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Denkmale in Berlin

Pariser Platz

Obj.-Dok.-Nr.: 09010204
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Pariser Platz
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Stadtplatz
Datierung: 1734
Umbau: 1880 & 1992
Entwurf: Mächtig, Hermann (Gartenarchitekt)
Literatur:
  • Krosigk, Klaus von/ Garten, Kunst, Geschichte, 1994 / Seite 27
  • Wendland/ Der Große Tiergarten in Berlin, 1993 / Seite 38/39, 130, 134, 202
  • Goecke, Theodor/ Berliner Plätze und Prachtstrassen in
    Der Städtebau 1 (1904) / Seite 151
  • Waetzoldt, Bibliographie zur Architektur im 19. Jhdt., 1977 / Seite Nr. 6641-6663
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 286-288

Den westlichen Abschluss der Straße Unter den Linden bildet seit 1734 der zunächst "Quarré" genannte, quadratische Pariser Platz, der mit "Oktogon" (Leipziger Platz) und "Rondell" (Mehringplatz) im Zuge der Erweiterung der Friedrichstadt angelegt worden war. Seit dem Mauerbau 1961 befand sich der Pariser Platz im Grenzgebiet der geteilten Stadt. Allein das Brandenburger Tor und ein Flügel der Preußischen Akademie der Künste auf der Südseite haben den Krieg und die Zeit der Teilung der Stadt überstanden. Alle übrigen Gebäude, die heute wieder den Platz umstehen, sind erst nach der Wiedervereinigung neu errichtet worden. Ursprünglich war der Pariser Platz von vornehmen Adelspalais oder Bürgerhäusern gerahmt. Erst 1877 kam es zu einer gärtnerischen Ausschmückung nach einem Entwurf des Stadtgartendirektors Hermann Mächtig. Zwei rechteckige Schmuckbeete betonten die geometrische Form. Je ein rundes Brunnenbecken mit Fontäne, das von Blütensträuchern, Koniferen und exotischen Pflanzen gerahmt wurde, befand sich in der Mitte der tiefer gelegenen Rasenspiegel. Gehölzgruppen markierten die Ecken der Rasenflächen. Kritik an der zu üppigen Bepflanzung führte 1908 zu einer Vereinfachung. Nach der Teilung Berlins wurden im Zusammenhang mit den Grenzeinrichtungen auch die beiden Platzinseln verändert. Die nach gartenarchäologischen Grabungen 1992 wieder hergestellte Anlage geht auf den Zustand des Pariser Platzes um 1930 zurück. Taxuskugeln akzentuieren wieder die Ecken der abgesenkten Rasenspiegel, die von schmalen Blumenrabatten eingefasst werden. Beete umgeben die Springbrunnenbecken in der Mitte der beiden Platzinseln. Die Fassung der Fontänen in Form eines eisernen Blätter- und Blütenkranzes wurde ebenso rekonstruiert wie das schwere Einfassungsgitter und die Pflasterornamente der umgebenden Bürgersteige. (1)


1) Vgl. Krosigk 1994, S. 27.