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Großer Tiergarten

Obj.-Dok.-Nr.: 09046318,T
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Tiergarten
Strasse: Straße des 17. Juni
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Stadtpark & Denkmal & Brunnen & Skulptur & Brücke
Datierung: nach 1400
Umbau: 1742 & 1792 & 1833-1847 & 1875-1878 & 1938 & nach 1949 & 1950
Entwurf: Knobelsdorff, Georg Wenzeslaus von (Architekt & Maler)
Entwurf: Sello, Justus Ehrenreich (Gartenarchitekt)
Entwurf: Lenné, Peter Joseph (Gartenarchitekt)
Entwurf: Neide, Eduard
Entwurf: Alverdes, Willy

Der Große Tiergarten ist die älteste und bedeutendste, im Verlauf von mehr als 500 Jahren gestaltete Parkanlage Berlins und stellt mit seinen vielseitigen Struktur- und Ausstattungselementen ein kulturgeschichtliches Zeugnis von nationaler Bedeutung dar. (1) Er ist mit der städtebaulichen Entwicklung und Geschichte Berlins über Jahrhunderte eng verbunden und war seit der Mitte des 18. Jahrhunderts als Erholungspark zum Promenieren, spazieren gehen und für vielfältige sonstige Aktivitäten der Bevölkerung stets offen und zugänglich. In allen Epochen seit seinem Bestehen ist er darüber hinaus als Ort historischer Ereignisse auf das engste mit der preußisch-deutschen Geschichte und mit der Entwicklung Berlins verknüpft und somit zugleich Zeugnis für eine jahrhundertslange Kontinuität eines außerordentlichen gartenkünstlerischen Leistungswillens. Neben den bedeutenden preußischen Gartenarchitekten wie Knobelsdorff und Lenné sind mit der planmäßigen Anlage, den Neu- und Umgestaltungen und den schwierigen Unterhaltungsmaßnahmen die hervorragendstem Vertreter der traditionsreichen Berlin-Potsdamer Gärtnerdynastien verbunden, in ihrem Wirken maßgeblich geprägt durch die Wünsche und Vorstellungen des jeweiligen Herrschers.Trotz unablässiger Eingriffe, Veränderungen und Zerstörungen, die in jedem Jahrhundert das Erscheinungsbild des Tiergartens neu und nachhaltig prägen sollten, stellt er dennoch eine in vielen Generationen organisch gewachsene Parkanlage dar. Ein charakteristisches Wesensmerkmal des Tiergartens ist eine sich bedingende und immer wieder ergänzende Kontinuität mit einer sich daraus ergebenden ganz einzigartigen Mischung barock-formaler Gestaltungsebenen aus dem 18. Jahrhundert, ein ebenso reiches gartenkünstlerisches Erbe aus der landschaftlichen Gartenphase des 19. Jahrhunderts sowie die den Tiergarten noch immer nachdrücklich prägende Nachkriegszeit, in der der zerstörte Tiergarten als landschaftlich gestalteter Erholungspark neu angelegt wurde.

Schon vor 1700 beginnt der schrittweise Umbau des Wildgatters für die kurfürstliche Jagd zu einem repräsentativen königlichen Lustwald, einem mit breiten Alleen und Aufenthaltsplätzen gegliederten und gestalteten und somit für die Öffentlichkeit erstmalig erschlossenen Wald. Sowohl die damals angelegte spätere Charlottenburger Chaussee - Teilstück des Verbindungsweges zwischen den beiden königlichen Residenzen Berlin und Charlottenburg - als auch der Große Stern mit seinen acht hier einmündenden alleeartig gefassten Wegen, der an der Spree gelegene Zeltenplatz mit der schon unter dem Großen Kurfürsten angelegten Zeltenallee sowie der "Kleinen- und Großen Querallee" sind sichtbare Zeugnisse einer ersten systematischen Gestaltung des Tiergartens im Zeitalter des Barock. Noch immer vermitteln manche, erst unter Knobelsdorff alleemäßig aufgepflanzte, oder wie die Fasanerie- oder die Große Sternallee, aus dem Wald des Tiergartens gehauene Alleeräume etwas von der prägenden Kraft der den Tiergarten noch immer nachhaltig dominierenden Alleen. Auch der Floraplatz mit benachbartem Goldfischteich, ehemals Venusbassin, oder der Großfürstenplatz sind erhaltene Dokumente spätbarocker Gestaltung im Tiergarten. Der Beginn der landschaftlichen Gartenphase, im Sinne eines noch ganz sentimental geprägten Naturideals ist gekennzeichnet durch die 1792 durch Hofgärtner Justus Ehrenreich Sello d. J. angelegte "Neue Partie", ein seenreiches Parkareal im Herzen des Tiergartens mit der Rousseauinsel.

Die Zeit des klassischen Landschaftsparks, in sieben Teilabschnitten 1833-38 durch Peter Joseph Lenné angelegt, prägt den Tiergarten ebenfalls bis heute. Nach wie vor bestimmen dichte Gehölzbestände im Wechsel mit einer Vielzahl von Lichtungen und malerisch gestalteten Rändern, oftmals vorgestellten Baumgruppen, aber auch wertvollen Einzelbäumen sowie teilweise hainartig-licht überpflanzten Parkwiesen das Parkbild. Ein ebenso wertvolles Zeugnis Lennéscher Gestaltungskraft sind die unzerstört erhalten gebliebenen und in der Neuanlage des Tiergartens nach 1950 unverändert beibehaltenen ungemein vielgestaltigen, buchtenreich ausgezogenen und teilweise mit Inseln versehenen Wasserzüge. Auch wenn Lenné das großartige barocke Straßen- und Wegesystem, als ein den Tiergarten gliederndes und verkehrlich sinnvoll erschließendes Strukturelement beibehielt, so legte er doch ebenfalls ein bis heute weitgehend erhaltenes neues, nunmehr landschaftlich geführtes Wegesystem sowohl nach praktischen als auch nach ästhetisch-landschaftlichen Gesichtspunkten an.

(...) In der Zeit des Nationalsozialismus sollte Berlin entsprechend den politisch motivierten gigantischen Plänen von Adolf Hitler und seines Generalbauinspekteurs Albert Speer ein neues städtebauliches Konzept erhalten. Ein dominierendes Achsenkreuz, das die Charlottenburger Chaussee und die Siegesallee als Schnittpunkt einbezog, war mit zugeordneten Bauwerken kilometerweit nach Osten und Westen beziehungsweise Norden und Süden geplant. Die Realisierung erfolgte kriegsbedingt nur im Bereich der von 27 Meter auf 52 Meter verbreiterten Charlottenburger Chaussee (heute Straße des 17. Juni) und des vergrößerten Sterns, in dessen Zentrum die Siegessäule versetzt wurde. Der Bombardierung des Tiergartens folgte in den ersten Jahren nach 1945 die weitere Zerstörung durch Holzeinschlag für die Brennholzgewinnung und den Anbau von Gemüse und Kartoffeln. Dabei wurde der Park in seinen prägenden strukturellen Elementen keineswegs völlig vernichtet. Der 1949/50 erarbeitete Plan des Hauptamtes für Grünflächen und Gartenbau von Fritz Witte, Hans Migge und Eva Wedel bildete schließlich die Grundlage der Entscheidungen bei den Wiederherstellungsarbeiten im Tiergarten und der späteren planerischen Weiterbearbeitung und Ausführung durch Willy Alverdes, von 1950-61 Amtsleiter im Tiergarten. Der Konzeption der Neubepflanzung lag der Gedanke zugrunde, einen möglichst ruhigen und weiträumigen Erholungspark im Urstromtal der Spree unter starker Betonung der heimatlichen Pflanzenwelt anzulegen. Das Tiergartensanierungsprogramm wurde schließlich ab 1950 im Rahmen von Notstandsprogrammen umgesetzt und orientierte sich, trotz gewisser Modifikationen, in vielen Bereichen am Zustand des Tiergartens der Vorkriegszeit. Anlagen, wie der Rosengarten, wurden zwar unter Verzicht auf die Seerosenbecken deutlich verkleinert, jedoch weiterhin streng formal unter Beibehaltung der historischen Pergola neu angelegt. (...) Charakteristisch war die Anlage besonderer Langgraswiesen mit einer ganz eigenen Gehölzvegetation im östlichen Tiergarten oder zahlreicher gut ausgestatteter Kinderspielplätze sowie spezieller Spiel- und Aufenthaltsbereiche für Erwachsene.

