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Bahnhof Friedrichstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09080415
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Friedrichstraße
Hausnummer: 98 & 142
Strasse: Dorothea-Schlegel-Platz & Reichstagufer
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Bahnhof (S) & Bahnhof (F) & Bahnhof (U)
Entwurf & Baubeginn: 1878
Fertigstellung: 1882
Umbau: 1925 & 1936 & 1961 & 1980
Entwurf: Vollmer, Johannes (Architekt)

Der S- und U-Bahnhof Friedrichstraße ist in einer weiten Kurve des Stadtbahnviadukts an der Friedrichstraße 98-99, 141A-142 und der Spree angelegt. Der Verkehrsknotenpunkt in zentraler Lage verbindet Fernbahn, S-Bahn und U-Bahn und kennzeichnet die rasche Entwicklung des großstädtischen Verkehrs seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die Baugeschichte zeigt die ständig wachsende verkehrstechnische Bedeutung des Bahnhofs: 1878-82 nach dem Entwurf von Johannes Vollmer als Stadt- und Fernbahnhof errichtet, wurde seit 1906 die Erweiterung um einen dritten nördlichen Bahnsteig geplant und 1919-25 mit dem Neubau der zweischiffigen, lichten, von einer Binderkonstruktion in Form eines flachen Tudorbogens überspannten Halle auf dem Viadukt der alten Anlage durch Carl Theodor Brodführer realisiert. (1) Etwa gleichzeitig erfolgte 1915-23 mit dem Bau des U-Bahnhofes von Heinrich Jennen und Alfred Grenander der Anschluss an die kreuzende Nord-Süd-Bahn (U6) und 1934-36 die Verbindung zur Nord-Süd-S-Bahn (S2) mit dem Bau des Untergrundbahnhofs von Fritz Hane. Der ursprünglich wie alle Stationen der Nord-Süd-Bahn sehr einfach und in der Kennfarbe grün gehaltene U-Bahnhof wurde bereits 1936 umgestaltet und erhielt die ihn noch heute prägende gelbe Fliesenverkleidung der Wände und Pfeiler. Die ursprüngliche hellgraue Keramikverkleidung der Bahnsteighalle der unterirdischen S-Bahnstation wurde in den 1970er Jahren durch glattweiße Bauplatten ersetzt, Einbauten und die Wände der Zugänge erhielten eine orangefarbene Keramikverblendung. (2) Der Bahnhof Friedrichstraße wurde zwischen 1995 und 1999 aufwändig saniert, wobei die alten Umsteigeverbindungen, die nach dem Mauerbau unterbrochen waren, wieder hergestellt wurden. Neben der Hallenkonstruktion waren Reste des plastischen Schmucks in schwarzer Terrakotta von dem Bildhauer Felix Kupsch am Nordportal und den Zugängen an der Friedrichstraße ebenso erhalten wie auch die schmiedeeisernen Tore aus der Bauzeit 1925.


(1) Vgl. Busb X, Bd. B (1), S. 130; Busb X, Bd. B (2), S. 43-46, 145f., 180.

(2) Vgl. Busb X, Bd. B (2), S. 75-77.

Literatur:
  • BusB X B 1 1979 / Seite 180
  • BusB X B 2 1984 / Seite 130, 146
  • BusB X B 1 1979 / Seite 130
  • BusB X B 2 1984 / Seite 43ff., 75ff., 180
  • N.N./ Die Berliner Stadteisenbahn in
    Zeitschrift für Bauwesen 35 (1885) / Seite Sp. 493-502
  • N.N./ Hervorragende Berliner Architekturen in
    Baugewerks-Zeitung 17 (1885) / Seite 35
  • N.N./ (Vorzimmer und Salon für den Hof im Bahnhof Friedrichstrasse in Berlin) in
    Architektonische Rundschau 8 (1892) 9 / Seite 4-5
  • N.N./ Das Problem Bahnhof Friedrichstrasse in
    Bauwelt 7 (1916) 50 / Seite 3-5
  • Wagner, Martin/ Was wird aus dem Berliner Bahnhof Friedrichstrasse? in
    Bauwelt 6 (1915) 49 / Seite 10-11
  • Benthien/ Umbau des Bahnhofes Friedrichstrasse in Berlin in
    Bauwelt 6 (1915) 50 / Seite 16
  • N.N./ Neubau des Bahnhofs Friedrichstrasse in
    Bauwelt 6 (1915) 51 / Seite 309 f.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003