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Bahnhof Jannowitzbrücke

Obj.-Dok.-Nr.: 09011326
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Holzmarktstraße & Brückenstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (S) & Bahnhof (U)
Entwurf: 1875
Datierung: 1881-1882
Umbau: 1927 & 1928-1930
Entwurf: Röttcher, Hugo (Architekt)
Entwurf: Grenander, Alfred Frederik Elias & Fehse, Alfred (Architekt)

Mit dem Bau des Stadtbahnviadukts 1879-82 wurde 1881-82 auch der Stadtbahnhof des S- und U-Bahnhofes Jannowitzbrücke an der Holzmarktstraße errichtet. Wie sämtliche Bahnhöfe der Stadtbahn ist er zweigeschossig angelegt. Unter den Bahnsteigen befinden sich Empfangshalle und Diensträume, von hier führen Treppenanlagen auf den Mittelbahnsteig. Nach einer ersten Erweiterung zwischen 1903-06 wurde die Stadtbahnstation 1927-32 mit dem Bau der U-Bahnlinie GN (Gesundbrunnen-Neukölln, heute U8) und der Errichtung des U-Bahnhofs Jannowitzbrücke zum Verkehrsknoten ausgebaut. Vor allem der Bau des U-Bahntunnels, der hier die Spree unterquert, erforderte umfangreiche Umbauten am Viadukt und den Neubau der Bahnsteighalle. Die heutige Gestaltung des S-Bahnhofes geht auf den Umbau ab 1927 durch Hugo Röttcher zurück. Die lang gestreckte, an den Längsseiten voll verglaste Stahlkonstruktion der S-Bahnhalle fällt durch ihre beachtenswerte Raumbildung und Lichtführung auf. Das Dach öffnet sich über dem Bahnsteig durch einen laternenartigen Aufbau, eine Art basilikaler Raum mit seitlichem Oberlicht. (1) In der ebenfalls von Röttcher umgestalteten westlichen Eingangshalle, die eine hellgelbe Keramikwandverkleidung und eine abgehängte Flachdecke mit teilweiser Oberlichtverglasung erhielt, befinden sich auch die Zugänge zur U-Bahn.

Für die Gestaltung der U-Bahnhöfe der GN-Bahn (Gesundbrunnen bis Neukölln), die 1913 von der AEG-Schnellbahn AG begonnen und ab 1926 nach mehrjähriger Unterbrechung von der Berliner Nordsüdbahn AG fortgeführt wurde, waren anfänglich Peter Behrens, ab 1926 Alfred Grenander und sein enger Mitarbeiter Alfred Fehse verantwortlich. Den 1928-30 erbauten U-Bahnhof Jannowitzbrücke entwarf Alfred Grenander, der dabei nach bewährtem Muster auf verbindliche Gestaltungsrichtlinien zurückgriff, die er selbst für die Stationen dieser Linie erarbeitet hatte. In einer klaren funktionalen Material- und Formensprache setzt er neben den sichtbaren konstruktiven Gliederungselementen der Stützen und Unterzüge farbige Wandkeramik als wichtigstes Gestaltungselement ein. Mit den großformatigen und gelbglasierten Keramikplatten, die auch in den Vorhallen, Zugängen und Bahnsteigsaufbauten verwendet wurden, erzielte Grenander lebendige Farb- und Lichteffekte. (2)


(1) Vgl. BusB X, Bd. B (2), S. 48, 176.

(2) Vgl. BusB X, Bd. B (1), S. 66-70, 137.

Literatur:
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite S. 150
  • BusB X B 1 1979 / Seite S. 137
  • BusB II/III 1896 &
    BusB X B 2 1984 &
    Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite S.109, 116
  • Bousset/ Die Berliner U-Bahn, 1935 / Seite S. 255-258, 271-275
  • Bautechnik (1930) / Seite (Beil. II, Konstruktion und Ausführung) S. 79f.
  • Deutsche Bauzeitung (1930) / Seite S. 17, 19f., 40-44
  • Eröffnungsschrift - GN-Bahn II, 1930 / Seite S. 214, 218f.
  • Die Fahrt (1930) / Seite S. 54f., 61
  • Verkehrstechnik (1931) / Seite S. 33
  • 50 Jahre Berliner U-Bahn / Seite 435
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003