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U-Bahnhof Podbielskiallee

Obj.-Dok.-Nr.: 09075408
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Podbielskiallee & Archivstraße & Franz-Grothe-Weg & Im Dol
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (U)
Datierung: 1911-1913
Entwurf: Schweitzer, Heinrich (Architekt)
Ausführung: Achilles Rappo (Baugeschäft)
Bauherr: Königliche Kommission zur Aufteilung der Domäne Dahlem

Nahe dem Kaiser-Wilhelm-Platz, zwischen Franz-Grothe-Weg und Archivstraße, befindet sich der von Heinrich Schweitzer entworfene U-Bahnhof Podbielskiallee. Er wurde 1911-13 als erster Bahnhof der Dahlemer Einschnittbahn in Fortsetzung der bis zum Breitenbachplatz unterirdisch geführten U-Bahnlinie U3 gebaut. Sein Empfangsgebäude mit zinnenartigem Stufengiebel und hohem Rundbogenportal bildet einen Blickpunkt am westlichen Ende der Schorlemerallee. Die geputzten Fassaden sind an den Gebäudeecken sowie an Tor- und Fensterfaschen durch Applikationen in rotem Sandstein akzentuiert, was dem Eingangsgebäude einen trutzigen mittelalterlichen Charakter verleiht. Das Giebelwappen geht auf den Bauunternehmer Adolf Sommerfeld zurück, der den Bau der Einschnittbahn seinerzeit unterstützt hat. (1)

Symmetrisch aufgebaut, besteht das Gebäude aus einem hohen Mittelbau mit Eingangshalle und Treppenabgang zum Bahnsteig sowie zwei seitwärts anschließenden, niedrigeren Anbauten, die von Sandsteinbrüstungen hinterfangen werden. Diese ursprünglich als Schalter und Büro dienenden Räumlichkeiten werden inzwischen gastronomisch genutzt. Die hell gestrichene Halle mit asphaltiertem Boden ist mit einer trapezförmigen, holzverschalten Decke versehen. Der geradezu gelegene Treppenabgang besitzt hingegen eine Tonnenwölbung. Erinnert die an gotische und Renaissanceformen angelehnte Straßenfassade noch an mittelalterliche Stadttore, so ordnet sich die Rückfront in Abänderung des ursprünglichen Entwurfs dem landhausartigen Charakter der Umgebung unter: Die Gebäuderückseite und der Abgang zum tief im Einschnitt gelegenen Bahnhof mit überdachtem Mittelbahnsteig werden heute durch große Dachflächen, Giebel und Rundbogenarkaden geprägt. (2) Auf dem Bahnsteig, unter dem von T-Trägern getragenen Flugdach, stehen noch zwei kleine Betriebshäuschen - mit Fliesen verkleidete Eisenfachwerkbauten - und zwei historische Holzbänke.

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(1) BusB X B (1), S. 123 f. mit weiterführenden Literaturangaben; Bongiorno, Biagia: Verkehrsdenkmale in Berlin, Die Bahnhöfe der Berliner Hoch- und Untergrundbahn, Berlin 2007, S. 118.

(2) Der an der Rückseite befindliche zweite Stufengiebel wurde nach Zerstörung des Gebäudes durch Bombeneinwirkung im Zweiten Weltkrieg nicht wiederhergestellt.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 117