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Villa Drimborn

Obj.-Dok.-Nr.: 09020114
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Bernadottestraße
Hausnummer: 68
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Villa
Datierung: 1906-1907
Entwurf: Vohl, Carl
Bauherr: Drimborn, Karl
Ausführung: Held und Francke (Baugeschäft)

Das Haus Drimborn in der Bernadottestraße 68 entstand 1906-07. Architekt war der durch die Bauten des Berliner Kriminal- und Kammergericht bekannte Königliche Baurat Carl Vohl. Im Gegensatz zu Muthesius entwarf Vohl das Haus zwar noch im typischen Villenstil des späten 19. Jahrhunderts, jedoch ist die enge Anlehnung an historische Formen in der äußeren Gestaltung bis auf einzelne Zitate aufgegeben, sodass man von einer Art Übergangsstil zum Landhaus sprechen kann. Noch ganz dem Villenbau verpflichtet ist die Abgrenzung gegenüber dem Garten durch ein hohes, hier mit rotem Sichtziegelmauerwerk verkleidetes Sockelgeschoss. Dagegen zeigen der stark gegliederte Baukörper mit vielteiliger Dachlandschaft, die hellen Putzfassaden mit sparsame Dekor, die Giebel und Ausluchte mit Fachwerk sowie die Fenster mit sprossenunterteilten Oberlichtflügeln bereits dezente Einflüsse der Landhausbewegung. Ein ornamentales Stuckband zwischen Erd- und Obergeschoss der straßenseitigen Auslucht gibt das Baujahr 1907 an. Der Grundriss folgt wiederum dem traditionellen Villenschema mit Küche im Sockelgeschoss, seitlichem Eingang über eine Freitreppe in die Beletage, zweigeschossiger Treppenhalle sowie Repräsentationsräumen im Erdgeschoss. Gemeinsam mit ihrer aufwändigen Grundstückseinfriedung, bestehend aus Steinsockel mit Pfeilern und Stabgitterzaun als auch einem überdachten Tor, bietet das Haus Drimborn ein malerisches Bild im Stadtraum. Der Bauherr, Oberstleutnant a.D. Carl Drimborn, bezog bereits fünf Jahre nach der Fertigstellung einen Neubau in der Nachbarschaft. Carl Vohl wurde vom neuen Eigentümer mit dem Ausbau des Daches beauftragt. Er fügte ein seitliches Zwerchhaus hinzu, das er in Fachwerkbauweise dem Charakter des Hauses anpasste. Seit 1957 wird das äußerlich kaum veränderte Gebäude als Studentenwohnheim genutzt.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 106