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Jungfernbrücke

Obj.-Dok.-Nr.: 09030071
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Friedrichsgracht & Oberwasserstraße & Unterwasserstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Brücke
Fertigstellung: 1798
Bauherr: Friedrich Wilhelm III. (Kurfürst)

Nördlich der Gertraudenbrücke verbindet die Jungfernbrücke die beiden Ufer der Friedrichsgracht. Die 1998-99 nach einer Sanierung neu aufgebaute Zug-Klapp-Brücke zeigt einen Brückentyp, der an holländische Vorbilder anknüpfte und in vorindustrieller Zeit in Berlin weit verbreitet war. Die Konstruktion der ursprünglich 1798 errichteten Brücke besteht aus zwei seitlichen Sandsteinbögen und einem beweglichen mittleren Durchlass, dessen hölzerne Klappen durch eiserne Ketten, Rollen und Gegengewichte bewegt werden konnten. (1) 1937-39 wurden im Zuge der Vertiefung des Spreekanals die Mittelpfeiler unterfangen und das westliche Gewölbe in Stahlbeton erneuert. Dabei ersetzte man Klappen in der Mittelöffnung durch Stahlträger mit Bohlenbelag und die Auffahrtsrampen durch Stufen. (2) Die Jungfernbrücke, die in der Zeit, als Berlin von einer Festungsanlage umgeben war, in Verlängerung der vom Leipziger Tor herführenden Alten Leipziger Straße eine wichtige Verbindung zwischen Kölln und der Friedrichstadt darstellte, hat durch die Überbauung dieser Straße durch die Reichsbankerweiterung 1934-40 und durch die Neubauten der Nachkriegszeit diese Funktion verloren. Sie ist das letzte Beispiel eines Brückentyps aus einer Zeit, in der Lastkähne mit Masten für Behelfssegel durch die Berliner Wasserstraßen gezogen wurden.


(1) BusB 1877 , S. 31, 42f.

(2) Berlin und seine Brücken 1987, S. 138-141.

Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite S.128f.
  • BusB I/II 1877 / Seite S.42f.
  • BusB I 1896 / Seite S.159f.
  • Volk/ Berlin - Historische Straßen und Plätze heute, 1978 / Seite S.119f.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 221