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Gemeindesiedlung Hinter der Dorfaue

Obj.-Dok.-Nr.: 09011966
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Freiheitsweg
Hausnummer: 54 & 56 & 58 & 60 & 62
Strasse: Hinter der Dorfaue
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27
Denkmalart: Ensembleteil
Sachbegriff: Siedlung
Datierung: 1919-1920
Entwurf: Gemeindebauverwaltung Reinickendorf
Bauherr: Gemeinde Reinickendorf

Dagegen griff die Siedlung "Hinter der Dorfaue" auf die Figur des Wohnhofes zurück. Auf 30 Parzellen errichtete die Bauverwaltung der Landgemeinde Eigenheime als Reihen- und Doppelwohnhäuser, nachdem sie 1919 von dem Hofbesitzer Karl Großkopf ein rund 12 000 qm großes Gelände nördlich des Freiheitsweges zwischen Gemeindefriedhof und Luisenhof-Siedlung erwerben konnte. (1) Bei der Verteilung der Grundstücke sollten in erster Linie Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene berücksichtigt werden. Da jedoch die vorgeschriebene Anzahlung von RM 4 000 nur wenige dieser Interessenten aufbringen konnten, ging die Gemeinde dazu über, die restlichen Parzellen auch an Bewerber vor allem aus dem mittleren Bürgertum zu verteilen. Auch hier setzen giebelständige Häuser städtebauliche Akzente und ordnen sich Einfamilienhäuser zur Reihe; vor allem aber suchen die barockklassizistischen Doppelwohnhäuser - im Einzugsbereich der Dorfaue und der Architektur des Pfarrhauses - das bürgerliche Wohnen der Kleinstadt nachzuempfinden. Mit einbezogen in das Siedlungsbild wurde die unter Naturschutz stehende alte Eiche am Freiheitsweg, die vor dem Wohnhof auf einer platzähnlichen Erweiterung des alten Separationsweges steht. Sie markiert als Grenzbaum zwischen den Gärten und der Flur die ursprüngliche Tiefe der Höfe.


1) Zur Finanzierung der Gemeindesiedlung "Hinter der Dorfaue" (42 500 M/Haus ohne Bauland) waren einerseits die von dem Wohnungsverband gezahlten, verlorenen Zuschüsse vorgesehen, während der Rest (19 778,70 M) von den Siedlern hätte aufgebracht werden müssen. Eine Anleihe deckte jedoch ihren zu zahlenden Anteil ab, da auch die Gemeinde über keine ausreichenden Mittel verfügte. Vgl. Akten des Tiefbauamtes Reinickendorf, Generalia R 47a und 47b.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 113