Verlässt man die Innenstadt Berlins durch das Brandenburger Tor, so erlebt man bis heute die historische Grenze zwischen Stadt und vorgelagerter Landschaft. Der Erhalt des Tiergartens als zentraler Berliner Park hat die Peripherie des alten Berlins nur noch an dieser Stelle bis heute konserviert. Im sonstigen Stadtbereich ist das Häusermeer seit langen über die alten Grenzen der Stadt hinausgewachsen und hat sie weitgehend verwischt. Das letzte erhaltene der historischen Stadttore Berlins vermittelt daher, wie es seine Bestimmung ist, immer noch zwischen umbautem Stadtplatz und grünem Umland.Westlich des Brandenburger Tores bietet sich dem Betrachter ein tiefer Blick in die den Tiergarten durchquerende ehemalige Charlottenburger Chaussee (heute Straße des 17. Juni).

Vielfältig sind an dieser zentralen Achse geschichtliche Spuren einer über 300-jährigen städtebaulichen sowie bau- und gartenkünstlerischen Entwicklung ablesbar.Die Nachkriegszeit dokumentiert sich im großen Halbrund der durch drei Linden-Baumreihen gebildeten strengen Rahmung des Tiergartens. Den seit den Lennéschen Umbauplanungen an dieser Eingangsseite des Tiergartens ausgebaute Wegedreistrahl führte der königliche Tiergartendirektor Eduard Neide im Jahr 1875 auf das genannte Platzhalbrund. Mit dem nach Neides Plan neu geschaffenen Platz vor dem Brandenburger Tor wurde auch der Verbindungsweg zum damals neuen Königsplatz, dem heutigen Platz der Republik, mit einer mehrreihigen Baumallee bepflanzt sowie die spiegelbildlich dazu angeordnete, zur Luiseninsel führende Ahornpromenade ebenfalls ausgebaut. Die nach 1990 wieder aufgepflanzte Friedensallee stellt gemeinsam mit der auf halbem Weg in Richtung Westen abknickenden Zeltenallee ein Stück ältester, noch aus der Zeit des Großen Kurfürsten stammende wegemäßige Erschließung des Tiergartens dar. Eine vermutlich über 300 Jahre alte Eiche in unmittelbarer Nähe der Allee ist aus dieser Zeit noch erhalten.

Das zwischen dem Platz der Republik und der Straße des 17. Juni gelegene Tiergartenareal prägt das schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Gelände der vormaligen Siegesallee errichtete Sowjetische Ehrenmal. Die bis heute wirksamen Umbauarbeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus zeigen sich im Tiergarten noch an dem extrem aufgeweiteten Straßenquerschnitt der alten Charlottenburger Chaussee - heute unter anderem noch sichtbar im Abschnitt Platz vor dem Brandenburger Tor bis zur Entlastungsstraße - und der Gestaltung des Großen Sterns von 1938.

Die in Richtung Süden, zur Tiergartenstraße hin gelegene Hälfte des östlichen Tiergartens - durch die vom Platz vor dem Brandenburger Tor aus diagonal in Richtung Kemperplatz hin geführte "Ahornpromenade" erschlossen - wird deutlich von der Nachkriegsgestaltung der 1950er Jahre dominiert. Die auf Tiergartendirektor Alverdes zurückgehende, landschaftlich geprägte Erholungsanlage wird durch weite Wiesenräume, vereinzelt stehende Laubbäume und Kiefern sowie rahmende waldartige Gehölzpartien geprägt. Die Langgraswiesen haben sich durch die seit Öffnung der Mauer zu beobachtende intensive Nutzung inzwischen zu ruderal geprägten Trockenrasenbereichen weiterentwickelt.Am ursprünglichen Kemperplatz mündend, trennt noch immer die nach dem Mauerbau 1961 notdürftig durch den Tiergarten gelegte Entlastungsstraße den östlichen Tiergarten vom übrigen Parkbereich. In unmittelbarer Nähe der Entlastungsstraße befindet sich der Goldfischteich, das ehemalige Venusbassin, mit dem 10 m hohen, vom Bildhauer Rudolf Siemering geschaffenen Denkmal der drei bedeutenden Komponisten Haydn, Beethoven und Mozart. In diesem, noch immer die Planungsintentionen Knobelsdorffs widerspiegelnden Bereich liegt, jedoch schon westlich der Entlastungsstraße, der Floraplatz. Neben der Grundfigur des Großen Sterns und dem Zeltenplatz, vermitteln die beiden genannten Anlagen ein Stück barocker Gestaltungskultur im heutigen Tiergarten.Statt der ursprünglichen Flora aus Sandstein steht nunmehr im Zentrum des Floraplatzes das 1906 hier aufgestellte Bronzebildwerk der reitenden Amazone von Louis Tuaillon. Hier hat man durch die das Platzrund neuerlich wieder stärker rahmenden Nachpflanzungen sowie die Herausarbeitung der axial auf das lichte Platzrund mündenden, aus dem Dunkel des waldartig gehaltenen Tiergartens kommenden Wege, einen deutlichen Eindruck von den unter Knobelsdorff durch Freischlagen im Wald des Tiergartens geschaffenen "Salons" gewinnen.

Weiter westlich erreicht man die Große Stern- und die Bellevueallee, die einen weiträumigen zusammenhängenden Bereich des Tiergartens seit alters her sinnvoll erschließen.

Die 120 Meter lange Bellevueallee, am ursprünglichen Kemperplatz beginnend, kreuzt auf der Höhe des Gartenbauamtes Tiergarten die noch aus dem 17. Jahrhundert stammende Große Querallee und im Bereich des räumlich ein wenig aufgeweiteten so genannten Kleinen Sterns die Straße des 17. Juni, um schließlich am Spreeweg endend, den Blick auf das Schloss Bellevue freizugeben. Auch die sich noch im Bestand in Form einiger erhaltener alter Alleebäume abzeichnende Große Sternallee - ursprünglich Kleistens Allee - ist eine bei Anlage des Großen Sterns "geschlagene" und nicht gepflanzte Allee. Zwischen dem südlichen Ende der Rüsternallee und der genannten Großen Sternallee befindet sich einer der schönsten landschaftlichen Bereiche des Tiergartens, nämlich die 1792 von Hofgärtner Justus Ehrenreich Sello geschaffene "Neue Partie" mit der Rousseauinsel im Zentrum. Ein Entwässerungsgraben wurde zu einem kleinen lang gestreckten See mit buchtenreicher Uferlinie erweitert, der mehrere Inseln einschloss. Dies war die erste "Englische Partie" im Tiergarten, die als frühsentimentale Anlage entstand, rund vierzig Jahre bevor Peter Joseph Lenné den Tiergarten insgesamt landschaftlich umgestalten sollte.

