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234. und 253. Gemeindeschule, 6. Hilfsschule, 3. Schule für Schwerhörige und Lesehalle

Obj.-Dok.-Nr.: 09085017
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Straßmannstraße
Hausnummer: 14
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1900-1902
Entwurf (?): Hoffmann, Ludwig Ernst Emil (Architekt)
Bauherr: Stadtbauinspektion III

Ein typisches Beispiel für die zunehmende Konzentration nicht nur mehrerer Schulen, sondern auch verschiedener Schularten und anderer Institutionen der Volksbildung nach der Jahrhundertwende ist die Anlage in der Straßmannstraße 14 von 1900-02. (1) Eine Gemeindedoppelschule, eine Schule für gewerbliche Zwecke und das wie üblich an der Straße liegende Rektorenwohnhaus mit Lesehalle waren auf dem Grundstück unterzubringen. (2)

Auch hier wurde die Schule in das Innere eines Häuserblocks gelegt. Hoffmann und seine Mitarbeiter gingen mit dem zur Verfügung stehenden Platz so geschickt um, daß eine weiträumige Anlage für alle anstehenden Nutzungen entstand. Sie stellten einen stumpfwinkligen Dreiflügelbau in die Südostecke des Grundstücks und ein Gebäude auf rechtwinkligem Grundriß ihr gegenüber. Diese Disposition ergab die beste Lage für die Unterrichtsräume und einen winkelförmigen Hof, der in verschiedene Bereiche zu untergliedern war. (3)

Für die äußere Gestaltung wählte Hoffmann den lebendigen Farbwechsel von roten Ziegelflächen und hellen Sandsteinbändern und den mehrfach geschweiften Knickgiebel im Stil der holländischen Spätrenaissance, der zu dieser Zeit sehr beliebt war und auch für andere Schulen derselben Bauzeit gewählt wurde. Erhalten ist auch hier noch der bildnerische Schmuck: Reliefs mit Kindern und Tieren in Rollwerkkartuschen.


(1) Vgl. Schmidt-Thomsen, Jörn-Peter, Schulen der Kaiserzeit, in: BusB V C, S. 21.

(2) Laut Bauakte enthielt die Berufsschule eine Tischlerei, eine Kunstschmiede, Zeichensäle und Säle für Mechaniker sowie ein chemisches Laboratorium.

(3) Da es noch keine Sportplätze gab, dienten die Schulhöfe nicht nur dem Pausenaufenthalt, sondern auch dem Turnunterricht.

Literatur:
  • Bauwelt 18 (1927) / Seite S.52
  • BusB V C 1991 / Seite S. 356
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 174-176