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Wohnanlage Badener Ring

Obj.-Dok.-Nr.: 09075191
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Badener Ring
Hausnummer: 28 & 30 & 32 & 34 & 36 & 38 & 40 & 42
Strasse: Bayernring
Hausnummer: 25 & 25A & 25B & 25C & 26 & 26A & 26B & 27 & 27A & 27B & 28 & 28A & 28B
Strasse: Boelckestraße
Hausnummer: 12 & 14 & 16 & 18 & 20 & 22
Strasse: Loewenhardtdamm
Hausnummer: 23 & 25 & 27 & 29 & 31 & 33 & 35 & 37 & 39
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1930-1931
Entwurf: Bräuning, Fritz (Architekt)
Entwurf: Paulus und Paulus (Architektensozietät)
Ausführung: Berlinische Boden-Gesellschaft
Bauherr: Gemeinnützige Tempelhofer Feld Heimstätten GmbH

Mit der 1930-31 erbauten Wohnanlage Badener Ring 28-42, Bayernring 25-28 B, Boelckestraße 12/22 und Loewenhardtdamm 23/39 kehrte man nach dem Bau der weiträumigen, begrünten Gartenstadt Neu-Tempelhof wieder zu einer dichteren Bebauung zurück. (1) Stadtbaurat Fritz Bräuning, der gemeinsam mit Ernst und Günther Paulus (2) den Entwurf vorlegte, musste sich von den Vorschriften der Berliner Bauordnung befreien lassen, um eine höhere Ausnutzung des Grund und Bodens zu erreichen. Die fünfgeschossige, mit Walmdächern versehene Wohnanlage besteht aus einem blockartig geschlossenen Wohntrakt am Badener Ring und sechs Zeilen in Nord-Süd-Richtung, die am Bayernring hakenförmige Kopfausbildungen aufweisen. Die dreiseitig geschlossenen, konkav geschwungenen Höfe öffnen sich zum Bayernring. Mit der kammartigen Struktur anstelle einer allseitigen Blockumbauung ist die Wohnanlage ein wichtiges Beispiel für den Siedlungsbau der 1930er Jahre. Mit der Kammform sollten die Wohnungen bei besserer Durchlüftung den gleichen Anteil an Licht und Sonne erhalten. Die Kammbebauung erlaubte es, die Innenfläche eines Baublocks für den Wohnungsbau zu nutzen, sodass sich auf dem Grundstück mehr Wohnungen unterbringen ließen. Man versprach sich davon einen Beitrag zur Lösung des Wohnungsproblems. Die Wohnanlage enthält unterschiedlich große Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern, Bad und Küche. Meist gehört ein Balkon dazu. In den Höfen sieht man schlichte Balkone mit Seitenverglasung. An den Außenseiten sind die Balkonachsen, durch Eckpfeiler aus Backstein akzentuiert, bis zum Dachgesims hochgezogen, wobei sie die Fassaden rhythmisch gliedern. Um Kosten zu sparen, wurde auf Bauschmuck verzichtet. Die äußeren Hauseingänge besitzen eine profilierte Backsteineinfassung, die hofseitigen Eingänge sind durch blaue Keramikplatten hervorgehoben. Die Grünanlagen zwischen den Zeilen öffnen sich einladend zur Straße. Dazu trägt auch die schleifenförmige Wegeführung im zweiten und vierten Hof bei.


(1) BusB IV A, S. 171, 188; BusB IV B, S. 489.

(2) Ernst Paulus war 1901-10 mit August Dinklage und nach 1910 mit Olaf Lilloe assoziiert. Das Architekturbüro befand sich in Moabit. Ab 1923 arbeitete Ernst Paulus mit seinem Sohn Günther Paulus zusammen.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 188
  • BusB IV B 1974 / Seite 1038
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 90f.