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Haus Reh

Obj.-Dok.-Nr.: 09050540
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Cimbernstraße
Hausnummer: 36
Strasse: An der Rehwiese
Hausnummer: 27
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Landhaus
Datierung: 1907-1908
---: (Architekt)
Bauherr: Reh, Theodor (Baurat)
Entwurf: Breslauer und Salinger (Architektensozietät)

An der Einmündung der Cimbernstraße in die Straße An der Rehwiese steht auf dem Eckgrundstück Cimbernstraße 36, An der Rehwiese 27, Haus Reh , 1907-08 nach Entwurf der Architekten Breslauer & Salinger für Baurat Theodor Reh errichtet. (1) Fast zeitgleich mit dem ersten Haus Stabe ausgeführt, vertritt der Bau in seiner architektonischen Gestaltung als zweigeschossiges Wohnhaus mit Sockelgeschoss und hohem Walmdach jedoch deutlich eine andere Richtung. Es bezieht sich weniger auf Anregungen des durch Hermann Muthesius vermittelten englischen Landhauses als vielmehr auf Bauten Alfred Messels, dessen Schüler Alfred Breslauer war. Mit einer straffen Kubatur, der Flächigkeit der Fassaden und einigen wirkungsvoll gesetzten Akzenten wie dem Naturstein an Fensterrahmungen, Eingangsportal, Sockelzone, Erkern und Loggia steht Haus Reh in der auch von Messel aufgegriffenen Tradition des spätbarocken Klassizismus um 1800. (2)

Der quaderförmige Baukörper mit einfachen, in die Fassade geschnittenen, außenbündigen Fenstern wird durch eine ehemals offene Eckloggia zur Rehwiese (3), zwei Fenstererker an Süd- und Ostseite und einen eingeschossigen Eingangsvorbau mit Dachterrasse zur Cimbernstraße aufgelockert. Eine Veranda an der Rückseite wurde 1913-14 ebenfalls von Breslauer & Salinger angefügt. Die strenge Wirkung des großen, hell verputzten Gebäudes wird durch die Fenster unterstrichen. Während sie im Obergeschoss durch fein profilierte Natursteingesimse auf Brüstungs- und Sturzhöhe zusammengefasst werden, sind die Erdgeschossfenster einzeln mit geraden Verdachungen und Sohlbänken gerahmt und ebenso in Naturstein gefasst wie die Säulen und Rundbogenöffnungen der Eckloggia. Mit der Grundrissstruktur, die die untereinander verbundenen repräsentativen Wohnräume um eine zentrale Halle gruppiert, folgt das Haus noch dem traditionellen Schema des Bautyps Villa. Am Außenbau verzichteten die Architekten mit klarer Gliederung und reduziertem Dekor jedoch auf dessen charakteristische Merkmale. Trotz einzelner Veränderungen und eines zur Rehwiese vorgelagerten Bungalows von 1979 ist Haus Reh, das seit 1972 als privates Altersheim genutzt wird, in seiner äußeren Gestaltung weitgehend original erhalten. (4)


1) Alfred Breslauer (1866-1954) und Paul Salinger (1865-1942). Vgl. Breslauer, Alfred: Ausgeführte Bauten 1897-1927, mit einer Einleitung Wilhelm von Bodes, Berlin 1927, S. 17; Architektonische Rundschau 24 (1908), H. 1, S. 7.

2) Bode, Wilhelm von: Alfred Breslauer, Ausgeführte Bauten 1897-1927, Berlin 1927, Einleitung.

3) Die Bogenöffnungen sind heute verglast.

4) Das Haus wurde bereits 1931 in ein Mehrfamilienhaus umgebaut (Erfassung Landesdenkmalamt).

Literatur:
  • Alfred Breslauer - ausgeführte Bauten 1897-1927, mit einer Einleitung Wilhelm von Bodes, Berlin 1927 / Seite 17