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Alexanderhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09080425
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Alexanderplatz
Hausnummer: 2
Strasse: Dircksenstraße
Hausnummer: 20 & 21
Strasse: Grunerstraße
Hausnummer: 11 & 13 & 15
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsbau & Geschäftshaus
Datierung: 1930-1932
Entwurf: Behrens, Peter (Architekt)
Bauherr: Wayss und Freytag AG

Der Alexanderplatz wurde in den Jahren 1967-1973 neu aufgebaut. 1968-1970 entstanden das Hochhaus "Stadt Berlin" und das "Centrum"-Warenhaus, die zusammen mit zwei nach Entwurf von Peter Behrens 1930-32 errichteten Hochhäusern, Berolina- und Alexanderhaus, Alexanderplatz 1 und 2, einen den Fußgängern vorbehaltenen Bereich umschließen. Die beiden historischen Geschäftshäuser waren nach Kriegsschäden 1952 in ihren ursprünglichen Formen wieder hergestellt worden, eine erneute Sanierung des Alexanderhauses wurde 1996 abgeschlossen. (1)

Vor dem Bau der Bürohäuser hatte 1928 ein Wettbewerb für die Neugestaltung des Alexanderplatzes zum "Weltstadtplatz" stattgefunden. Einen von den Verkehrsplanern geforderten Kreisverkehr sollte eine geschlossene Randbebauung mit einheitlicher Fassadengestaltung und Traufhöhe umschließen. Den Wettbewerb gewann die Architektengemeinschaft Brüder Luckhardt und Anker, zur Ausführung bestimmt wurde jedoch der Entwurf von Peter Behrens. Obwohl von seinem Gesamtplan nur die beiden Häuser realisiert wurden, ist die Torsituation erkennbar, mit der die Einmündung der Königstraße (heute Rathausstraße) auf den Alexanderplatz betont werden sollte. Die in die gegenüberliegenden Stirnseiten der beiden Gebäude eingelassenen Lichtbänder verstärken diesen Effekt. Die Fassaden der Gebäude sind nahezu identisch gestaltet. Ein über der Erdgeschosszone umlaufendes, leicht vorgezogenes Fensterband im ersten Obergeschoss schafft eine horizontale Verbindung und ein Gegengewicht zu der auf gleicher Höhe gegenüber liegenden Stadtbahn. Darüber erheben sich jeweils die gerasterten Fassaden der flexibel einteilbaren Bürogeschosse. Die Fenster sind in zurückliegenden Wandfeldern eingelassen, wodurch das konstruktive System des Stahlbetonbaus hinter der Muschelkalkverkleidung sichtbar bleibt. Von den ambitionierten Weltstadtplanungen des Stadtbaurats Martin Wagner und des Verkehrsstadtrats Ernst Reuter in der Weimarer Republik wurde nur wenig ausgeführt, nur diese Bauten vermitteln noch einen von Wagner und Reuter zu verantwortenden städtebaulichen Zusammenhang im Innenstadtbereich.


(1) Vgl. BusB IX, S. 151-154; Alexanderhaus 1998.

Literatur:
  • BusB IX 1971 / Seite S.151-154
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 422 f.
  • Heuler, Norbert; Schmidt, Franziska/ Alexanderhaus von Peter Behrens, Alexanderplatz in
    In/ Reparieren, Renovieren, Restaurieren. Vorbildliche Denkmalpflege in Berlin, Berlin 1998 / Seite 16f.