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Kino Outpost

Obj.-Dok.-Nr.: 09075318
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Clayallee
Hausnummer: 135
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kino
Entwurf: 1953
Entwurf: Engineer Division (Militärbesatzung)
Bauherr: Amerikanische Garnison

Nach der Wiedervereinigung und dem Abzug der Streitkräfte im Jahr 1994 der ehemaligen vier Siegermächte verloren einige Gemeinschaftseinrichtungen der amerikanischen Kolonie ihre Funktion, so auch das Lichtspieltheater Outpost, das 1953 am Rande der amerikanischen Wohnsiedlung an der Clayallee 135 errichtet worden war. (1) Verantwortlich für den Entwurf zeichnete die Bauabteilung der amerikanischen Streitkräfte, die Engineer Division. Seit 1994 nutzt das Alliierten Museum Gelände und Kinogebäude für seine Ausstellungszwecke.

Der freistehende Kinobau beeindruckt vor allem durch seine Eingangsfront mit gerundeten Ecken, dem großen Schriftzug in Blockbuchstaben und einem ausschwingenden Vordach. Sie erinnert an die Lichtspieltheater, die in den 1930er Jahren von den Architekten Weedon und Clavering in England erbaut wurden. (2) Fensterbänder und verglaste Treppenhäuser knüpfen an den modernen Zweckbau der 1920er und 1930er Jahre an. Der Eingangsvorbau selbst versinnbildlicht anschaulich das Medium Film: Die konchenartigen Ausbuchtungen zu beiden Seiten verkörpern eine Filmrolle, der Kinoeingang als einziges schwarzes Bauteil in der Mitte das Filmband. Dahinter schließt trapezförmig der zweigeschossige Saalbau an, der einst über 900 Besuchern Platz bot und heute als Ausstellungsfläche des Museums dient. (3) Die kraftvolle Architektur des ausschließlich für amerikanisches Militärpersonal gedachten Filmtheaters offenbart durchaus ein Stück amerikanisches Selbstbewusstsein in Europa; eben ein Vorposten - ein "Outpost" - in der Frontstadt des "Kalten Krieges".

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(1) Hänsel, Sylvaine/ Schmitt, Angelika (Hrsg.): Kinoarchitektur in Berlin 1895-1995, Berlin 1995, S. 247 f.

(2) Hänsel, Sylvaine/ Schmitt, Angelika (Hrsg.): Kinoarchitektur in Berlin 1895-1995, Berlin 1995, S. 247.

(3) Für die Nutzung durch das Alliierten-Museum wurden die Sitzreihen im Parkett und die Filmleinwand entfernt.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 248