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Eiskeller Königin-Luise-Straße

Obj.-Dok.-Nr.: 09075364
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Königin-Luise-Straße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Eiskeller
Fertigstellung: 1709

Inmitten der Königin-Luise-Straße ist auf der als flacher Erdhügel gestalteten Grünfläche, die den ehemaligen Dorfanger markiert, neben dem Ehrenmal für die Dahlemer Gefallenen des Ersten Weltkrieges ein Rundbogentor zu erkennen. (1) Die eisenbeschlagene Eichentür ist der Eingang zu dem 1709 von Cuno Hans von Willmerstorff erbauten Eiskeller, der ein wesentlicher Bestandteil der Vorratshaltung des Gutes war. Eisblöcke, die im Winter aus dem nahegelegenen Grunewaldsee gesägt wurden, konnten den unterirdischen Raum bis in den Sommer hinein kühlen - eine seit dem 18. Jahrhundert gebräuchliche Methode für die Konservierung von verderblichen Waren. Hinter der Tür führen elf Stufen etwa vier bis fünf Meter steil in die Tiefe, wo sich ein mit Feldsteinen ausgemauerter und mit einer Kuppel überwölbter Raum befindet. Zur Isolierung und zur Aufbewahrung der zu kühlenden Waren ist der runde Kuppelraum, in dem das Eis gelagert wurde, von einem etwa zwei Meter breiten, tonnengewölbten Gang umgeben, der mit der Eisgrube durch drei fensterartige Öffnungen im ringförmigen Mauerwerk und eine Tür in Verbindung steht. Der gerade Gang zum Einlass ist durch zwei Türen abgetrennt. (2) Sandsteintafeln im Gewölbe am Ende der Treppe weisen auf Erbauer und Baudatum sowie auf spätere Instandsetzungsarbeiten hin. (3) Der Eiskeller ist bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten, wegen baulicher Mängel der Öffentlichkeit jedoch nicht zugänglich.

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(1)Gedenkstein von Hermann Hosaeus (1926). Vgl. Melms 1982, S. 170; Endlich/ Wurlitzer 1990, S. 220.

(2) Gebäude Inventarium 1850, S. 44.

(3) Engel 1984, S. 27-29.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 87