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Knoblauchhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09011272
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Poststraße
Hausnummer: 23
Strasse: Nikolaikirchplatz
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Entwurf: 1759
Datierung: 1759-1761
Umbau: 1806 & 1952 & 1986-1989
Bauherr: Knoblauch, Johann Christian (Nadlermeister & Seidenhändler)

Das Knoblauchhaus, Poststraße 23, ist eines der wenigen noch am ursprünglichen Standort erhaltenen repräsentativen Bürgerhäuser des 18. Jahrhunderts und ein bedeutendes Beispiel bürgerlicher Wohnkultur in Berlin. Der dreigeschossige Putzbau über einem unregelmäßigen Viereck mit leicht geschwungener siebenachsiger Fassade an der Poststraße wurde 1759-61 erbaut. Es diente über Generationen als Wohnsitz der Familie Knoblauch, aus der viele für das öffentliche Leben und die Architekturgeschichte Berlins bedeutende Persönlichkeiten hervorgingen. Bei einem Umbau im Jahre 1806 wurde die Fassade des Hauses im Stil des Frühklassizismus umgestaltet. Ein Spiralrankenfries über dem ersten Obergeschoss, neue Fenster und ein Blumenerker über dem Eingang beleben seither die Fassade. Im Inneren blieb die ursprüngliche barocke Raumanordnung - das zentrale Treppenhaus, die Kochstellen neben der Treppe in jedem Geschoss - trotz einer Umgestaltung im Jahre 1835 weitgehend erhalten. Im Zuge des Wiederaufbaus des Nikolaiviertels wurden 1986-89 das Mansarddach und das dritte Obergeschoss komplett erneuert, die Fassade gestrichen und die Schmuckelemente komplettiert. Die Zimmer sind zum Teil im Stil des Biedermeier rekonstruiert und werden heute vom Märkischen Museum als Ausstellungsräume genutzt. Das Knoblauchhaus ist neben der Nikolaikirche der architekturhistorisch bedeutendste Bau im Nikolaiviertel. (1)


1) Vgl. Fröhlich/Hohmann 1990.

Literatur:
  • Architekturführer Berlin, 1991 / Seite 229, 472
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite 147
  • Museum Knoblauchhaus - Fam. Knoblauch, hrsg. v. Märkischen Museum, 1992Gut, Wohnhaus, 1984 / Seite 279
  • Müther, Bautradition, 1956 / Seite 104
  • Sichelschmidt/ Berlin in alten Ansichtskarten, 1975 / Seite 188
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003