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Wohnanlage Tauernallee

Obj.-Dok.-Nr.: 09055083
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Mariendorf
Strasse: Tauernallee
Hausnummer: 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27 & 28 & 29
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Entwurf: 1926
Datierung: 1929-1930
Entwurf: Jessen, Hans (Architekt)
Bauherr: Bankangestellten-Wohlfahrt-GmbH (Wohnungsbaugesellschaft)
Ausführung: Philipp Holzmann AG (Bauunternehmen)

Im südlichen Teil Mariendorfs setzte der Wohnungsbau nach dem Ersten Weltkrieg ein. Der Gemeinnützige Siedlungsverein "Daheim" ließ 1919 einen Bebauungs- und Parzellierungsplan für das Gebiet um die Tauernallee aufstellen. Die Straßenachse geht auf einen alten Feldweg zurück, der die Dorflagen Marienfelde und Britz in gerader Linie miteinander verband. 1924 erwarb die Deutsche Bank ein größeres Gelände an der Tauernallee, um in Mariendorf einen Sportplatz für die Angestellten der Bank anzulegen. Das umliegende Bauland wurde der Bankangestellten-Wohlfahrt GmbH übertragen. Hans Jessen, der seit 1905 für die Deutsche Bank tätig war, entwarf 1928 eine großzügige Wohnanlage an der Tauernallee 10-29, die 1929-30 ausgeführt wurde. (1) Der Architekt bildete eine großfigurige Blockrandbebauung aus. Links und rechts der alleeartig verbreiterten Straßenachse sind dreigeschossige Wohnzeilen mit weiß gestrichenen Sprossenfenstern und überstehenden Walmdächern angeordnet. Die mit Klinkern verkleideten Wohnblöcke sind jeweils in der Mittelachse unterbrochen. Dort befinden sich niedrige, nur knapp über das Straßenniveau hinausreichende Versorgungstrakte mit Heizhaus und Waschküche. An der Einmündung der Furkastraße in die Tauernallee ordnete Hans Jessen einen zweigeschossigen Kopfbau an, dem ein eingeschossiger, flach gedeckter Laden vorgelagert ist. Die Wohnungen sind nach Süden orientiert. Sie besitzen blockhafte Loggienvorbauten, um im Sommer das Sonnenlicht besser dosieren zu können. Dadurch ergeben sich an der Tauernallee unterschiedliche Straßenfassaden. Die nördliche Wohnzeile wird zur Straße durch Loggienblöcke rhythmisch unterteilt. Die Hauseingänge besitzen elegant geschwungene Gewände. Ein anderes Bild vermittelt die Wohnzeile südlich der Tauernallee, die an ihrer Straßenseite durch risalitartig hervorgehobene Treppenhausachsen gegliedert wird. Die querrechteckigen Fensterabschnitte reichen jeweils über die gesamte Treppenhausbreite und gehen sogar um die Ecken herum. Die Siedlung ist in ihrer Einheitlichkeit, Klarheit und bautechnischen Qualität ein Beispiel für nachhaltigen Wohnungsbau auf hohem Niveau. Zeitgenössische Vorbilder lassen sich in Norddeutschland und Holland finden.


(1) BusB IV A, S. 351; Tempelhof - Bauten, Straßen, Plätze 1992, S. 51-52.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 351
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 189