Entsprechend dem Vorbild in Ermenonville bei Paris war auch die kleine Rousseauinsel im Tiergarten mit einem Bildwerk geschmückt. In Sichtweite hierzu befindet sich das 1904-06 von Gustav Eberlein geschaffene Marmorstandbild von Albert Lortzing und ebenfalls nicht weit hiervon, die 1988-92 mit erheblichem konservatorischem Aufwand restaurierte Stufenbrücke. Von dieser Brücke aus hat man die vielleicht schönsten Blicke in die scheinbar unendliche Tiefe der von Peter Joseph Lenné gestalteten wasser- und seenreichen Parklandschaft des Tiergartens.

Von der Stufenbrücke in Richtung zur Luiseninsel gehend erlebt man einen authentischen Bereich Alverdes'scher Tiergartengestaltung. Hier, wo ein feuchter Stieleichen-Hainbuchenwald seinen natürlichen Standort hat, legte er einen großzügigen Rhododendronhain an, ergänzt durch zahlreiche Halbschattenstauden und durch Pfade mit Trittplatten erschlossen. Schließlich gelangt man zur vielleicht reizvollsten Insel in einem Tiergartengewässer, der Luiseninsel. An zentraler und gut sichtbarer Stelle befindet sich das 1880 eingeweihte Denkmal der Königin Luise (heute eine Kopie). Gartenarchäologische Grabungsbefunde ermöglichten eine genaue Wiederherstellung der repräsentativen Treppenanlage. Nach dem detailliert überlieferten Ausführungsplan von Eduard Neide aus dem Jahre 1880 konnte in den 1980er Jahren auch die reich ornamentierte Teppichbeetanlage zu Füßen der Königin rekonstruiert werden. In Blickbeziehung zur Königin Luise, jenseits einer trennenden Wasserfläche, steht das Denkmal ihres Ehemanns Friedrich Wilhelms III. (heute eine Kopie) und nördlich auf der ursprünglich sehr viel kleineren Luiseninsel, das Denkmal ihres Sohnes, des jungen Prinzen von Preußen, des späteren Kaisers Wilhelm I.

Die Große Sternallee in südwestliche Richtung querend, kommt man in einen besonders großzügig gestalteten Bereich des Tiergartens. Von der Adlerbrücke aus eröffnen sich reizvolle landschaftliche Szenerien, weite Wiesenflächen wechseln mit geschlossenen Gehölzrändern, aber auch frei in den Wiesen stehende Gruppen von Bäumen mit wertvollen Einzelbäumen, deren malerische Traufen in der Großstadt Berlin den Eindruck ländlicher Abgeschiedenheit vermitteln.

Ein ähnliches Bild bietet sich im entgegengesetzten Bereich, nordöstlich der Großen Sternallee. Durch den 1951 angelegten Bremer Weg ging dort mehr als ein Drittel des alten Rosengartens mit zwei Seerosenbecken verloren. Alverdes legte hier einen "Sommerblumengarten" an. Der Rest des Rosengartens wurde nach 2000 grunderneuert. Von einer steinernen Pergola und einer streng linear geführte Hecken gerahmt, empfängt den Besucher mitten im hier geschlossenen waldartigen Bestand des Tiergartens eine überwältigende Fülle unterschiedlicher Rosen in streng formal angelegten Beeten angepflanzt, untermischt mit passenden Stauden. Der Rosengarten unterstreicht damit eindrucksvoll, was schon Knobelsdorff, aber auch Lenné mit ihren sorgfältig durchgestalteten, mit reichen Schmuckbeetanlagen sowie mit Statuen versehenen Plätzen und Sondergärten beim Betrachter erzielen wollten, nämlich: "Ein so geräumiger Park wie der Tiergarten es ist, würde ohne solche Schmuckplätze seinen vorzüglichsten Genuß, nämlich den der Mannigfaltigkeit und der Überraschung entbehren". (2)

In westlicher Richtung gelangt man nach Überquerung der Hofjägerallee in den gewässerreichsten Teil des Großen Tiergartens, auch Seepark genannt. Mit dieser nach 1845 begonnenen Anlage den Neuen Sees wurde eine sumpfige Bruchlandschaft trockengelegt. So entstand eine vielfältige, buchtenreiche und mit zahlreichen Inseln ausgestattete große Seenfläche im Tiergarten. Am Rand des südlichen Tiergartens weitergehend überquert man die Ende der 80er Jahre durch Nachguss zurückgewonnene "Gotische Brücke" aus Gusseisen, und gelangt gegenüber der Spanischen Botschaft an die Einmündung der Lichtensteinallee in die Fasanerieallee. Die im Kern über 300 Jahre alte Fasanerieallee konnte 1985 durch behutsames Freistellen alter Alleebäume sowie entsprechender Baumnachpflanzungen instand gesetzt werden.

Den besonderen Reiz der Fasanerieallee machen jedoch die 1986-88 restaurierten beziehungsweise wieder auf vier Jagdgruppen komplettierten bronzenen Figurengruppen aus. Westlich der Fasanerieallee durchschreitet man die auf Alverdes zurückgehende Rhododendron-Anlage und nähert sich bald der markanten Löwenbrücke, ursprünglich 1838 vom Bildhauer Christian Friedrich Tieck geschaffen und vom Architekten Ludwig Ferdinand Hesse als dekorative Hängebrücke im Tiergarten errichtet, die um 1987 in veränderter Form wieder aufgebaut wurde. Weitergehend in Richtung zur Unterschleuse, Untere Freibrücke genannt, nun schon in unmittelbarer Nähe des Zoologischen Gartens, bemerkt man auf einer Insel einen nahezu bewaldeten großen Hügel. Darunter verbirgt sich der 1952 gesprengte Feuerleitturm der 1941 errichteten Flugabwehrstellung am Zoo. Die Reste des Bunkers wurden eingeschüttet, komplett begrünt, als besonderes Vogelschutzgebiet ausgewiesen und damit dem normalen Besucherverkehr entzogen. Die jenseits der Straße des 17. Juni unmittelbar zum Hansaviertel hin gelegene Tiergartenfläche mit dem "Faulen See" im Zentrum ist um den See herum mit zahlreichen Sitzgelegenheiten und mit einem besonders großen Kinderspielplatz ausgestattet.Jenseits der Altonaer Straße nimmt der Englische Garten gut die Hälfte des Tiergartengeländes ein, das in den 1950er Jahren vom Schlosspark Bellevue abgetrennt und dem Tiergarten zugeschlagen wurde. Der Entwerfer des 1952 eingeweihten Englischen Gartens, Willy Alverdes, nutzte geschickt die reizvolle Topografie des Geländes, namentlich eine zwei Meter tiefe Mulde, um hier als Herzstück der etwa 40.000m² großen Anlage einen Teich mit zwei Inseln anzulegen. Von der Altonaer Straße aus kommend, durchschreitet man zuerst den größten zusammenhängenden Teil des aus fünf Gartenbereichen bestehenden Sondergartens, nämlich den Naturgarten, wo sich Alverdes eine mit Wildblumen durchsetzte Rasenfläche vorstellte, gerahmt durch malerische Gruppen von Bäumen, Sträuchern und Stauden, ehe man schließlich zum Teichgarten mit seiner interessanten Ufervegetation gelangt. Diesen umschreitend, entdeckt man am nördlichen Teichufer einen Steingarten - seinerzeit auf besondere Anregung der britischen Besatzungsmacht angelegt - und daran anschließend eine Rhododendronpflanzung. Beide Bereiche waren mit Pfaden aus zeittypischen Natursteinplatten durchzogen. Hier hatte Alverdes die Idee, den mit privatem Grün unterversorgten Berlinern die Möglichkeit einzuräumen, "behutsam durch die Blumen schlendern zu können und die Nase voll Duft zu nehmen wie im eigenen Garten." (3) Weitergehend gelangt man, vorbei am geschützten Lesegarten, zur Terrassenfläche des Parkhauses. Von hier aus hat man den schönsten Blick in den formalen Garten, mit seinen streng geschnittenen Eibenhecken, typisch für alte englische Gärten. Hier ist ein deutlicher englischer Einfluss, namentlich des für die Verteilung der britischen Pflanzenspenden nach dem Krieg verantwortlichen Mr. I. Thrower, Gartendirektor der Stadt Shrewsbury, zu spüren.

