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Kaiser-Wilhelm-Turm

Obj.-Dok.-Nr.: 09046482
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Havelchaussee
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Turm
Datierung: 1897-1898
Entwurf: Schwechten, Franz Heinrich
Ausführung: Reimarus und Hetzel (Baufirma)
Bauherr: Kreis Teltow

Das weitaus prominentere Denkmal, das als "Kaiser-Wilhelm-Turm" 1897/99 errichtet wurde, steht etwas weiter südlich auf dem Karlsberg hoch über dem Havelufer. Es erinnert in seiner exponierten Lage an das ältere Niederwalddenkmal am Rhein. Vermutlich stand dieses dem Stifter und Bauherrn, dem Kreis Teltow, bei der Realisierung der Baupläne vor Augen. Anlaß der Errichtung war der 100. Geburtstag Wilhelms I. Als Architekten verpflichtete man mit Franz Sehwechten einen in der Backsteinarchitektur erfahrenen Architekten.

Der Turm erhebt sich auf einem sandsteinverblendeten Sockel. Sein Aufbau ist dreigeteilt. Der untere Turmteil birgt die Gedenkhalle mit dem überlebensgroßen, von Herter geschaffenen Standbild des Kaisers. Das Sterngewölbe ziert ein qualitätvolles Mosaik aus der berühmten Werkstätte Puhl & Wagner. Dieser Bauteil findet durch die vier Treppentürmchen einen wirkungsvollen Abschluß. Von hier aus steigt der sich verjüngende, mit Weihinschriften und Wappen versehene Turmschaft auf. Seine eiserne Treppenanlage mündet in die als Aussichtsplattform dienende offene Halle, deren Dekor sich besonders eng an die Märkische Backsteingotik anlehnt. Ein voll aufgemauerter steiler Kegelhelm bekrönt das Denkmal. Obwohl Turmmonumente zu den besonders beliebten Denkmalen des ausgehenden 19. Jahrhunderts gehörten - man denke etwa an die allerorts ausgeführten Bismarcktürme -, blieb das heute "Grunewaldturm" genannte Monument auf Berliner Boden die Ausnahme.

Literatur:
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 19 (1899) / Seite 122f.
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 195f.