massen bei Finsterwalde (Maria zwischen den Heiligen Barbara und Ursula). Die gemalten Seitentafeln stammen aus dem Brandenburger Dom; sie zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen Petrus und Paulus; die Darstellung von Petri Fischzug steht in Bezug zur Tradition des Fischerdorfes. Zu erwähnen sind auch die spätgotische Kalksteintaufbecken und die Glasmalerei-Fragmente aus der Zeit um 1460. Der weithin sichtbare Turm mit seinem charakteristischen spitzen Helm und seinen Eckbekrönungen ist das Wahrzeichen Stralaus.


(1) Vgl. Badstübner, S. 108 ff.; Peschke, S. 49-60.

Literatur:
  • Badstübner, Kirchen, 1987 / Seite 108f.
  • Reclam Berlin, 1977 / Seite 160
  • Pescke, W./ Drei Berliner Dorfkirchen in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 62 (1942) / Seite 49-60
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 217-219