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Achard'sche Stiftung

Obj.-Dok.-Nr.: 09075004
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Markgrafenstraße
Hausnummer: 46
Strasse: Französische Straße
Hausnummer: 40 & 41
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Treppenhaus
Datierung: 1863-1865
Entwurf: Lohse, Adolf Hermann

In das 1998-99 neu erbaute Bürohaus der Colonia-Nordstern-Versicherung Markgrafenstraße 46 sind im Innern Teile des 1863-65 von Adolph Lohse errichteten Wohnhauses der Achard'schen Stiftung (1) einbezogen worden. Das kriegsbeschädigte Haus war in den 1950er Jahren vereinfacht wieder hergestellt worden, bei seinem Abbruch 1997 blieb nur das spätklassizistische Haupttreppenhaus am ursprünglichen Standort bestehen. Die Umfassungsmauern, der Eingangsbereich im Erdgeschoss und die oktogonalen Vestibüle wurden in ihrer Grundform rekonstruiert. (2)

Das Stützensystem aus jeweils zwei oder vier kannelierten korinthischen Gusseisensäulen auf Sockelpodesten ermöglicht für die dreiläufige Haupttreppe über halbkreisförmigem Grundriss einen offenen Treppenraum vom Erdgeschoss bis zum Oberlichtabschluss im dritten Obergeschoss. Architekturgliederung und Wände waren bauzeitlich mit einem spätklassizistischen Dekorationssystem belebt. Mit dem Ergebnis der restauratorischen Untersuchung von 1997 konnte die erste Farbfassung von 1863-65 für das Treppenhaus und den Eingangsbereich nachgewiesen und wieder hergestellt werden.


(1) Die Witwe Marie Achard vererbte in ihrem Testament vom 2. April 1784 das Grundstück mit zwei Häusern der Französischen Gemeinde als Stiftung für die Versorgung der sogenannten "verschämten" Armen der französischen Kolonie. Mit dem Neubau von Adolph Lohse 1865 wollte die Gemeinde die Mieteinnahmen der Stiftung Achard steigern.

(2) Zum Entwurf des Treppenhauses schrieb Adolph Lohse 1862 in seinem Erläuterungsbericht: "Die Haupttreppe liegt, wie der Grundriß nachweist, eigentlich in einem Lichthof, der durch seine Bedeckung in Glas hier zugleich als Treppenhaus nutzbar gemacht ist; nimmt dem Vorderhause keinen Raum und überdies wird der Einblick in den mit Pflanzen geschmückten Hof den Läden ebenfalls zur Zierde gereichen. Dergleichen vortheilhafte Anlagen sind jetzt, dank der fortschreitenden Industrie und Technik, die Eisen und Glas zu einem unentbehrlichen Baumaterial gemacht haben, nicht mehr ungewöhnlich und leicht ausführbar." ("Erläuterungsbericht zum Entwurf ad I u II, betreffend den Umbau des Hauses Französische Straße No 40-41", Archiv des Consistoriums der Französischen Kirche, Bestand: Achard, A 14, S. 61a-61e.)

Literatur:
  • Badstübner-Gröger, Sibylle u. a/ Hugenotten in Berlin, Berlin 1988 / Seite S. 200
  • Fuhrich-Grubert, Ursula, Die Französische Kirche zu Berlin. Ihre Einrichtungen 1672-1945, Bad Karlshafen 1992 / Seite S. 20/21, mit Anm. S. 83
  • BusB I/II 1877 / Seite S. 476/Fig. 403,S. 478 (Wohnhaus der Achard-Stiftung, Markgrafenstr. No. 53/54 [Archit. Lohse])
  • Zedlitz, L. Freiherr v., Neuestes Conversations-Handbuch für Berlin und Potsdam, Berlin 1834 / Seite S. 3 (Achardsche Stiftungshäuser)
  • Kieling, Baubeamte, 1986 / Seite S. 61
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 324