Die im direkten Umfeld des Englischen Gartens befindlichen, noch aus dem frühen 19. Jahrhundert stammenden stattlichen Rotbuchen hat Alverdes als ein besonders wertvolles Erbe des alten Schlossgartens von Bellevue sorgfältig erhalten und in sein Parkkonzept mit einbezogen. Diese wertvollen Alt-Buchen, die das Inferno der Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden haben, prägen heute - gemeinsam mit den fünf Sondergartenbereichen des Englischen Gartens - noch immer in besonderer Weise diesen Teil des Tiergartens.

Nordöstlich des Spreeweges beginnt der unmittelbar der Spree zugewandte Teil des Tiergartens, der insbesondere durch den zentralen Zelten- oder Kurfürstenplatz, aber auch den sehr viel kleineren Großfürstenplatz geprägt ist. Letzterer ist ein halbrunder Platz, der von einer Taxushecke gefasst wird. In seinen ausgesparten Konchen bilden die 1882 von der ehemaligen Königsbrücke hierher übertragenen vier Allegorien der "Deutschen Ströme" aus Sandstein einen besonderen Blickpunkt.

Die Rüsternallee ist eine der sechs Alleen, die bei der Grundinstandsetzung des Zeltenplatzes 1987 noch teilweise vorhanden war und damit wie bei der Kastanienallee lediglich ergänzt oder wie bei der Platanenallee allerdings auch völlig neu aufgepflanzt wurden. Der großartige Alleefächer des Zeltenplatzes oder Kurfürstenplatzes gehört seit über 250 Jahren zum traditionellen Erscheinungsbild des Tiergartens. Die meisten Altbäume enthielt die Buchenallee, sodass hier nicht nur die Arten sondern auch die Lage und der Baumabstand bei der partiellen Nachpflanzung im Jahr 1987 exakt dokumentiert war. Zwischen Buchen- und wieder aufgepflanzter Rüsternallee stehen zudem einige über 300 Jahre alte Stieleichen, die aufgrund ihres Alters, aber auch ihrer Höhe von fast 30 Metern zu den bedeutendsten Bäumen im Tiergarten zählen.

(...) Zwei bedeutende Denkmalgruppen des Großen Tiergartens gehörten ursprünglich zur Neuen Königsbrücke, die unweit des Alexanderplatzes über den Königsgraben führte. Auf der 1871-73 erneuerten Brücke waren vier Allegorien der deutschen Ströme und vier Kriegergruppen aufgestellt, für die Alexander Calandrelli den Gesamtentwurf erstellt hatte. (4) Als der Königsgraben 1882 zugeschüttet wurde, setzte man die Figuren in den Tiergarten um. Die vier deutschen Ströme ("Rhein" von Rudolf Schweinitz, "Elbe" von Alexander Calandrelli, "Oder" von Rudolf Schweinitz, "Weichsel" von Hermann Wittig) kamen auf den Großfürstenplatz. Die vier Kriegergruppen ("Der Auszug des Kriegers" von Hermann Wittig, "Der Kampf" von Rudolf Schweinitz, "Der verwundete Krieger" von Ludwig Brodwolf, "Die glückliche Heimkehr des Kriegers" von Alexander Calandrelli) standen zunächst auf dem Alsenplatz und wurden 1939 in die Rüsternallee südlich des Kurfürstenplatzes umgesetzt.

Zwischen 1880 und 1910 entstand im Tiergarten eine "Heldengalerie" der großen deutschen Dichter und Komponisten, ohne dass dem jedoch ein einheitliches Konzept zugrunde lag. Die überlebensgroßen Monumente wurden von einzelnen Denkmalkomitees aufgestellt, in denen die bürgerliche Gesellschaft Berlins vertreten war. Der Kaiser nahm mehrfach Einfluss auf die Auftragsvergabe und die Denkmalgestaltung.

(...) Die Jagdgruppen und Tierfiguren, die Kaiser Wilhelm II. im Park aufstellen ließ, illustrieren die Bedeutung des Tiergartens als ehemaliges kurfürstliches Jagdrevier der Hohenzollern. Cuno v. Uechtritz-Steinkirch schuf 1904 den imposanten Hubertusbrunnen am Großen Stern, der 1938 beseitigt wurde. Die zugehörigen Jagdszenen ("Altgermanische Wisentjagd" von Fritz Schaper, "Eberjagd um 1500" von Carl Begas", "Hasenhetze um 1750" von Max Baumbach, "Fuchsjagd um 1900" von Wilhelm Haverkamp) stehen heute in der Fasanerieallee. (5) Die dramatisch inszenierten Figurengruppen aus Bronze verraten die damals vorherrschende neubarocke Stilrichtung. Bei einem Besuch im Atelier des Bildhauers Rudolf Siemering sah Wilhelm II. die Entwürfe für das 1897 eingeweihte monumentale Washington-Denkmal in Philadelphia (USA). Besonders beeindruckten ihn die naturalistisch wiedergegebenen Tiere am Denkmalsockel, von denen er Nachgüsse für den Tiergarten bestellte. (6) Zwei der acht Tierfiguren, gegossen 1902, gingen im Zweiten Weltkrieg verloren, sechs sind an unterschiedlichen Orten im Tiergarten aufgestellt.


(1) Wendland 1993; Wendland, Folkwin: Der Berliner Tiergarten. Vergangenheit und Zukunft, Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin. Hrsg. vom Landesdenkmalamt Berlin, H. 9, 1996. Weitere Literaturangaben siehe Kapitel: Der Berliner Tiergarten und seine Randsiedlungen.

(2) Hinz, Gerhard, Peter Joseph Lenné. Das Gesamtwerk des Gartenarchitekten und Städteplaners. 2 Teile. Hildesheim, Zürich, New York 1989, S. 166

(3) Lesser-Sayrac, Katrin; Willy Alverdes - sein Wert als Gartenarchitekt und seine Verdienste für den Großen Tiergarten in Berlin. In: Der Berliner Tiergarten. Vergangenheit und Zukunft, Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin, Heft 9, Berlin 1996, S. 42.

(4) Die 1777-80 errichtete Königsbrücke wurde 1871-73 durch die nach Entwürfen von Heinrich Strack und Louis Schrobitz erbaute Neue Königsbrücke ersetzt. Die 1874 fertiggestellten Skulpturengruppen standen auf den Pfeilern der beiden Brückenzufahrten. Der Graben wurde 1882 zugeschüttet. Die Figurengruppe kamen in den Tiergarten, die zur Königsbrücke gehörenden barocken Königskolonnaden wurden später nach Schöneberg umgesetzt. Die Denkmalgruppen im Tiergarten erlitten schwere Kriegsschäden. Die Allegorien der deutschen Ströme sind zur Zeit demontiert, sie sollen restauriert werden. Literatur: Abshoff, Fritz: Deutschlands Ruhm und Stolz. Unsere hervorragendsten vaterländischen Denkmäler in Wort und Bild. Berlin 1904; Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 95; Wirth 1955, S. 203; Bloch/Grzimek 1978, S. 173-174; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 176; Weinland 1994, S. 163-164; Dehio Berlin 2000, S. 452.

