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U-Bahnhof Samariterstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09085405
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Samariterstraße & Frankfurter Allee
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (U)
Entwurf: 1927
Datierung: 1928-1930
Entwurf: Grenander, Alfred Frederik Elias (Architekt)
Bauherr: BVG & Stadt Berlin

1927-30 ließ die Stadt Berlin unter der Leitung von Johannes Bousset zur besseren verkehrlichen Erschließung des Berliner Ostens eine leistungsfähige U-Bahnlinie anlegen. Als Linie E, der heutigen U 5, vom Bahnhof Alexanderplatz bis Friedrichsfelde führend, folgte die U-Bahntrasse auf Friedrichshainer Gebiet, d.h. ab Strausberger Platz dem Verlauf des breiten Straßenzuges der Frankfurter Allee. Die als Eisenbetonrahmenkonstruktion angelegte Tunnelröhre konnte hier deshalb in offener Bauweise ausgeführt werden. Die Gestaltung der Bahnhöfe übernahm Alfred Grenander, der bereits über drei Jahrzehnte die Architektur der Bauten der Berliner Hoch- und Untergrundbahn geprägt hatte. Alfred Grenander folgte bei seinen Entwürfen für die Linie E konsequent dem Prinzip der reinen Zweckmäßigkeit. Alle Bahnhöfe gehen, abgesehen von den Umsteigebahnhöfen, auf einen einheitlichen Entwurf zurück: ein über Fußgängertunnel und Vorhalle im Zwischengeschoß zugänglichen Mittelbahnsteig, auf einer Mittelstützenreihe aus genieteten Doppel-T-Trägern ruhende Flachdecke und die Wände mit rechteckigen Fliesen in jeweils wechselnden Pastelltönen verkleidet. (1)

(S. 61)


(1) Vgl. BusB X B (1), S. 70-72, 140,142; Bohle-Heintzenberg, S. 197-200.

Von der 1927-30 angelegten Linie E, der heutigen Linie U 5, die ab dem Strausberger Platz dem breiten Straßenzug der Karl-Marx-Allee/Frankfurter Allee folgt, ist der U-Bahnhof Samariterstraße an der Frankfurter Allee die einzige Station auf Friedrichshainer Gebiet, die in ihrer ursprünglichen Gestaltung weitgehend überliefert ist. Alfred Grenander hatte für die Bahnhöfe dieser Linie einen Typenentwurf erarbeitet, den er nur für die Umsteigebahnhöfe variierte. Der 1928-30 gebaute U-Bahnhof Samariterstraße ist ein exemplarisches Beispiel dieses Normaltyps. Grenander gestaltete die Bahnhöfe dieser Linie schlicht und zweckmäßig. Nicht zuletzt wegen des engen Kostenrahmens verzichtete er völlig auf Schmuckformen.

Die Bahnsteighalle mit dem Mittelbahnsteig ist über Vorhallen und Fußgängertunnel im Zwischengeschoß an den Bahnsteigenden mit je zwei von den seitlichen Bürgersteigen führenden Zugängen zu erreichen. Die Flachdecke aus sichtbaren Stahlträgern und Stahlbetonplatten ruht auf einer mittleren Stützenreihe aus genieteten Doppel-T-Träger. Die Wände sind mit hellgrünen Fliesen verkleidet. Die mit den Stationen wechselnden Farben der Wandfliesen dienen der Erkennung des jeweiligen Bahnhofes.Der U-Bahnhof Samariterstraße charakterisiert in seiner konsequent auf Zweckmäßigkeit und Funktionalität ausgerichteten Gestaltung den Spätstil Alfred Grenanders.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 61, 179