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Gericke-Steg

Obj.-Dok.-Nr.: 09050374
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Helgoländer Ufer & Holsteiner Ufer
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Brücke
Datierung: 1913-1914
Umbau: 1949-1950 & 1987
Entwurf: Möhring, Bruno & Krause, Friedrich & Hedde, Fritz (Architekt)
Bauherr: Gemeinde Tiergarten

Um die Anbindung des Mietshausquartiers im Südosten Moabits an den S-Bahnhof Bellevue zu verbessern, wurde 1913-14 nicht weit von der Moabiter Brücke der Gerickesteg errichtet, der mit einem kühn geschwungenen eisernen Bogentragwerk die Spree überquert. (1) Der schmale Fußgängersteg verbindet ohne Zwischenstützen das Holsteiner Ufer mit dem Helgoländer Ufer. Friedrich Krause, Fritz Hedde und Bruno Möhring gestalteten ein Brückenbauwerk, das sich durch die meisterhafte Einheit von Konstruktion und Design auszeichnet. Die Gehbahn ist an sichelförmigen Bogenträgern befestigt, die auf wuchtigen, granitverkleideten Widerlagern aufsitzen. Der geschwungenen Kontur des Bogentragwerks antworten die vertikal angeordneten Eisenpfosten und die korbbogenartigen Querstreben. Der dekorative Eindruck ergibt sich allein aus der Konstruktion, aus den gerundeten Streben und den sichtbar gelassen Nieten, ohne dass Ornamente hinzugefügt wurden. Von den Uferwegen führen Treppen zum Fußgängersteg herauf. Die wuchtigen Granitpfeiler, die den Zugang einfassen, waren ursprünglich mit monumentalen Masken geschmückt. Die vom Jugendstil beeinflusste Dekoration hat man beim Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg beschädigten Gerickestegs 1949-50 entfernt. Die von Bruno Möhring entworfenen Jugendstillaternen wurden durch schlichte, gleichwohl elegante Lampen ersetzt.


(1) Neuere Fußgängerbrücken der Stadt Berlin. In: Zentralblatt der Bauverwaltung 65 (1915), S. 429-432; Krause, Friedrich und Hedde, Fritz: Die Brückenbauten der Stadt Berlin seit dem Jahre 1897. In: Zeitschrift für Bauwesen 72 (1922), S. 27-28; Wirth 1955, S. 235; Weinland 1994, S. 135 (falsche Angaben zur Bauzeit und zur Benennung der Brücke); Dehio Berlin 2000, S. 448 (falsche Angaben zur Bauzeit und zur Wiederherstellung).

Literatur:
  • Inventar Tiergarten, 1955 / Seite 235 (dort w. Lit.)
  • Weinland, Martina, Wasserbrücken in Berlin, Berlin 1994 / Seite WV Nr.23 (mit z.T.erheblichen Differenzen zu Wirth z.B.bzgl. der Namensgebung)
  • Katamon Exposé / Seite 201f.
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005