denkmal  

 

Denkmale in Berlin

Sophienkirche

Obj.-Dok.-Nr.: 09011358
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Große Hamburger Straße
Hausnummer: 29 & 30 & 31
Strasse: Sophienstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kirche
Datierung: 1712-1713
Umbau: 1729-1739
Umbau: 1892
Entwurf: Grael, Johann Friedrich (Architekt)
Entwurf: Schulze, Friedrich & Heyden, Adolph & Berndt, Kurt
Bauherr: Magistrat Berlin (Stadtverwaltung)
Literatur:
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite S.62f
  • Baumeister, Architekten, Stadtplaner, 1987 / Seite 62f.
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 293f.
  • Kühne, Stephani/ Kirchen, 1978 / Seite 382f.
  • Witte, Die Geschichte der Sophienkirche, 1912 / Seite ..
  • Brendicke, Hans, Der Turm der Sophienkirche in Berlin in
    Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 22 (1905) / Seite 87-88
  • Buß, Georg, Die Sophienkirche in
    Der Bär 19 (1893) / Seite 286-287
  • Mitteilungen (...) über den Ankauf der Häuser Große Hamburger Straße Nr. 28-31 behufs Freilegung des Sophien-Kirchturmes, Berlin 1885 / Seite ..
  • Die Stiftungsurkunde der Sophien-Kirche, Berlin 1874 / Seite ..
  • Frege, Ludwig, Die Sophienkirche in
    Chronik der Königlichen Haupt- und Residenzstadt für das Jahr 1837 von G. Gropius, 1840 / Seite 70-73
  • Nicolai, Residenzstädte, 1786 / Seite 51
  • Königl. Fundation der Sophien-Kirche und derselben Confirmation, so wie selbige nach dem Original der vom Probste Johann Porst 1713 gehaltenen Einweihungspredigt beygedruckt worden, Cölln a.d. Spree, 1714Topographie Mitte, 2003 / Seite 460

Die 1712-13 als Pfarrkirche der Spandauer Vorstadt vermutlich nach Plänen Philipp Gerlachs errichtete Sophienkirche, Große Hamburger Straße 29-31, entstand als Stiftung der Königin Sophie Luise. (1) Mit dem Bau der Sophienkirche, die als Simultankirche ausgelegt war, wurde "die unkonventionelle Quersaalanlage als Neubautyp in Berlin eingeführt." (2) Die ursprünglich turmlose Saalkirche erhielt ein hohes Satteldach mit Glockengeläut im Vorgiebel. Erst 1732-34 erlangte der schlichte rechteckige Saalbau mit umlaufenden Emporen durch den prachtvollen, fast 70 Meter hohen barocken Turm von Johann Friedrich Grael Dominanz im Stadtbild. (3) Vor den Westgiebel gestellt, wird jedoch die Quersaalausrichtung ignoriert. In die Turmarchitektur sind verschiedene Vorbilder eingeflossen: Der rustizierte Unterbau und das kolossale Obergeschoss orientieren sich an Berliner Turmbauten Gerlachs, die von Säulenstellungen flankierten Glockengeschosse haben als Vorbild den Schlüterschen Münzturm und die an- und abschwellenden, kissenartigen Schichten der kupfergedeckten Turmhaube mit dem vergoldeten Sonnenzeichen könnten durch Dresdner Vorbilder beeinflusst sein. (4) Von den in der Regierungszeit Friedrich Wilhelm I. errichteten acht Berliner Kirchtürmen ist nur der Sophienkirchturm erhalten. In seiner Architektur sind jedoch die vielfältigen Einflüsse, die den barocken Turmbau der damaligen Zeit in Berlin prägten, ablesbar. Der Sophienkirchturm ist deshalb ein herausragendes Zeugnis Berliner Barockarchitektur.

Der Kirchenraum der Sophienkirche wurde 1892-95 von Friedrich Schulze, Adolf Heyden und Kurt Berndt barockisierend überformt und zur Langhauskirche umgebaut.


(1) Vgl. Witte 1912.

(2) Vgl. BusB VI, S. 26.

(3) Brendicke 1905.

(4) Vgl. BusB VI, S. 30.