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U-Bahnhof Prinzenstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09031149
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Gitschiner Straße & Prinzenstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (U)
Datierung: 1900-1901
Umbau: 1951
Entwurf: Siemens und Halske (Konstruktionsbüro)
Bauherr: Siemens und Halske

Der Hochbahnhof Prinzenstraße im Kreuzungsbereich der Gitschiner Straße mit der Prinzenstraße ist ein sachlich gestaltetes Ingenieurbauwerk. (1) Dem 1900-01 erbauten und 1902 in Betrieb genommenen Bahnhof liegt ein Typenentwurf der Firma Siemens & Halske von 1891 zugrunde, nach dem in jeweils geringfügig abgewandelter Form fünf Stationen der Stammstrecke realisiert wurden. Der Bau der Bahnhöfe und der Hochbahnstrecke in der Gitschiner und Skalitzer Straße markiert den Beginn des U-Bahnzeitalters in Berlin. Der zweigleisige Hochbahnhof hat eine reduzierte, modern wirkende Formgebung, die auf konstruktiven und funktionalen Erfordernissen beruht. Stahl, Blech und Glas sind die vorherrschenden Materialien. Die Umrisslinie der Bahnsteighalle wird wesentlich durch die segmentbogige Dachform geprägt. Die längliche, insgesamt schwerelos anmutende Halle lagert auf einer an den Viaduktstützen angebrachten stählernen Kragkonstruktion. Eine Besonderheit stellt die Erschließung durch schmale Seitenbahnsteige dar. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse konnten die Zugangstreppen nicht auf dem Mitteldamm unterhalb der Halle angeordnet werden. Deshalb erfolgt der Zugang zu den Seitenbahnsteigen über zwei Fußgängerbrücken, die die Fahrdämme der Gitschiner Straße überspannen und als überdachte Eisen-Glas-Konstruktionen angelegt wurden. Die zugehörigen Treppenanlagen wurden auf der Nordseite in dem Wohnhaus Gitschiner Straße 72 und auf der Südseite in einem eigenständigen, von Paul Wittig entworfenen Eingangsgebäude untergebracht. Beide Häuser sind heute durch Neubauten ersetzt. Auf der Nordseite wurde 1984-85 ein viergeschossiges Regionalstellwerk nach Plänen von Wolf-Rüdiger Borchardt errichtet, von dem aus nun der Zugang zum Bahnsteig erfolgt. Das kleine Eingangsgebäude auf der Südseite wurde 1991 durch eine transparente Stahl-Glas-Konstruktion ersetzt, während Brücken und Bahnhofshalle noch weitgehend den ursprünglichen Zustand zeigen.


(1) BusB X B (1), S. 104; Bohle-Heintzenberg 1980, S. 42.

Literatur:
  • BusB X B 1 1979 / Seite 104
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 311