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Allegorie der Wissenschaft und Klio

Obj.-Dok.-Nr.: 09060100
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Poststraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1860-1871
Entwurf: Wolff, Albert (Bildhauer)

Vom Sockel des Denkmals für Friedrich Wilhelm III. im Lustgarten, das 1860-71 von Albert Wolff geschaffen und im Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist, stammen die beiden überlebensgroßen allegorischen Bronzefiguren, die 1987 vor den beiden Längsseiten der Nikolaikirche aufgestellt wurden. Die Allegorie der Wissenschaft an der Poststraße wird von einem sitzenden Mann dargestellt, der in seiner rechten Hand ein aufgeschlagenes Buch und in seiner Linken einen Globus hält. Am Nikolaikirchplatz steht Klio, die Allegorie der Geschichtsschreibung, mit erhobenen Armen und mit ihrem linken Knie auf einen Brustpanzer gestützt. Beide Figuren sind, ohne ihre ursprünglichen Postamente und aus dem Zusammenhang gerissen, nur schwer in ihrer Bedeutung zu erkennen. So erscheint die Haltung der Klio - ohne die Wand des Denkmalsockels, an die sie sich mit der linken Hand stützte und mit der rechten Hand schrieb - eher wie eine tänzerisch bewegte Drehung. Trotzdem können diese beiden erhaltenen Überreste des bedeutenden Reiterstandbildes die künstlerische Qualität des Werks und die kunsthistorische Bedeutung für die Entwicklung der Berliner Bildhauerschule vermitteln. Albert Wolff, Schüler und Mitarbeiter von Christian Daniel Rauch, lehnte sich in seinem Werk noch deutlich an den Klassizismus seines Lehrers an, fand aber - gerade in den Sockelfiguren des Lustgartendenkmals - bereits zu stärkerer Fülle und Dramatik in der Bewegung, wie sie im aufkommenden Neobarock vor allem von Reinhold Begas vertreten wurden. (1)


(1) Vgl. Simson 1982; Abbilder - Leitbilder 1978.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 187 f.