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Denkmale in Berlin

Schloßbrücke

Obj.-Dok.-Nr.: 09030067
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Unter den Linden & Schloßplatz
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Brücke & Figurengruppe
Entwurf: 1819
Datierung: 1821-1824 & 1842-1857
Umbau: 1912 & um 1955 & um 1985
Entwurf: Schinkel, Karl Friedrich (Architekt)
Entwurf: Bläser, Gustav & Drake, Friedrich & Möller, Karl Heinrich & Schievelbein, Hermann & Wolff, Albert & Wolff, Emil & Wichmann, Ludwig & Wredow, August (Bildhauer)
Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 142ff.
  • Die Strassen-Brücken der Stadt Berlin, 1902 / Seite 21ff.
  • Pundt, Hermann G./ Schinkels Berlin, Frankfurt a.M./Berlin/Wien 1981 / Seite 151f, 385f,
  • N.N./ (Marmorgruppe auf der Schlossbrücke in Berlin) in
    Zeitschrift für Bauwesen 3 (1853) / Seite Sp. 520, 612
  • N.N./ (Umbau der Schlossbrücke in Berlin) in
    Baugewerks-Zeitung 44 (1912) / Seite 1118
  • Rave, Schinkel Lebenswerk, 1941-1962 / Seite Bd. 2
  • Springer, Peter/ Schinkels Schloßbrücke in Berlin, Berlin 1981Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 245 f.

Die Schlossbrücke über den Spreekanal verbindet die Straße Unter den Linden mit dem Lustgarten. Die 1822-24 nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtete massive dreibogige Gewölbebrücke ersetzte die seit dem 16. Jahrhundert bestehende hölzerne "Hundebrücke". Der Neubau der Schlossbrücke war Teil einer städtebaulichen Neuordnung des Bereichs zwischen Schloss und Opernplatz durch Karl Friedrich Schinkel. Durch die Verbreiterung der Brücke auf die volle Breite der Straße und ihren monumentalen Aufbau mit Figurenschmuck erschien die Straße Unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zum Schloss erstmals als durchgehende Achse. Zusammen mit der gleichzeitigen Umgestaltung des Lustgartens und dem Neubau der Wache schuf Schinkel eine großzügige und stimmige Stadtanlage, die die vornehmsten Monumente der Stadt ihrer Bedeutung entsprechend zur Geltung brachte. Die Figurengruppen - antike Göttinnen mit jungen Kriegern - und Reliefs mit antikisierenden Kriegern und preußischem Adler ergänzten das Programm der Neuen Wache als Denkmal für die siegreiche Beendigung der Befreiungskriege und bildete zusammen mit den Standbildern der Generäle vor der Wache einen Teil der nun als "Via Triumphalis" aufgefassten Hauptstraße der Stadt.

Auf den steinernen Strompfeilern der Brücke setzen hohe Sockel aus rotem Granit auf, die als Postamente für die überlebensgroßen Skulpturengruppen dienen. Zwischen den Postamenten sind gusseiserne Brückengeländer mit Seepferden, Tritonen und Delphinen angebracht. (1) Erst 1842-57 wurde die Schlossbrücke vollendet mit den acht von Schinkel projektierten Kriegergruppen, die in Carrara-Marmor von Bildhauern der Schadow- und Rauch-Schule ausgeführt wurden. (2) 1950-51 wurden Kriegsschäden am Brückenbauwerk beseitigt, 1962 erfolgte die Wiederherstellung des gusseisernen Geländers durch den Bildhauer Hans Füssel. Die im Krieg ausgelagerten und von Richard Scheibe 1950-60 in West-Berlin restaurierten Skulpturengruppen wurden 1983-84 am ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. (3)


(1) Vgl. Rave 1948, S. 63-78.

(2) "Nike lehrt den Knaben Heldensagen" von Emil Wolff, "Athena unterrichtet den Jüngling im Waffengebrauche" von Hermann Schievelbein, "Athena bewaffnet den Krieger" von Karl Heinrich Möller, "Nike krönt den Sieger" von Friedrich Drake, "Nike richtet den Verwundeten auf" von Ludwig Wichmann, "Der Jüngling wird von Athena in neuen Kampf geführt" von Albert Wolff, "Der junge Held wird von Athena beschützt" von Gustav Blaeser, "Iris trägt den gefallenen Krieger zum Olymp empor" von August Wredow. Vgl. Springer 1981.

(3) Vgl. Denkmale in Berlin-Brandenburg 1987, S. 369-371; Goralczyk 1987a, S. 36-38.