(5) Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 72-74; Wirth 1955, S. 219; Bloch/Grzimek 1978, S. 310; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 174-175; Wendland 1993, S. 219, 221; Fritz Schaper. Die Wiederentdeckung des Denkmals. Ausstellungskatalog. Goch 2000, S. 102.

(6) Daun, Berthold: Siemering. Bielefeld-Leipzig 1906, S. 68-92, 114-115; Wirth 1955, S. 211; Bloch/Grzimek 1978, S. 180-188, 310; Ethos und Pathos 1990, Bd. 1, S. 299-300; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 174; Wendland 1993, S. 211.

Literatur:
  • BusB XI 1972 / Seite 46 & 98ff. 259f. & 282
  • Wendland/ Berlins Gärten und Parke, 1979 / Seite 113ff.
  • Wendland/ Der Große Tiergarten in Berlin, 1993 &
    Raume, G. W. v., Der Thiergarten bei Berlin, seine Entstehung und seine Schicksale, Berlin 1840 &
    Geitner, H., Der Thiergarten bei Berlin, 1880 &
    Meyer, F., Der Berliner Tiergarten von / Seite 18
  • Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (1905) / Seite 36
  • Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 26 (1909) / Seite 244
  • Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 38 (1921) / Seite 9
  • Berliner Morgenpost / Seite 1996.12.18
  • Deutsches Bauwesen 3 (1927) / Seite 3
  • Monatshefte für Baukunst und Städtebau 18 (1934) / Seite 343
  • Berliner Blätter (1935) / Seite 9
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 55 (1935) / Seite 516
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 91-103
Teilobjekt Herkules Musagetes
Teil-Nr.: 09046318,T,001
Sachbegriff: Plastik
Datierung: um 1745
Entwurf & Ausführung: Ebenhecht, Georg Franz (Bildhauer)
Teilobjekt Der Rufer
Teil-Nr.: 09046318,T,002
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1967 & 1989
Entwurf & Ausführung: Marcks, Gerhard (Bildhauer)
Teilobjekt Mauerdenkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,003
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1961
Teilobjekt Fontane-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,004
Sachbegriff: Denkmal & Standbild
Datierung: 1908-1910
Kopie: nach 1980
Entwurf & Ausführung: Klein, Max

Mit dem Fontane-Denkmal (um 1985 durch eine Kopie ersetzt), dem letzten großen Personendenkmal der Berliner Bildhauerschule, wurde 1910 die Denkmalserie der Dichter und Komponisten abgeschlossen. (1) Max Klein stellte Theodor Fontane als Spaziergänger dar. Stock und Hut erinnern an die "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".


(1) Max Klein führte das Fontane-Denkmal 1908-10 in Marmor aus. In den 1980er Jahren wurde es durch eine Kopie ersetzt. Das Original steht heute in der Großen Halle des Märkischen Museums. Literatur: Burdach, Konrad: Theodor Fontane. In: Deutsche Rundschau 144 (1910), S. 72; Wirth 1955, S. 220; Bloch/Grzimek 1978, S. 264-268; Wendland 1993, S. 221; Theodor Fontane und sein Jahrhundert. Ausstellungskatalog. Berlin 1998, S. 12, 16, 264.

Teilobjekt "Stumpf-Bild" mit weiblicher Maske
Teil-Nr.: 09046318,T,005
Sachbegriff: Skulptur
Datierung: nach 1990
Entwurf & Ausführung: Ritthoff-Lienau, Manfred
Teilobjekt Lobpreisstein am Neuen See
Teil-Nr.: 09046318,T,006
Sachbegriff: Findling
Datierung: 1975
Entwurf & Ausführung: (?)
Teilobjekt Karl-Liebknecht-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,007
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1987
Entwurf: Schüler, Ralf & Schüler-Witte, Ursula
Teilobjekt Löwenbrücke
Teil-Nr.: 09046318,T,008
Sachbegriff: Brücke
Datierung: 1838
Entwurf: Hesse, Ludwig Ferdinand (Architekt)
Entwurf: Tieck, Christian Friedrich (Bildhauer)
Teilobjekt "Die Mitteilung" (Dr.-Magnus-Hirschfeld-Gedenkstele)
Teil-Nr.: 09046318,T,009
Sachbegriff: Denkmal & Stele
Datierung: 1994
Entwurf & Ausführung: Seibert, Georg
Teilobjekt Der Sieger
Teil-Nr.: 09046318,T,010
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1906-1907 & 2001
Entwurf: Wandschneider, Wilhelm (Bildhauer)
Entwurf: Starcke, Hans (Bildhauer)
Ausführung: Gießerei Lauchhammer (Gießerei)
Teilobjekt "Abschied des Kriegers von seiner Familie" & "Auszug des Kriegers"
Teil-Nr.: 09046318,T,011
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: um 1864-1874
Entwurf & Ausführung: Wittig, Hermann
Entwurf:
Teilobjekt "Der Kampf" & "Schanzenstürmung"
Teil-Nr.: 09046318,T,012
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: um 1864-1874
Entwurf: Schweinitz, Rudolf
Teilobjekt "Der Verwundete Krieger"
Teil-Nr.: 09046318,T,013
Sachbegriff: Plastik
Datierung: um 1864-1874
Entwurf & Ausführung: Brodwolf, Ludwig (Bildhauer)
Teilobjekt "Die glückliche Heimkehr des Kriegers"
Teil-Nr.: 09046318,T,014
Sachbegriff: Plastik
Datierung: um 1864-1874
Entwurf & Ausführung: Calandrelli, Alexander (Bildhauer)
Teilobjekt Brunnenfigur "Triton"
Teil-Nr.: 09046318,T,015
Sachbegriff: Plastik & Brunnenfigur
Datierung: 1888 & 1987
Entwurf & Ausführung: Kopf, Joseph von (Bildhauer)
Entwurf: Haacke, Harald (Bildhauer)
Teilobjekt "Der Rhein"
Teil-Nr.: 09046318,T,016
Sachbegriff: Plastik
Datierung: um 1864-1874
Entwurf: Schweinitz, Rudolf
Teilobjekt "Die Oder", von der ehemaligen Neuen Königsbrücke
Teil-Nr.: 09046318,T,017
Sachbegriff: Figurengruppe & Plastik
Datierung: um 1864-1874
Entwurf & Ausführung: Schweinitz, Rudolf (Bildhauer)
Teilobjekt "Die Weichsel", von der ehemaligen Neuen Königsbrücke
Teil-Nr.: 09046318,T,018
Sachbegriff: Figurengruppe & Plastik
Datierung: um 1864-1874
Entwurf & Ausführung: Wittig, Hermann (Bildhauer)
Teilobjekt "Die Elbe", von der ehemaligen Neuen Königsbrücke
Teil-Nr.: 09046318,T,019
Sachbegriff: Figurengruppe & Plastik
Datierung: um 1864-1874
Entwurf & Ausführung: Calandrelli, Alexander (Bildhauer)
Teilobjekt Wildschwein (Kletterfigur)
Teil-Nr.: 09046318,T,020
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1952
Entwurf & Ausführung: Wenke, Karl (Bildhauer)
Teilobjekt Gedenkstein für den Hofmarschall Ernst von Bredow
Teil-Nr.: 09046318,T,021
Sachbegriff: Gedenkstein
Datierung: 1774/1785 & 1984 & 1989
Entwurf & Ausführung: Tassaert, Jean-Antoine (Bildhauer)
Ausführung: Starcke, Dietrich & Starcke, Hans (Billdhauer)
Teilobjekt "Knabe mit Pony"
Teil-Nr.: 09046318,T,022
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1896
Entwurf: Erdmann Encke (Bildhauer)
Teilobjekt Liegender Bison
Teil-Nr.: 09046318,T,023
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1902
Entwurf & Ausführung: Rudolf Siemering (Bildhauer)
Ausführung: Gießerei Gladenbeck & Gießerei Lauchhammer (Metallgießerei)
Teilobjekt Tierskulptur "Silberfisch" (auch genannt: "Fisch", "Wassertier")
Teil-Nr.: 09046318,T,024
Sachbegriff: Skulptur
Datierung: 1960
Entwurf: Trenkel, Alfred
Teilobjekt Sonnenuhr
Teil-Nr.: 09046318,T,025
Sachbegriff: Sonnenuhr
Datierung: um 1987
Entwurf: (?)
Teilobjekt Stumpf-Bild
Teil-Nr.: 09046318,T,026
Sachbegriff: Skulptur
Datierung: nach 1990
Entwurf & Ausführung: Ritthoff-Lienau, Manfred
Teilobjekt Lessing-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,027
Sachbegriff: Denkmal & Standbild
Datierung: 1887-1890
Entwurf & Ausführung: Lessing, Otto (Architekt)
Entwurf: Rettig, Wilhelm & Geitner, Hermann

