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Platz Frankfurter Tor

Obj.-Dok.-Nr.: 09085171
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Frankfurter Tor
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9
Strasse: Karl-Marx-Allee
Hausnummer: 140 & 143
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohn- und Geschäftshaus
Entwurf: 1954
Datierung: 1955-1960
Entwurf: Kühn, Fritz (Kunstschmied)
Entwurf: Architektenkollektiv Hermann Henselmann (Architektenkollektiv)
Ausführung: VEB Industriebau
Bauherr: Magistrat von Groß-Berlin Stadtbezirk Friedrichshain

Der rechteckige Platz Frankfurter Tor mit der Bebauung Frankfurter Tor 1-9 wurde an der Kreuzung der Karl-Marx-Allee mit einem verkehrsreichen übergeordneten Straßenzug angelegt. Der Platz verknüpft zwei Bauabschnitte der Magistrale, er entstand zwischen 1954 und 1960 nach Entwürfen von Hermann Henselmann. Der Übergang der Frankfurter Allee von Osten in die Karl-Marx-Allee wird durch zwei Turmhochhäuser bezeichnet. Sie besitzen Kuppeln, die in Anlehnung an die Gontard-Türme am Gendarmenmarkt gestaltet wurden und als Blickpunkte weit in die Stadt hinein wirken. Kennzeichnend für die Platzgestaltung ist eine etwas modernere Entwurfshaltung als in den früheren Abschnitten der Allee, obwohl in der Erdgeschoßzone mit den monumentalen Säulendurchgängen und auch in der Traufzone historische Elemente verwendet werden. Dagegen stehen jedoch die glatte unornamentierte Fassade mit den klar eingeschnittenen Fenstern und Laubengänge in den obersten Stockwerken. Das Kaufhaus an der Nordostseite des Platzes besitzt einen übergiebelten Risaliten, der ab dem ersten Obergeschoß vollständig verglast ist. Diese Fassade deutet schon auf die Veränderung in der Baugesinnung hin, die ab der Mitte der fünfziger Jahre auch in der DDR eine Hinwendung zu funktionalistischen Konzepten brachte. In diesem Bauten werden schon erste Ergebnisse der seit 1953 in der DDR geführten Architekturdebatte über das Problem der Industrialisierung des Bauens sichtbar. (1)


(1) 1953, nach Stalins Tod, begann eine Umorientierung in der sowjetischen Architekturpolitik. Nicht mehr nur die ideelle Seite der Architektur wurde debattiert, sondern wirtschaftliche Aspekte traten in den Vordergrund. Typenprojektion und Montagebauweise vorgefertigter Elemente wurden thematisiert und zur Leitlinie des Bauens erhoben. Im Osten Deutschlands wurde diese Wende der Konzeption nur zögerlich aufgenommen. 1955 erhob man die Industrialisierung des Bauens dann allerdings zu einer der wichtigsten baupolitischen Aufgaben. Vgl. Schätzke, S. 68 ff.

Literatur:
  • Architekturführer DDR - Berlin, 1981 / Seite 174f.
  • Kühn, Fritz/ Eisen und Stahl, Leipzig 1957 Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 159-161