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Haus Monheim

Obj.-Dok.-Nr.: 09075575
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Inselstraße
Hausnummer: 3A & 5
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnhaus & Pförtnerhaus & Pergola & Einfriedung & Garten
Datierung: 1925-1926
Entwurf: Schacker, Heinrich (Architekt)
Ausführung: Schalhorn und Co. (Baugeschäft)
Bauherr: Schwanenwerder Erholungsheim AG

[...]. Bei der herrschaftlichen dreiflügeligen Anlage mit Wohnhaus und Seitentrakten handelt es sich um das 1925-26 von Heinrich Schacker, einem Schüler Alfred Messels, für den Kaufmann Hermann Korytowski erbaute Anwesen Inselstraße 3A/5, das nach seinem späteren Eigentümer benannte Haus Monheim. (1) Die gesamte Anlage mit dem zum See abfallenden Garten ist ein beeindruckendes Beispiel der phantasievollen historisierenden Architekturrichtung der 1920er Jahre, die, auch als expressionistischer Rokoko bezeichnet, in Berliner Villenvierteln präsent ist. Haus Monheim ist zudem der einzige Wohnpalast auf der Insel Schwanenwerder, der sich bis heute innen wie außen im Wesentlichen bauzeitlich präsentiert. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Villa seit 1931, als der Schokoladenfabrikant Richard Monheim das Seegrundstück erwarb, im Besitz der Familie Monheim ist. (2)

Villa und Nebengebäude entstanden auf dem Terrain des 1883 erbauten Verwalterhofs von Friedrich Wilhelm Wessel, von dem nur ein 1923 zu Wohnzwecken umgebautes Stallgebäude erhalten ist. Der zweigeschossige Bau wurde 1926 in den neuen Wirtschaftstrakt mit Garagen, Pförtnerhaus und Bedienstetenwohnungen integriert, der den Ehrenhof auf der Westseite einfasst. Gegenüber liegt eine Pergola, die überleitet zum Garten und zur aufwendigen Einfriedung, die den Hof mit Mauer, Holzzaun, Pergola und einer geschwungenen Toranlage abschließt. Auf der Südseite der Villa fällt der Garten zum Wannsee hin ab, am Ufer komplettiert ein achteckiger mehrgeschossiger Tee- und Badepavillon mit Pagodendach das Bild eines exklusiven Wohnsitzes. Heinrich Schacker gelang es, Haus und Garten künstlerisch zu verknüpfen. Dazu trugen die klare axialsymmetrische Anordnung, der landschaftsbezogene Zuschnitt von Baukörper und Grundriss sowie nicht zuletzt eine exquisite Ausgestaltung bei. Wie das geschmiedete Tor der Einfriedung wirkt auch das Wohnhaus mit seinen kurvigen Formen rokokohaft. Motive wie die breite Lagerung, die für eine hervorragende topografische Einpassung sorgt, die geschwungene Eingangsfront, das hohe attikaähnliche Traufgesims, der Dachturm mit kurvigem Zeltdach und auch die strenge Symmetrie der Fassaden erinnern an einen repräsentativen Profanbau des Spätbarock. Die Gartenfront öffnet sich mit hohen Fenstertüren und französischen Fenstern zum Garten und Seeufer. Ein vorgewölbter Wintergarten weist auf einen dahinterliegenden Gartensaal, der zu einer gartenseitigen Enfilade gehört und axial auf ein großes ovales Vestibül ausgerichtet ist. Im Obergeschoss liegen einhüftig die sechs Schlaf- und Wohnzimmer zum Garten. So zeichnet auch der Grundriss des Hauses die Form eines barocken Landschlösschens nach. Zudem wird hier noch einmal der Typus des anspruchsvollen Anwesens mit flankierenden Wirtschaftstrakten der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg präsentiert, das nicht zuletzt der gesellschaftlichen Reputation seiner Besitzer diente.


1) BusB IV C, S. 247, Obj. 1949; Dehio Berlin 2006, S. 592; Reif/Schumacher/Uebel 2000, S. 192-194; Strütt, G: Die Insel Schwanenwerder, Gutachten über die Gartenanlagen, i.A. SenStadtUm, Abt. Gartendenkmalpflege, Berlin 1984, S. 21-26.

2) Der erste Eigentümer war Hermann Korytowski (Generaldirektor der Baufirma Emil Heinicke AG), dessen "Schwanenwerder Erholungs AG" als Bauherrin auftrat. Die Aufgabe der Aktiengesellschaft war die Schaffung von Unterkunftsstätten für erholungsbedürftige Angestellte der Firma Emil Heinicke und ihrer Tochtergesellschaften. Die Nutzung als Erholungsheim des Schwanenwerderschen Anwesens ist nicht belegt. Vermutlich wohnte Korytowski zeitweise im dem Haus, das vielleicht als Mustervilla zunächst keinen Käufer fand. Vgl. Reif/Schumacher/Uebel 2000, S. 192-194.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 247
  • Curth, Roland, Insel Schwanenwerder =Geschichtslandschaft, Zehlendorf, 1992 / Seite 412-428