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Teubertbrücke

Obj.-Dok.-Nr.: 09055114
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Ringstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Brücke
Datierung: 1904-1905
Umbau: 1945-1948
Entwurf: Havestadt, Christian & Contag, Max (Architekt)

Mit der 1904-05 ausgeführten Teubertbrücke wurde die durch den Bau des Teltowkanals unterbrochene Verbindung zwischen dem nördlichen Teil Mariendorfs, der heute zu Steglitz und Tempelhof gehört, und dem Ortszentrum Mariendorfs wieder hergestellt. (1) Die Brücke ist nach Oskar Teubert benannt, der als Stromdirektor der märkischen Wasserstraßen einen maßgeblichen Anteil am Bau des Teltowkanals hatte. Weil die Ringstraße den Teltowkanal schräg überquert, entwarfen Christian Havestadt und Max Contag eine links schiefe eiserne Fachwerkkonstruktion, bei der die Fahrbahn von parallel angeordneten Fachwerkträgern, untereinander ausgesteift durch Querträger und Windverbände, gehalten wird. Um die Spannweite zu verkürzen, befinden sich die Auflager der Fachwerkträger unmittelbar am Ufer. Im Bereich der Uferböschung weisen bogenförmig verjüngte Kragarme zu den landseitigen Brückenköpfen. Diese Konstruktion kann derjenige, der die Brücke überquert, nicht sehen, wohl aber das schmiedeeiserne Brückengeländer, das handwerklich hergestellt und mit floralen Jugendstilelementen verziert wurde. Die einzelnen Geländerfelder sind mit stilisierten Blatt- und Blütenformen geschmückt. Das Brückentragwerk wurde 1945 gesprengt, aber unmittelbar nach Kriegsende gehoben und bis 1948 wieder hergestellt. 1958 kam es zur Verbreiterung der Teubertbrücke von 13 auf 22 Meter, um die Fahrbahn, die bis dahin sehr schmal war, der Straßenbreite der Ringstraße anzugleichen. An den älteren Bestand wurden Fachwerkträger gleicher Konstruktion angefügt, ohne das Erscheinungsbild zu verändern. (2)


(1) Köhler 2000, S. 130.

(2) Ursprünglich bestand das Brückentragwerk aus zwei Trägerpaaren. Bei der Verbreiterung 1958 hat man an der Ostseite ein drittes Trägerpaar sowie einen Einzelträger hinzugefügt.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 179f.