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Ensemble Burgstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09011313
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Anna-Louisa-Karsch-Straße
Hausnummer: 1 & 4 & 7 & 9
Strasse: Burgstraße
Hausnummer: 26 & 27
Strasse: Garnisonkirchplatz
Hausnummer: 1
Strasse: Spandauer Straße
Hausnummer: 1
Denkmalart: Ensemble
Sachbegriff: Bauwerksensemble

Im Bereich des Ensembles Burgstraße 20-23, 25-27 und Spandauer Straße 1 ist die stadtgeschichtliche und bauliche Entwicklung seit dem 13. Jahrhundert an der Nahtstelle zwischen Alt-Berlin und Spandauer Vorstadt für den aufmerksamen Betrachter noch wahrnehmbar. Der Teil der heutigen Burgstraße, der sich von der Spandauer Straße in westlicher Richtung bis zur Spree erstreckt, zeichnet den Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer sowie der Festungsanlagen des 17. Jahrhunderts nach. (1) Am Schnittpunkt mit der Spandauer Straße befand sich ursprünglich das Spandauer Tor mit Pulverturm und seit dem Bau der Festung eine Bastion. Diese räumliche Situation dokumentieren noch die spätgotische Kapelle des Heiliggeistspitals an der Spandauer Straße, das ursprünglich direkt neben dem Tor, und das ehemalige Garnisonpfarrhaus Burgstraße 21, das neben der Garnisonkirche auf dem Areal der Bastion stand. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auf dem geschleiften Festungsring die Wallstraße (später Neue Friedrichstraße, heute Burgstraße) angelegt, die Wohnhäuser Burgstraße 22 und 25 stammen in ihrem Kern noch aus dieser ersten Bauphase. Sowohl die drei Gebäude und ihre baulichen Veränderungen im 18. und 19. Jahrhundert als auch ein Fabrikgebäude von 1888 im Hof Burgstraße 23 überliefern einen Ausschnitt aus der Baugeschichte des Quartiers. Von späteren Veränderungen in diesem Teil Alt-Berlins im Zuge der Citybildung nach 1871 zeugen die Handelshochschule, Spandauer Straße 1, von 1904-06 sowie die Geschäftshäuser Burgstraße 26 und 27, die sich nach 1900 in unmittelbarer Nähe zur Neuen Börse angesiedelt haben. (2)


1) Die Wälle des Festungsrings lagen auf Berliner Seite dicht vor der mittelalterlichen Stadtmauer. Vgl. Peters 1995, S. 57ff.

2) 1859-64 von Friedrich Hitzig am Spreeufer an der Ecke Neue Friedrichstraße (heute Burgstraße) errichtet, Erweiterung 1884-85, im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 197-198