Das 1890 enthüllte Denkmal für Gotthold Ephraim Lessing gestaltete der Bildhauer Otto Lessing, ein Nachkomme des Dichters. (1) Der üppigen Sockeldekoration mit Bildnissen des jüdischen Schriftstellers und Philosophen Moses Mendelssohn, des Dichters Ewald von Kleist und des Verlegers Friedrich Nicolai liegt ein ausgesprochen liberales Bildprogramm zugrunde.


(1) Otto Lessing, ein Großneffe von Gotthold Ephraim Lessing, legte den künstlerischen Entwurf 1887 vor. Der Bildhauer hatte den zweiten Platz der 1886 ausgeschriebenen Denkmalkonkurrenz gewonnen. Hermann Bauch führte das Denkmal aus weißem Marmor 1887-90 aus. Der Sockel ist aus schottischem Granit gearbeitet. Literatur: BusB 1896, Bd. 2, S. 34; Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1897, S. 40-42; Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 39-40; Daun, Berthold: Siemering. Bielefeld-Leipzig 1906, S. 92-96; Buchholtz, Arend: Geschichte der Familie Lessing. Berlin 1909, Bd. 2, S. 188-190; von Werner, Anton: Lebenserinnerungen. Berlin 1913, S. 479, 487, 498, 577; Wirth 1955, S. 209-210; Bloch/Grzimek 1978, S. 258-259; Schmitz, Brigitte: Dichterdenkmäler in Berlin. In: Literarisches Leben in Berlin 1871-1933. Studien. Hrsg. v. P. Wruck. Berlin 1987, S. 334-366; Selbmann, Rolf: Dichterdenkmäler in Deutschland. Berlin 1988, S. 122-123; Ethos und Pathos 1990, Bd. 1, S. 172-173; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 181-182; Wendland 1993, S. 9, 209, 216-217, 269, 277; Koberstein, Hans: "Mein Onkel Otto". Die unbekannte Biographie eines Plastikers im kaiserlichen Berlin. Mit begleitenden Ausführungen von Jörg Kuhn. In: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins 1994, S. 105-124; Kuhn, Jörg: Otto Lessing (1846-1912). Bildhauer, Maler, Kunstgewerbler. Leben und Wirken eines Künstlers des Späthistorismus unter besonderer Berücksichtigung seines Wirkens als Bauplastiker. Diss. TU Berlin 1994.

Teilobjekt Goethe-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,028
Sachbegriff: Denkmal & Standbild
Datierung: 1880 & 1987
Entwurf & Ausführung: Schaper, Fritz
Entwurf: Kayser, Heinrich & Groszheim, Carl von
Entwurf: Neide, Eduard
Entwurf & Ausführung: Haacke, Harald
Ausführung: Dietrich Starcke und Kube

1861 wurde beschlossen, die Dichter Goethe, Schiller und Lessing mit einem Denkmal im Tiergarten zu ehren, aber es dauerte zwanzig Jahre, bis das erste Monument enthüllt werden konnte. Das Goethe-Denkmal von Fritz Schaper (1987 von Harald Haacke durch eine Kopie ersetzt) zeigt den Dichter als "Geistesheros" im Alter von etwa vierzig Jahren. (1) Den Sockel umgeben allegorischen Figurengruppen, die das künstlerische Werk des Dichters glorifizieren. (2)


(1) Fritz Schaper führte das Denkmal 1876-80 aus. 1982 wurde es in das Lapidarium am Landwehrkanal überführt. Literatur: Brahm, Otto: Goethe und Berlin. Festschrift zur Enthüllung des Berliner Goethe-Denkmals. Berlin 1880; Schulze, Adolph: Das Goethe-Denkmal im Thiergarten zu Berlin. Berlin 1880; Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 37-38; Daun, Berthold: Siemering. Bielefeld-Leipzig 1906, S. 33; Wirth 1955, S. 207; von Simson, Jutta: Fritz Schaper 1841-1919. München 1976, S. 16-17; Bloch/Grzimek 1978, S. 185; Schmitz, Brigitte: Dichterdenkmäler in Berlin. In: Literarisches Leben in Berlin 1871-1933. Studien. Hrsg. v. P. Wruck. Berlin 1987, S. 334-366; Selbmann, Rolf: Dichterdenkmäler in Deutschland. Berlin 1988, S. 119-121; Ethos und Pathos 1990, Bd. 1, S. 279-280; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 181; Wendland 1993, S. 208; Brehm, Knut: Das Goethe-Denkmal in Berlin. In: Fritz Schaper. Die Wiederentdeckung des Denkmals. Ausstellungskatalog. Goch 2000, S. 38-53.

(2) Dargestellt sind die Allegorie der lyrischen Dichtkunst mit Amor, die Allegorie der dramatischen Dichtkunst mit dem Genius des Todes und die Allegorie der wissenschaftlichen Forschung mit dem Genius der Wahrheit.

Teilobjekt Löwengruppe
Teil-Nr.: 09046318,T,029
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1872
Entwurf & Ausführung: Wolff, Wilhelm (Bildhauer)
Teilobjekt Haydn-Mozart-Beethoven-Denkmal ("Musiker-Denkmal")
Teil-Nr.: 09046318,T,030
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1898-1904
Entwurf: Siemering, Rudolf (Bildhauer)
Entwurf: Siemering, Wolfgang (Architekt)

Ein ungewöhnlich geformtes Denkmal ist Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven gewidmet. Rudolf Siemering gestaltete das 1904 enthüllte Monument in einem Mischstil aus Elementen des Barock, Rokoko und Jugendstil. (1) Die hüfthohen Bildnisse der drei Komponisten aus weißem Marmor zieren eine mächtige farbige Stele mit vergoldetem Kuppeldach, bekrönt von drei Putten, die einen Lorbeerkranz halten.


