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Freibad Plötzensee

Obj.-Dok.-Nr.: 09030411
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Nordufer
Hausnummer: 26
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bad
Datierung: 1926-1928
Umbau: 1952 & 1954
Entwurf: Krüger, Walter & Krüger, Johannes (Architekt)
Ausführung: Otto Steenborg (Baugeschäft)
Ausführung: Asmus Bumann (Tief-, Beton und Hochbau)
Bauherr: Bezirksamt Wedding

Um den Plötzensee zieht sich ein großes, dicht mit Bäumen bewachsenes Friedhofsgelände, das zwischen 1892 und 1904 angelegt wurde. Der St. Paul-Kirchhof II am östlichen Ufer wurde 1968 aufgelassen. Die Einfriedung ist noch vorhanden, das einstige Wegenetz zeichnet sich noch immer ab. Dann folgt der St. Johannis- und Heiland-Kirchhof. Der westliche Uferbereich blieb frei. Mit dem Ausbau des Volksparks Rehberge wurde dort 1926-28 das Freibad Plötzensee eingerichtet. Das Schwimmbad mit Liegewiese und Kinderspielplätzen ermöglichte den Arbeiterfamilien, die in beengten Wohnverhältnissen lebten, den freien Aufenthalt an Licht, Luft und Sonne. Die Architekten Walter und Johannes Krüger schufen mit einfachen Mitteln eine zweckmäßig angeordnete, architektonisch überzeugende Anlage, die sich harmonisch in die grüne Landschaft am Plötzensee einfügt. (1) Das Gelände am Nordufer 26 liegt deutlich über dem Wasserspiegel des Plötzensees, es musste abgegraben werden, um einen breiten Sandstrand anzulegen. Zwischen dem Uferstreifen und der höher gelegenen Grünfläche vermittelt eine symmetrische Anlage aus Stützmauern und schlichten, klar gegliederten Gebäuden. Durch ein flach gelagertes Torgebäude betritt man eine breite Granittreppe, die den Höhenunterschied zum Strand überwindet, flankiert von halbrund vorgewölbten Erkern mit schiefergedeckten Kegeldächern. Unten findet man Ankleide- und Waschräume, oben ist ein Restaurant untergebracht, das auch die offene Terrasse nutzt. Die seitlichen Stützmauern, die den Sandstrand begrenzen, enden links und rechts an einem kreisrunden Pavillon mit Kegeldach. Die Gebäude sind mit hellroten und blauen Klinkern verkleidet.


(1) Wohnhäuser und Geschäftsräume von W. & J. Krüger, Berlin-Charlottenburg. in: Moderne Bauformen 26 (1927), S. 427, 431; Wedemeyer, A.: Neuere Arbeiten der Architekten B. D. A. Reg. Baumeister a. D. Walter und Johannes Krüger, Charlottenburg. in: Neue Baukunst 3 (1927), Heft 15b, S. 2, 19; Neumann, C.: Neuere und Neueste Volksparks von Berlin. in: Gartenwelt 31 (1927), S. 516-517; Huth, Fr.: Bauanlagen für das Freibad Plötzensee. in: Bauamt und Gemeindebau 11 (1929), S. 75-76; Huth, Fr.: Freibad am Plötzensee. in: Deutsche Bauhütte 33 (1929), S. 16-17; Architekt und Regierungsbaumeister Walter und Johannes Krüger, Berlin. in: Bauwelt 20 (1929), Heft 52, Beilage, S. 7.

Literatur:
  • Neue Baukunst 3 (1927) 15 / Seite 2, 19
  • Bauwelt 20 (1929) 52 / Seite Beilage, S. 7
  • Deutsche Bauhütte 33 (1929) / Seite 16f.
  • Bauamt und Gemeindebau 11 (1929) / Seite 75f.
  • BusB XI 1972 / Seite 83ff., 269
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 246