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U-Bahnhof Weinmeisterstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09080170
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Weinmeisterstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (U)
Datierung: 1928-1930
Entwurf: Grenander, Alfred Frederik Elias & Fehse, Alfred (Architekt)
Ausführung: "Ideal" Genossenschaftstischlerei e.G.m.b.H.

Der U-Bahnhof Weinmeisterstraße (1) wurde 1930 als Station der Linie Gesundbrunnen - Leinestraße (heute Teil der U 8) fertig gestellt. Bereits 1913 hatte die AEG-Schnellbahn AG in der Brunnen- und der Brückenstraße mit dem Bau von Teilstrecken begonnen. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurden die Arbeiten eingestellt, nur die Spreeunterführung wurde noch fertig gestellt. Erst 1926 konnten die Arbeiten unter kommunaler Regie wieder aufgenommen werden.

Die GN-Linie verband als 10,2 Kilometer lange Nord-Süd-Verbindung die Innenstadtbezirke Wedding, Mitte und Kreuzberg mit Neukölln. Die meisten Bahnhöfe dieser Linie wurden auf der Grundlage eines Standardentwurfs von Alfred Grenander und Alfred Fehse als zweischiffige Bahnsteighalle mit Mittelbahnsteig in einfacher Tiefenlage erbaut. Wegen der geringen Straßenbreite mussten Grenander und Fehse ihren Entwurf für den Bahnhof in der Weinmeisterstraße in einigen Punkten modifizieren. Der in eineinhalbfacher Tiefenlage angelegte Bahnhof erhielt anstelle der üblichen Spiegelgewölbe eine Flachdecke und zwei der drei Ausgänge mündeten nicht auf den Gehsteigen sondern im Erdgeschossbereich von Miets- und Geschäftshäusern. Beide Gebäude wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört und später abgetragen, dabei wurden auch die U-Bahnausgänge verschlossen.

Die Eingangsbauwerke und die zweischiffige Bahnsteighalle kennzeichnen sachliche Formen im Sinne des Neuen Bauens. Als wichtigstes Gestaltungselement neben den konstruktiven Gliederungselementen - Stützen, Unterzug und Decke - dient die Auskleidung der Wände mit farbigen Keramikplatten. Für jede Station wurde eine spezielle Kennfarbe gewählt. Die Station Weinmeisterstraße erhielt als Kennfarbe eine hellblaue Plattenbekleidung. Da der U-Bahnhof mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 geschlossen wurde und erst nach der Wiedervereinigung 1990 wieder den Betrieb aufnahm, ist diese charakteristische Gestaltung fast störungsfrei überliefert.


(1) Vgl. BusB X, Bd. B (1), S. 67, 137.

Literatur:
  • BusB X B 1 1979 / Seite S. 137
  • Bousset/ Die Berliner U-Bahn, 1935 / Seite S. 68
  • Eröffnungsschrift - GN-Bahn II, 1930 / Seite S. 17-19
  • Verkehrstechnik (1931) / Seite S. 50
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 501 f.