(1) Rudolf Siemering entwarf das aus verschiedenfarbigem Marmor bestehende Denkmal 1898. Die Putten sind galvanoplastische Arbeiten aus der Galvanoplastischen Kunstanstalt der Württembergischen Metallwarenfabriken (WMF) in Geislingen an der Steige. Die Berliner verspotteten das monströse und überladene Denkmal als "Musikerofen". Literatur: Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 45-47; Daun, Berthold: Siemering. Bielefeld-Leipzig 1906, S. 109-118; Wirth 1955, S. 217-218; Bloch/Grzimek 1978, S. 108-109, 182, 289-290; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 180; Wendland 1993, S. 217-220; Dehio Berlin 2000, S. 452.

Teilobjekt Amazone zu Pferde
Teil-Nr.: 09046318,T,031
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1906
Entwurf: Louis Tuaillon (Bildhauer)
Ausführung: Noack, H. (Gießerei)

(...) die 1906 auf dem Floraplatz aufgestellte "Amazone zu Pferde" spielt auf Jagd und Natur an. (1) Der in Rom und Berlin tätige Bildhauer Louis Tuaillon formulierte mit der berühmten Amazone eine Gegenposition zum bis dahin vorherrschenden neubarocken Stil. In der klaren tektonischen Ordnung des unbewegt stehenden Pferdes und der inneren Ruhe der Amazone äußert sich die neoklassizistische Haltung Tuaillons, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchsetzen sollte. Die Aufstellung im Tiergarten geht auf Kaiser Wilhelm II. zurück, der für den Park eine vergrößerte Version der ersten, vor der Nationalgalerie aufgestellten Fassung bestellt hatte.


(1) Louis Tuaillon entwarf die "Amazone zu Pferde" 1890-95 in Rom. Der Guss wurde 1895 vor der Berliner Nationalgalerie aufgestellt. Literatur: Wirth 1955, S. 210-211; Bloch/Grzimek 1978, S. 314; Ethos und Pathos 1990, Bd. 1, S. 323-334; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 179; Ulferts, Gert-Dieter: Louis Tuaillon (1862-1919). Berliner Bildhauer zwischen Tradition und Moderne. Berlin 1993, S. 146-157; Dehio Berlin 2000, S. 452.

Teilobjekt Liegender Elch (Elchkuh)
Teil-Nr.: 09046318,T,032
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1893-1897 & 1902
Entwurf: Siemering, Rudolf
Ausführung: Aktiengesellschaft Schaeffer & Walcker
Teilobjekt Liegender Elch (männlich) & Elchbulle
Teil-Nr.: 09046318,T,033
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1893-1897 & 1902
Entwurf: Siemering, Rudolf
Ausführung: Aktiengesellschaft Schaeffer & Walcker
Teilobjekt Froschbrunnen
Teil-Nr.: 09046318,T,034
Sachbegriff: Brunnen & Brunnenfigur
Datierung: vor 1918
Entwurf: (?)
Teilobjekt Sockel zum Büstendenkmal Dr. von Renvers
Teil-Nr.: 09046318,T,035
Sachbegriff: Sockel
Datierung: nach 1950
Entwurf: (?)
Teilobjekt Sockel (Original) der Skulptur "Winzerin" von Drake
Teil-Nr.: 09046318,T,036
Sachbegriff: Sockel
Datierung: 1868?
Entwurf: Drake, Johann Friedrich (Bildhauer)
Entwurf: Strack, Heinrich
Teilobjekt Adler (vielleicht von der Siegesallee)
Teil-Nr.: 09046318,T,037
Sachbegriff: Plastik
Datierung: um 1900
Entwurf & Ausführung: unbekannt & Schaper, Fritz?
Teilobjekt 3 Bären von der Terasse der Villa Deutsch
Teil-Nr.: 09046318,T,038
Sachbegriff: Plastik
Datierung: um 1916
Entwurf & Ausführung: Gaul, August (Bildhauer)
Teilobjekt Denkmal des Prinzen Wilhelm von Preußen (Jung-Wilhelm)
Teil-Nr.: 09046318,T,039
Sachbegriff: Denkmal & Standbild
Datierung: 1904
Entwurf & Ausführung: Brütt, Adolf

Kaiser Wilhelm II. fügte 1904 das von Adolf Brütt geschaffene Jung-Wilhelm-Denkmal hinzu, das den nachmaligen Kaiser Wilhelm I. als siegreichen Offizier der Befreiungskriege 1813/14 zeigt. (1) Der zweitälteste Sohn der Königin Luise ist als Jüngling in gelöster Haltung abgebildet, er blickt freundlich um sich. Das Denkmal gehörte zum Zeitpunkt der Aufstellung zu den modernsten Bildwerken im öffentlichen Raum, denn es zeigt nicht mehr die pathetische Darstellungsweise des Neubarock, sondern eine reduzierte neoklassizistische Formensprache.


(1) Kaiser Wilhelm II. hatte den Auftrag für das Jung-Wilhelm-Denkmal 1902 erteilt. Den Entwurf besichtigte der Kaiser 1903 im Atelier Adolf Brütts. Die 1904 eingeweihte Statue wurde 1953 auf die Kleine Luiseninsel versetzt, wo zuvor der Luisenaltar gestanden hatte. Literatur: Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 40; Wirth 1955, S. 217; Bloch/Grzimek 1978, S. 270; Steckner, Cornelius: Der Bildhauer Adolf Brütt. Schleswig-Holstein, Berlin, Weimar. Autobiographie und Werkverzeichnis. Heide in Holstein 1989, S. 190-191; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 170-171; Wendland 1993, S. 218; Dehio Berlin 2000, S. 452.

Teilobjekt Denkmal König Friedrich Wilhelms III.
Teil-Nr.: 09046318,T,040
Sachbegriff: Denkmal & Standbild
Datierung: 1849
Kopie: 1981
Entwurf & Ausführung: Drake, Johann Friedrich (Bildhauer)

Die "dankbaren Bürger Berlins", die 1848 noch auf die Barrikaden gegangen waren, widmeten 1849 (...) Friedrich Wilhelm III. ein von Friedrich Drake geschaffenes Marmorstandbild (1981 durch eine Kopie ersetzt), (1) das sich von damals noch üblichen dynastischen Herrscherdenkmalen deutlich unterscheidet. Der König trägt keine Uniform mehr, sondern eine einfache zivile Kleidung, er ist nicht als Monarch dargestellt, sondern als Naturfreund und stiller Spaziergänger im Sonntagsrock. Das Sockelrelief schildert die "Segnungen des Friedens" und die Wohltaten des Königs für den Tiergarten.


(1) Erste Entwürfe zum Denkmal entstanden 1841, ein Jahr nach dem Tod Friedrich Wilhelms III. 1845 wurde entschieden, ein Standbild des Königs aufzustellen. Das originale Denkmal wurde 1981 durch eine Kopie in Beton ersetzt und ins Lapidarium am Landwehrkanal verbracht. Literatur: Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 44; Wirth 1955, S. 202; Essers, Volkmar: Johann Friedrich Drake (1805-1882). München 1976, S. 37-41, 104; Bloch/Grzimek 1978, S. 142-143; Ethos und Pathos 1990, Bd. 1, S. 81-83; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 170; Wendland 1993, S. 82, 186-189, 209, 269.

