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U-Bahnhof Breitenbachplatz

Obj.-Dok.-Nr.: 09075311
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Breitenbachplatz
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (U)
Datierung: 1911-1913
Entwurf: Leitgebel, Wilhelm (Architekt)

Der U-Bahnhof Breitenbachplatz leigt in der Platzmiete und wurde 1911-13 als zweigleisiger Untergrundbahnhof mit Mittelbahnsteig nach Plänen von Wilhelm Leitgebel gebaut. Seine historischen Eingänge mit Umwehrung aus Muschelkalkstein und schmiedeeisernen Gittertoren befinden sich am nördlichen und - als Rekonstruktion - am südlichen Platzende. Der heutige Hauptzugang mit verglaster Eingangshalle wurde 1979 an der Schildhornstraße geschaffen. Bahnsteig und Vorräume zeigen eine frühmoderne Ausstattung im neo-klassizistischen Stil. Kennzeichnend sind dorische Säulen in der Bahnsteigmitte, überwölbt von einer geraden, an den Seiten abgerundeten Kassettendecken und eine Wandgliederung anhand von Pilastern in Kammzugputz über rotbraunem Majolikasockel. Diese schließt mit einem Fries aus braunen Keramikplatten ab. Medaillons mit Darstellungen von Tieren, Pflanzen und wissenschaftlichen Geräten nehmen Bezug auf die wissenschaftlichen Institute, die damals bereits in Dahlem angesiedelt waren. Die Wandfelder zwischen den Pilastern wurden 1988 anlässlich des 150jährigen Bestehens der preußischen Eisenbahn von dem Maler Joachim Szymczak neu gestaltet. Am Südausgang ist ein segmentbogenförmiges Schalterhäuschen der Ursprungszeit erhalten. Der letzte unterirdische Bahnhof der U-Bahnlinie U3 hebt sich formal von den folgenden ländlichen Bahnhöfen der Dahlemer Einschnittbahn durch sein den innerstädtischen Bahnhöfen ähnliches Erscheinungsbild ab. Seine aufwändige Gestaltung und Ausstattung zeugen von dem hohen künstlerischen Anspruch, der damals an das neue Verkehrsmittel gestellt wurde.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 92