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Mietshaus Mehringdamm 64

Obj.-Dok.-Nr.: 09031201
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Mehringdamm
Hausnummer: 64
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1899
Entwurf: Haustein, Oskar (Architekt & Zimmermeister)
Bauherr: Schade, August

Das Mietshaus Mehringdamm 64 wurde 1899 nach einjähriger Bauzeit anstelle einer älteren, über Jahrzehnte gewachsenen Vorgängerbebauung errichtet. Die Entwürfe erstellte der Bau- und Zimmermeister Oskar Haustein, dessen Betätigungsfeld damals wesentlich auf dem Gebiet des vornehmen Mietwohnungsbaus lag. Das Haus besteht aus dem Vordergebäude, zwei unterschiedlich langen Seitenflügeln auf der linken Seite und einem Quergebäude. Um das recht schmale Gebäude wirkungsvoll in Szene zu setzen, versah es Haustein mit einer bewegten neobarocken Fassade. Der Wandaufbau setzt sich aus einem dreiachsigen, in sich symmetrisch gegliederten Teil und einer links daran anschließenden Loggienachse zusammen. Im Gegensatz zu den Fassaden der älteren Nachbargebäude findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Architekturmotive, darunter Erker, Loggien, Balkone, unterschiedliche Bogenformen sowie kräftig aufgetragene Stuckgliederungen, was für ein gleichermaßen lebhaftes wie plastisches Fassadenbild sorgt. Ein wichtiges Gestaltungselement sind die Fenster, die in Form, Höhe und Breite variieren. Auffällig sind die fein geschwungenen Profile der oberen Fensterflügel. Hierin wie auch beim Putz- und Stuckdekor zeigt sich der Einfluss des Jugendstils. Das Dach ist zweiteilig angelegt. Den größeren Teil krönte ursprünglich eine mächtige Kuppel, die allerdings nicht erhalten ist.

Im Erdgeschoss betrieb die Familie Schade, die das Haus für sich erbauen ließ, ein Restaurant. Daran erinnert einzig der frühere Festsaal, der sich im Quergebäude befindet. In den Obergeschossen verfügte das Haus ursprünglich über komfortabel ausgestattete Sechs- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit Mädchenkammer, Bad und separatem Dienstboteneingang.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 383