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Universitätsbibliothek

Obj.-Dok.-Nr.: 09080402
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Dorotheenstraße
Hausnummer: 28
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bibliothek
Entwurf: 1871
Datierung: 1872-1874
Umbau: um 1914?
Umbau: um 1980
Entwurf: Spieker, Paul Emmanuel (Architekt)
Ausführung: Zastrau, Karl Albert Fritz (Baumeister)
Bauherr: Ministerium für Unterrichtsangelegenheiten

Westlich schließt sich die ehemalige Universitätsbibliothek, Dorotheenstraße 28 an, die 1871-74 von Karl Zastrau nach dem Entwurf des Architekten Paul Spieker errichtet wurde. (1) Nachdem die Universitätsbibliothek 1914 in den Neubau der Staatsbibliothek umgezogen war, wurde das Gebäude vom Meereskundemuseum in der Georgenstraße mitgenutzt. Nach 1945 zogen in das Bibliotheksgebäude verschiedene Institutionen ein, unter anderen das Amt für industrielle Formgebung der DDR.

Der dreigeschossige Backsteinbau umschließt mit Seitenflügel und Quertrakt einen fast quadratischen Innenhof, dessen westliche Seite durch eine geschlossene eiserne Galerie überbrückt ist. Die schlichten Fassaden in der Tradition der Bauakademie, nur mit wenigen spätklassizistischen Elementen dekoriert, sind in gelben Verblendziegeln ausgeführt und durch Einlage von farbigen Mettlacher Platten belebt. Sämtliche Räume sind durch Kreuzgewölbe gedeckt, die von gemauerten Pfeilern oder Werksteinsäulen getragen werden. Die großen zusammenhängenden Bibliotheksräume sind durch den Einbau von Zwischenwänden nicht mehr im ursprünglichen Zustand. Das gilt auch für den ehemals hinter den hohen, reich profilierten Rundbogenarkaden im dritten Geschoss gelegenen Lesesaal, der heute durch eine Zwischendecke geteilt ist. Mit der klar gegliederten Fassade und der imposanten, durch Oberlicht beleuchteten gusseisernen Haupttreppe präsentiert sich das Gebäude als ein kultivierter Nutzbau der Schinkel-Schule.


(1) Vgl. BusB 1877, S. 148-149; BusB 1896, Bd. II, S. 260-261; Friese 1910.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 296 f.