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Fundamente der Jerusalemer Kirche, Bestattungen des 17. bis 18. Jahrhunderts

Obj.-Dok.-Nr.: 09031270
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Rudi-Dutschke-Straße & Lindenstraße
Denkmalart: Bodendenkmal
Sachbegriff: Fundament & Bestattung
Datierung: 1601/1700

Etwas südöstlich des Axel-Springer-Verlagshauses, teilweise auf dem Straßenland der Rudi-Dutschke-Straße, stand bis zu ihrer Bombadierung am 3. Februar 1945 und dem Abriss der Ruine am 9. März 1961 die Jerusalemskirche. Bereits 1484 wird eine neu erbaute Kapelle an dieser Stelle erwähnt. (1) In dieser außerhalb der mittelalterlichen Stadt vor dem Leipziger Tor liegenden Kirche predigten die Diakone von St. Petri bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Bau von Giovanni Simonetti ein erstes Mal erweitert. Mit dem Ausbau der Friedrichstadt wurde das Gebäude zu klein und König Friedrich Wilhelm I. ließ von Philipp Gerlach eine neue Kirche errichten, die 1728 eingeweiht wurde. Wegen Baufälligkeit musste diese Kirche 1879 vollständig umgebaut werden. Architekten waren Gustav Knoblauch und Eduard Wex.

2001 wurde eine Neugestaltung des Platzes vor dem Axel-Springer-Gebäude geplant, dabei sollte der Kirchengrundriss oberirdisch sichtbar gemacht werden. Aus diesem Grund wurde eine geophysikalische Prospektion zur Lokalisierung noch vorhandener archäologischer Befunde in diesem Bereich durchgeführt. Als Ergebnis konnten unter der Oberfläche der Straße die Überreste der etwa 1,25 Meter starken, südlichen Außenmauern der Jerusalemskirche erfasst werden. Spuren der spätgotischen Kapelle wurden bei der Untersuchung nicht identifiziert. Der Grundriss der Kirche ist heute am Ende der Rudi-Dutschke-Straße auf der Straßenoberfläche nachgezeichnet. Eine Stele weist auf die Geschichte des Orts hin.


(1) Borrmann 1893, S. 186-187.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 150