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Filzhutfabrik Zechelius & Bertow

Obj.-Dok.-Nr.: 09031177
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Köpenicker Straße
Hausnummer: 146 & 147
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Industriehof
Entwurf: 1881
Datierung: 1882
Umbau: 1885 & 1935
Entwurf: Seegers, Rudolf (Maurermeister)
Bauherr: OHG in der Firma Zechelius und Bertow

In der Köpenicker Straße 146-147 wurde in zwei aufeinanderfolgenden Bauabschnitten 1882 und 1885 eine Etagenfabrik für die Filzhutfabrik Zechelius & Bertow errichtet. (1) Den Entwurf lieferte der Maurermeister Rudolf Seegers. Die Anlage entstand innerhalb eines bis dahin vorwiegend gärtnerisch genutzten Baublocks. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde das Quartier im Innenbereich weiträumig von Schul- und Gewerbebauten belegt. Diesen Verdichtungsprozess veranschaulichen auch die überkommenen Gebäudebestandteile der Hutfabrik, deren Etagen von Beginn auch an andere Gewerbetreibende vermietet wurden. Die Etagenfabrik besteht aus zwei sechsgeschossigen Quergebäuden und einem dazwischen liegenden zweigeschossigen Wohn- und Werkstattgebäude. Beide Querflügel wurden als massive Mauerwerksbauten errichtet. Die offenen, flexibel nutzbaren Etagen enthalten mittig in Längsrichtung eine Stützenreihe aus gusseisernen Säulen. Darauf ruhen große Eisenträger, die wiederum die aus preußischen Kappen bestehenden Decken tragen. Belichtet werden die Etagen über Segmentbogenfenster. Während das zur Straße gelegene Gebäude mit zwei an den Seiten angeordneten Treppenhäusern ausgestattet wurde, erhielt der rückwärtige Gewerbetrakt ein vorgelagertes Treppenhaus in der Gebäudemitte. Wie im Industriebau der Zeit üblich besitzen die Geschossbauten eine Verblendung mit roten Klinkern, die heute jedoch in Teilen verputzt oder überstrichen ist. Die Fronten des rückwärtigen Fabrikgebäudes sind in Formen des Burgenstils mit roten Klinkern verkleidet. Ein aus Gesimsen und Lisenen geformtes Gliederungsgerüst spannt sich über die Wandfläche. Rundbogenfries, Wehrtürmchen und Zinnen am mittleren Treppenhausvorbau sind die hervorstechenden gestalterischen Motive. Im Innern befinden sich die Treppenhäuser weitgehend im Originalzustand.


(1) BusB IX 1971, S. 92; Hildebrandt/Lemburg/Wewel 1988, S. 56; Raach 2008, S. 64.

Literatur:
  • BusB IX 1971 / Seite 92
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 247 f.