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Mietshaus Mehringdamm 43

Obj.-Dok.-Nr.: 09031031
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Mehringdamm
Hausnummer: 43
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1859
Entwurf: Strauch (Baumeister)
Bauherr: Lange (Fabrikant)

Die beiden Mietshäuser Mehringdamm 43 und 45 sind Beispiele für die rasche bauliche Entwicklung, die die Tempelhofer Vorstadt nach der 1861 durchgeführten Eingemeindung nahm. Die Häuser wurden noch vor Inkrafttreten des Bebauungsplans von James Hobrecht auf freiem Feld ausgeführt, hatten aber von Anfang an großstädtischen Charakter. Es dauerte nur bis Mitte der 1860er Jahre, bis die gesamte östliche Blockkante des Mehringdamms zwischen Gneisenaustraße und Bergmannstraße komplett mit mehrgeschossigen Wohnhäusern bebaut war.

Das Mietshaus Mehringdamm 43 ließ der Fabrikant Lange 1859 von Baumeister Strauch errichten. Das Haus besteht aus einem Vorderhaus mit Satteldach und einem kurzen Seitenflügel und verfügte ursprünglich nur über einfache, nicht abgeschlossene Kleinwohnungen. Auch das Souterrain und das Mezzaningeschoss enthielten Wohnungen. Gehobene Ausstattungsmerkmale wie Balkone, Loggien oder Erker fehlen vollständig. Die flächige Fassade zeigt eine klare symmetrische Gliederung mit auffallender Betonung der Waagerechten. Ein gut erhaltener spätklassizistischer Stuckdekor sorgt für den gewünschten repräsentativen Habitus. Besonderen Schmuckaufwand weisen das als Beletage hervorgehobene erste Obergeschoss und das Eingangsportal auf. Die Anordnung von Zugang und Durchfahrt in der Gebäudemitte war damals bei den breiteren Baugrundstücken üblich. Ein bemerkenswertes Ausstattungsdetail sind die Eisensäulen beiderseits des Portals. Der mannshohe Prallschutz sollte das Portalgewände vor durchfahrenden Fuhrwerken schützen.

Literatur:
  • Reclam Berlin, 1977 / Seite 300
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 380 f.