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Landhaus Koenigsallee 62

Obj.-Dok.-Nr.: 09046519
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Koenigsallee
Hausnummer: 62
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1913-1914
Umbau: 1951
Entwurf: Halfter, Richard (Architekt)
Bauherr: Knopf, Agnes
Ausführung: Blumann und Grünberg (Baugeschäft)

(...) 1914, vollendete der (...) Architekt Richard Halfter das nördliche Nachbargebäude in der Koenigsallee 62. Die vergleichbare Baugesinnung zeigt sich schon in den verwandten Einfriedungen - einfache Stabgitterzäune mit formal kaum herausgehobenen Torzufahrten. Vermutlich des schmaleren Grundstücks wegen wurde das Gebäude mehr in die Tiefe orientiert und steiler proportioniert. Der horizontalen Lagerung des Landhauses Goldschmidt wird ein klassischer zweigeschossiger Bau über hohem Souterrain mit einem nicht annähernd so dominanten, teilausgebauten Mansarddach gegenübergestellt. Von gleicher Auffassung zeugt aber die sparsam mit antikischem Dekor versehene Hauptfassade. Herkömmlich in der Art, doch ungewöhnlich in der Dimensionierung ist der segmentbogenförmig ausrundende Erker, der unter Ausklammerung nicht nur der äußersten Achsen die gesamte Straßenfassade überspannt. Ursprünglich als Wintergarten mit großen Rechteckfenstern angelegt, war er in seiner kolossalen Breite nicht nur auf den mittleren Salon bezogen, sondern auch von den seitlich gelegenen Gesellschaftsräumen aus zugänglich. Das Obergeschoß wird durch eine enge Reihung von Rundbogenfenstern charakterisiert. Analog zur Erkerbreite werden die fünf mittleren von ionisierenden Pilastern gerahmt und vom Flachgiebel zusammengebunden. Damit findet die breite Mittelzone der Hauptfassade ihren wirkungsvollen Abschluß. Die Nebenseiten sind zwar nicht annähernd so reich, doch wurden auch hier einzelne Bauglieder wie Erker- und Treppenhausfenster sowie der Hauptzugang herausgehoben. (306)


306) Gleichfalls Enteignung der jüdischen Besitzer. 1940 an die Kassenärztliche Vereinigung, dann Flüchtlingsheim und Jugendgästehaus, seit 1982 wieder Wohngebäude. Von großartiger Dimension war der Grundriß des Gesellschaftsgeschosses. Salon und Halle durchliefen die gesamte Tiefe des Hauses. Während sich die treppenlose Diele an der nördlichen Zugangsseite befand, lag das Treppenhaus gegenüber an der Südseite. Die Veränderungen im Äußeren beschränken sich auf Vereinfachungen im Sockelbereich und den Farbanstrich, im Innern umfangreiche Umbauten.

Literatur:
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 171