denkmal  

 

Liste, Karte, Datenbank - Denkmaldatenbank

U-Bahn-Verstärkungslinie mit Hausdurchführung

Obj.-Dok.-Nr.: 09050371,T
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Tiergarten
Strasse: Dennewitzstraße
Hausnummer: 2
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Bahnanlage & Brücke

Der linke Seitenflügel des Mietshauses liegt im Bereich der U-Bahnlinie vom Wittenbergplatz zum Gleisdreieck, die als Verstärkungslinie nach langer Planung und kriegsbedingt unterbrochener Bauzeit 1926 eröffnet wurde. (1) Die Fundamente mussten für die U-Bahn eigens unterfangen werden. Sind die Gleise hier noch unterirdisch geführt, so tritt die Linie an der Dennewitzstraße 2 mit einer beeindruckenden Hausdurchquerung und einem anschließenden vollständig geschlossenen Brückenbau in Erscheinung, um dann mit einer eisernen Brücke das Gelände des ehemaligen Potsdamer Güterbahnhofs zu überqueren. Das Brückenbauwerk an der Dennewitzstraße gehört zu der verkehrsgeschichtlich und städtebaulich bedeutenden Streckenführung innerhalb des Häuserblocks zwischen Kurfürstenstraße und Pohlstraße. Auf dem Hinterland der Mietshausgrundstücke steigen die Gleise in einer eigens eingerichteten Bahnrampe an, die, um störende Betriebsgeräusche zu vermeiden, in einer geschlossenen doppelwandigen Röhre angelegt wurde. Weil die Grundstücke an der Einmündung der Pohlstraße nach der Kriegszerstörung abgeräumt wurden, ist die Rampe mit ihrer zum Teil erhaltenen geputzten Lisenengliederung heute von der Straße her einsehbar. Die U-Bahn durchquert das Mietshaus Dennewitzstraße 2, um dann das wuchtige, allseits geschlossene, von Alfred Grenander gestaltete Brückenbauwerk zu erreichen, das über die Dennewitzstraße führt. (2) Alfred Grenander, der am großstädtischen Erscheinungsbild der Berliner Hoch- und Untergrundbahn einen maßgeblichen Anteil hatte, beließ die Eisenbetonkonstruktion ganz ohne Dekor, wobei er den konstruktiven Aufbau demonstrativ herausstellte. Die Bogenrippen und Hängepfosten treten deutlich hervor, verbunden durch zurücktretende Wandflächen. Mit ihrer modernen Formensprache erregte die Brücke in den 1920er Jahren viel Aufsehen.


(1) Entlastungsstrecke der Hochbahn. In: Bauwelt 17 (1926), S. 1060; Eröffnung der direkten Schnellbahnverbindung vom Osten nach dem Westen über das Gleisdreieck in Berlin. In: Deutsche Bauzeitung 60 (1926), Beilage Stadt und Siedlung, S. 176; Erweiterung der Hoch- und Untergrundbahn in Berlin. In: Zentralblatt der Bauverwaltung 46 (1926), S. 484; Bousset, Johannes: Der Ausbau der elektrischen Hoch- und Untergrundbahn und die Wiederaufnahme des durchgehenden Zugverkehrs zwischen dem Osten und dem Westen Berlins. In: Zentralblatt der Bauverwaltung 46 (1926), S. 557-563; BusB X B (1), S. 28-29, 126; Bohle-Heintzenberg 1980, S. 147-153.

(2) Mietshaus Dennewitzstraße 2, erbaut 1877 von F. Hamann, 1925-26 umgebaut für die Durchfahrt der Verstärkungslinie. Vermutlich war Alfred Grenander an der künstlerischen Gestaltung der Front des umgebauten Hauses beteiligt. Während die Räume beidseitig der Durchfahrt für Büro- und Lagerzwecke gedacht waren, lagen Wohnräume in beiden Etagen oberhalb der Durchfahrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Mietshaus seine moderne, sachliche Fassadengestaltung.

Literatur:
  • Bousset =Zentralblatt der Bauverwaltung 46 (1926) / Seite 560f.
  • Bousset/ Die Berliner U-Bahn, 1935 BusB X B 1 1979 / Seite 28-29, 126
  • Bohle-Heintzenberg, Architektur der Hoch- und U-Bahn, 1980 / Seite 147-153
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 158
Teilobjekt Hochbahnanlage & Brücke
Teil-Nr.: 09050371,T,001
Sachbegriff: Hochbahnanlage & Brücke
Datierung: 1925-1926
Entwurf: Kaiser, Sepp (Architekt)
Entwurf: Grenander, Alfred Frederik Elias (?)
Ausführung: Bauabteilung der Hochbahngesellschaft
Teilobjekt Mietshaus
Teil-Nr.: 09050371,T,002
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1877
Umbau: 1916 & 1925-1926 & 1935
Entwurf: Hamann, F. (Bautechniker)
Bauherr: Dannberg, L. (Schlossermeister)
Entwurf & Ausführung: Hochbahngesellschaft
Ausführung: Eckert und Danneberg
Ausführung: Höfchen und Peschke