Teilobjekt Richard-Wagner-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,041
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1901-1903
Entwurf & Ausführung: Eberlein, Gustav

Materialvielfalt und Polychromie kennzeichnen diese Richtung der Bildhauerkunst um 1900. Ein pathetisch aufgeladenes Richard-Wagner-Denkmal entwarf 1903 Gustav Eberlein, der stark durch den neubarocken Stil des Bildhauers Reinhold Begas geprägt war. (1) Der Komponist thront auf einem hohen Sockel, umgeben von Assistenzfiguren, die auf die großen Opern Wagners hinweisen. (2)


(1) Das Denkmal wurde von der Richard-Wagner-Gemeinde in Berlin gestiftet, der viele Personen des öffentlichen Lebens angehörten. Kaiser Wilhelm II. vergab den Auftrag an Gustav Eberlein, wobei er die Figur des Wolfram von Eschenbach in das Bildprogramm einfügen ließ. Das Marmordenkmal wurde 1901-03 ausgearbeitet und 1988 mit einem tonnenförmigen Schutzdach versehen. Literatur: Rosenberg, Adolf: Eberlein. Bielefeld-Leipzig 1903, S. 113; Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Berlin 1905, S. 41-42; Wirth 1955, S. 215-216; Bloch/Grzimek 1978, S. 260; Grimm, Rolf: Werkverzeichnis des Bildhauers, Malers und Dichters Prof. Gustav H. Eberlein 1847-1926. Hemmingen 1983, S. 93-95; Ethos und Pathos 1990, Bd. 1, S. 199; Endlich/Wurlitzer 1990, S. 169; Anton von Werner. Geschichte in Bildern. Ausstellungskatalog. Hrsg. v. Dominik Bartmann. München 1993, S. 420-424; Dehio Berlin 2000, S. 452.

(2) Auf der Vorderseite ist der Dichter Wolfram von Eschenbach dargestellt, auf den anderen Sockelseiten sieht man Kriemhild mit dem toten Siegfried, Alberich mit den Rheintöchtern und Tannhäuser im Büßergewand.

Teilobjekt Rousseau-Säule
Teil-Nr.: 09046318,T,042
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1987
Entwurf & Ausführung: Anlauf, Günter

Auf einer von Justus Ehrenreich Sello gestalteten Insel wurde um 1790 ein Erinnerungsmal für den Philosophen Jean-Jacques Rousseau aufgestellt. (1) Die Urne ging schon im 19. Jahrhundert verloren und wurde 1987 durch eine Säule des Bildhauers Günter Anlauf ersetzt.


(1) Wirth 1955, S. 200. Eine genaue Übersicht über alle Skulpturen im Tiergarten gibt: Kuhn, Jörg: Erfassung / Inventarisation der plastischen Denkmäler, Brunnen und anderer Werke der bildenden Kunst im öffentlichen Raum im Ortsteil Tiergarten des Bezirkes Mitte von Berlin, Teil I: Grosser Tiergarten mit Park und Schloss Bellevue. Berlin 2003 (Gutachten im Landesdenkmalamt Berlin).

Teilobjekt Lortzing-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,043
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1904-1906
Entwurf & Ausführung: Eberlein, Gustav
Teilobjekt Baumdank-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,044
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1951
Entwurf & Ausführung: Wenke, Karl
Teilobjekt Südost-Kolonnade (Pergola) des Rosengartens
Teil-Nr.: 09046318,T,045
Sachbegriff: Pergola
Datierung: 1909
Entwurf: Freudemann, Felix
Teilobjekt Schalenbrunnen aus Granit
Teil-Nr.: 09046318,T,046
Sachbegriff: Brunnen
Datierung: 1840/1860
Umbau: nach 1977
Entwurf: Cantian, Gottlieb Christian? (Steimetz & Architekt)
Teilobjekt Zwei liegende Wapiti-Hirsche auf Sockeln
Teil-Nr.: 09046318,T,047
Sachbegriff: Plastik
Modell: 1893-1897
Fertigstellung: 1902
Entwurf: Siemering, Rudolf
Ausführung: Lauchhammer
Teilobjekt Weibliches Standbild mit Putto "Flora" ("Pomona") auf Sockel
Teil-Nr.: 09046318,T,048
Sachbegriff: Standbild & Plastik
Datierung: vor 1796 & 1977
Entwurf & Ausführung: Haacke, Harald & Becker, Fritz & Starcke, D.
Teilobjekt Bremer Denkmal (Baum-Spende-Dank an die Stadt Bremen)
Teil-Nr.: 09046318,T,049
Sachbegriff: Denkmal & Stele
Datierung: 1950
Entwurf: Wenke, Karl
Teilobjekt Sockel (Original) der Standfigur "Flora"
Teil-Nr.: 09046318,T,050
Sachbegriff: Sockel
Datierung: 1701/1800
Entwurf & Ausführung: (?)
Teilobjekt Graefe-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,051
Sachbegriff: Denkmal & Stele
Datierung: 1970
Entwurf & Ausführung: Hobbing, Edzard
Teilobjekt Figurengruppe "Das deutsche Volkslied"
Teil-Nr.: 09046318,T,052
Sachbegriff: Figurengruppe & Plastik
Datierung: 1875 & 1993
Entwurf: Sussmann-Hellborn, Louis
Entwurf: Starcke, Hans
Teilobjekt Altgermanische Büffeljagd
Teil-Nr.: 09046318,T,053
Sachbegriff: Figurengruppe & Plastik
Datierung: 1904
Entwurf: Schaper, Fritz
Ausführung: Firma AG vorm. H. Gladenbeck (Gießerei)
Teilobjekt Figurengruppe "Eberjagd der Renaissancezeit (um 1500)"
Teil-Nr.: 09046318,T,054
Sachbegriff: Figurengruppe & Plastik
Datierung: 1904
Entwurf: Begas, Carl (Bildhauer)
Ausführung: Lauchhammer (Gießerei)
Teilobjekt Hasenhetze um 1750
Teil-Nr.: 09046318,T,055
Sachbegriff: Figurengruppe
Datierung: 1904
Entwurf: Baumbach, Max
Teilobjekt Figurengruppe "Fuchsjagd um 1900" (auch: "Zeitgenössische Fuchsjagd")
Teil-Nr.: 09046318,T,056
Sachbegriff: Figurengruppe
Datierung: 1904
Entwurf: Haverkamp, Wilhelm
Teilobjekt Königin Luise-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,057
Sachbegriff: Plastik & Standbild
Datierung: 1876-1880 & 1982/1983 & 1984/1987
Entwurf & Ausführung: Encke, Erdmann
Entwurf: Neide, Eduard
Ausführung: Albert Winkelhof KG
Literatur:
  • Wendland/ Der Große Tiergarten in Berlin, 1993 / Seite 79, 208, 209, 217, 256, 269.
  • Ethos und Pathos II, 1990 / Seite 443
  • Endlich, Wurlitzer/ Skulpturen und Denkmäler, 1990 / Seite 169
  • Christliches Kunstblatt (1876) / Seite 65-67
  • Christliches Kunstblatt (1880) / Seite 33-36
  • Monatsschrift des Vereins zur Beförderung des Gartenbaus (1881) / Seite 115
  • BusB II/III 1896 / Seite 30
Teilobjekt Liegender Bison (auch: Büffel, Wisent, Ur)
Teil-Nr.: 09046318,T,058
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1893-1897 & 1902
Entwurf: Siemering, Rudolf
Ausführung: Lauchhammer (Gießerei)
Teilobjekt Rosa-Luxemburg-Denkmal
Teil-Nr.: 09046318,T,059
Sachbegriff: Denkmal
Datierung: 1987
Entwurf: Schüler, Ralf & Schüler-Witte, Ursula